Track-by-Track Analyse: Die DNA von »T.L.O.P.«

»Facts (Charlie Heat Version)«
Kanye TLOP 17

Pünktlich zum Korkenknall veröffentlichte Kanye an Neujahr eine erste Version von »Facts«. Das klang noch wesentlich mehr nach spaßigem Freestyle, als die offizielle Albumversion. Produzent Charlie Heat verpasste dem Diss-Track gegen Weltkonzern Nike schließlich ein noch manischeres Gesicht, das Grundgerüst blieb jedoch. Das besonders eingängige Sample gleich zu Beginn wirkt wie ein staubiges Sample von damals, konnte aber erst 2011 veröffentlicht werden. Die Geschichte dahinter: das Band-Kollektiv The Dreams, dass sich nach einem Autounfall Anfang der 1970er erst neu aufstellen musste, sich schließlich in Father’s Children umbenannte, ihr Debütalbum allerdings nie veröffentlichte, folgt der typischen Narrative der Generation Re-Issue. Die mit Verachtung gestraften Mastertapes fanden gegen Ende der Nullerjahre den Weg in die Hände eines kleinen Chicagoer Labels, das sich auf unveröffentlichte oder untergegangene Soul-Musik der Siebziger konzentriert. Stand heute: ein gefundenes Fressen für die Produzenten Metro Boomin und Southside, die den Schnipsel genügend Vintage-Zynik ausstrahlen lassen, um perfekt zwischen »Street Fighter«-Sounds und »Jumpman«-Flow zu wirken.

 

 

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