Top 10: Die besten Rap-Alben 2017 (international) // JUICE Jahrescharts

Wie sinnvoll ist das Format Album 2017? Im Zeitalter der Playlist eine nicht ganz unsinnige Frage. Und doch beantworteten sie einige Künstler recht vehement. Denn, und daran hat sich auch in der vergangenen Spielzeit wenig geändert, gute und großartige MCs kann man oftmals schon an der Fähigkeit unterscheiden, ein stimmiges Album zu produzieren. Und da fand die JUICE-Redaktion gemeinsam mit ausgewählten freien Autoren: es waren überwiegend die großen Namen, die große Momente lieferten. Übrigens: wer mit dem Ranking unzufrieden ist, kann bei den JUICE Awards bis einschließlich 7. Januar 2018 Zeit seinen Favoriten wählen.

10. Stormzy – Gang Signs & Prayer

»Michael Omari plagen Schuldgefühle. Seien es die Sorgen, die er seiner Mum in der Adoleszenz bereitete, die Depression, die der Anfangzwanziger in den Straßen von Croydon nicht zur Sprache brachte oder der Kummer ums potenziell gespaltene Debüt-Feedback – Stormzy schreitet Weihrauch-schwenkend ins Game. ‚Gang Signs & Prayer‘ macht den Titel zum Programm, kontert Grime mit Gospel und ist durchzogen von Geständnissen.« (zur Review)

9. Run The Jewels – RTJ3

»’Run The Jewels 3′ ist ein Manifest. Der konsequenteste und expliziteste Teil der (bis dato) Trilogie, die zu einer der stärksten Erzählungen der Genre-Geschichte anwächst.« (zur Review)

8. J. Cole – 4 Your Eyez Only

»Dass J. Cole die oberen Sprossen der US-Rap-Leiter erklommen hat, ist so unwahrscheinlich wie unglaublich. Vor gut zwei Jahren holte er als erster US-Rapper mit einem Album ohne Features Doppel-­Platin. Im vergangenen Dezember dann veröffentlichte er ‚4 Your Eyez Only‘ ganz ohne Social-­Media-Push – kein Skandal, kein Beef, nicht einmal Tweets.« (zur Review)

7. Joey Bada$$ – All-Amerikkkan Bada$$

»’All-Amerikkkan Bada$$‘ ist die andersartige Bada$$-Platte unter gleichen Vorzeichen: Joey setzt auf sein bewährtes Umfeld, lässt sich von den Peers Kirk Knight und Chuck Strangers sowie vom Ewiggestrigen Statik Selektah ausstatten. Doch anstelle von Seminar-Sechzehnern auf Neunziger-Loops lanciert Joey immer mehr klare Bridges und klebrige Hooks auf sauber ausgearbeiteten Synth-Soul – und lässt den Track atmen, wenn nötig.« (zur Review)

6. Drake – More Life

»Lass Kendrick ruhig den King-Titel, MVP ist und bleibt Drake, der den schmalen Grat zwischen Tiefstapeln und Scheineschmeißen, Popstar (‚­Passionfruit‘) und Ein-Track-Punchliner (‚Can’t Have ­Everything‘) wieder grandios meistert. Es ist ganz einfach: Wer ‚More Life‘ nicht ahnt, hat Drake nie verstanden.« (zur Review)

5. Tyler, The Creator – Scum Fuck Flower Boy

»Mit ‚Flower Boy‘ liefert Tyler das wohl kohärenteste Album seiner Karriere ab. Die Gaydars US-amerikanischer Hipster-Blogs wittern auf einmal das große Coming-Out und die Genius Annotations quellen vor vermeintlichen Homo-Hints über. Derweil greift Young T mit breitem Grinsen nach Mars, Saturn & Co. und genießt zu Recht seinen zweiten (oder dritten) Hype-Frühling – nicht als Rapper, sondern als Vollblutmusiker.« (zur Review)

4. Vince Staples – Big Fish Theory

»Auf dem neuen Projekt fusioniert Vince Staples als erster größerer Künstler erfolgreich Rap und elektronische Musik auf Albumlänge.« (zur Review)

3. Jay-Z – 4:44

»’4:44′ ist das beste Rapalbum, das ein Ü-45er je aufgenommen hat. Eine Perspektive für würdevolles Altern im Rap und ein nicht ganz uneigennütziges Friedensangebot inklusive. Denn wer könnte es besser wissen als Jay: ‚We all lose when the family feuds‘.« (zur Review)

2. Migos – Culture

»Dass Quavo sich im letzten Jahr mit seinen vielen Features zum Quasi-Frontmann aufgespielt hat, ist auf ‚CULTURE‘ schnell wieder vergessen, wenn sich die drei mit jeder Menge ‚brrt, skrrt, skrrt, skrrt‘ den Rücken stärken. Das macht ‚CULTURE‘ zu einem anti-indivi­dualistischen Statement. Ja, Migos brauchten ein Album wie dieses. Die Kultur brauchte es.« (zur Review)

1. Kendrick Lamar – DAMN.

»Wenn dein Zahnarzt dir bei der Wurzel­behand­lung erzählt, dass das neue Drake-­Album ja ganz nett sei, aber Kendrick Lamar eben der unbestreitbar größte Rapper seiner Zeit, dann ist die Sache eigentlich längst gelaufen. Völlig verdient katapultierte sich K-Dot mit seinem doppelten Opus ‚Good Kid, M.a.a.d. City‘ und ‚To Pimp A Butterfly‘ aus Compton in die letzten Ecken der westlichen Medienwelt. Doch nach all der feuilletonistischen Lobhudelei wollte man irgendwann einfach gar nichts mehr hören/sehen/lesen von diesem ach so unfassbaren Wunderkind, das allerorts zum Messias eines Genres berufen wurde. Und dann kam ‚DAMN.‘. ‚DAMN.‘ ist – wie schon die Vorgänger – ein Album, mit dem sich Kendrick selbst definiert.« (zur Review)

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