Track-by-Track Analyse: Die DNA von »T.L.O.P.«

»30 Hours« (feat. André 3000)
Kanye TLOP 15

Zu einem ebenfalls großen Kunstwerk wuchs das Instrumental zu »30 Hours«, für das sich selbst OutKast-Hälfte André 3000 zu einem seiner seltenen Gastauftritte hinreißen ließ. Lyrisch wildert Kanye dabei je Verse einmal durch die Nelly-Songs »E.I.« und »Hot In Here« und lässt ignoranterweise den Standard-iPhone Klingelton reinrollen, nachdem Three Stacks kaum vernehmbar das Adlib-Outro begleitet. Es ist nicht das erste Mal, dass Kanye auf einer Studioversion eines offiziellen Albums seine Zeit mit reden statt rappen verbringt. Den letzten Song seines Debütalbums »The College Dropout« dehnte er so bereits auf über zwölfeinhalb Minuten aus. Das in der Ferne schweifende Instrumental trägt die Reise-Romantik aus Nellys »Ride Wit Me« in das Jahr 2016, emotionalisiert wegen ausgeschnittener Vocals des elektronischen Experimentalisten Arthur Russell, und groovt durch die gesampleten Drums aus Isaac Hayes »Joy«. Jenes Drum-Motiv aus dem Jahr 1973 fand bereits einige Male zuvor im HipHop statt: Unter anderem zitierten die Kanye-Lieblinge Mase und Puff Daddy 1997 für das Intro zu »Harlem World« die Patterns. Verantwortlich diesmal: Teilproduzent und Drummer Karriem Riggins. 2012 veröffentlichte er via Stones Throw das zweigeteilte Album »Alone/Together« und beeindruckte damit Beat-Nerds und Schlagzeuger gleichermaßen.

 

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