Streetlife und Böse Jungs: Amifeatures im Deutschrap Teil 2 // Liste

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Ein Gerücht wird mit Fakten belegt. Lange galt es als eine unbestätigte Legende, dass Puff Daddy ein Feature mit den Jungs von der Stuttgarter Kolchose aufgenommen habe. Der Blog Kessel.TV hat nun Licht ins Dunkel gebracht und die Story mithilfe von DJ Thomilla aufgearbeitet.

Sie liest sich wie ein echtes HipHop-Märchen und erzählt von einem Puff-Daddy-Konzert in der Schleyerhalle, dem eine wilde Afterparty gefolgt sein soll. Dort waren die Jungs von der Kolchose eingeladen und ließen es anscheinend ordentlich krachen, nur hatte Thomilla irgendwann genug und zog sich zurück. Später am Abend folgte dann allerdings ein Anruf von Afrob, der ihm angekündigte, dass die gesamte Crew jetzt mit Puff Daddy himself einreiten würde, um einen gemeinsamen Track aufzunehmen. Laut Thomilla fanden die Aufnahmen bis in den Morgen hinein statt, ein Release des Tracks erfolgte aber aufgrund von Labeldifferenzen nie offiziell. Kessel.TV lässt das Märchen knapp 20 Jahre später nun doch mit einem Happy End ausklingen, hat den betrefflichen Track auf Soundcloud veröffentlicht und damit ein Stück deutsche HipHop-Geschichte komplettiert.

Wir haben das Release zum Anlass genommen, einen zweiten Teil der US-Features im Deutschrap anzufertigen, nachdem viele Nutzer ihre eigenen Favorites in die Kommentare zum ersten Teil geschrieben haben. Danke dafür! Auch hier gilt: Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, pickt sich aber wieder interessante und denkwürdige Kollaborationen heraus. (Hier geht’s zum ersten Teil)

Dean Dawson feat. DMX – Streetlife (2005)

Es ist das Streetlife und die streunenden Hunde bellen zum Beat. Dean Dawson ist Pionier früher Deutschrapzeiten in den 90ern, in denen er zusammen mit Harris unter dem Namen Spezializtz unterwegs war. Solo ging es für Dean mit seinem Label Streetlife Entertainment weiter, auf dem er sein Album »Streetlife Report« herausbrachte, das, genau, den Song »Streetlife« mit DMX enthielt. Die Straße hat den Berliner auf jeden Fall geprägt und eine wunderbar aggressiven, protzigen Track samt Ami-Feature hervorgebracht.

Spax feat. Guru – Träume (2003)

Weniger Straße und dafür mehr Conscious-Rap lieferte Spax der deutschen Rapszene in den 90er-Jahren. Die Palette, die er beherrscht, ist dabei weit gestreut. Spax zog Freestyles fertig geschriebenen und auswendig gelernten Texten vor, föderte B-Boying, entsprach mit seiner politischen Haltung oft nicht den Erwartungen der Szene und hielt später Workshops an Universitäten ab und schrieb fürs Theater. Sein Feature »Träume« mit Gang Starr-Member Guru ist dementsprechend nachdenklich gehalten und geht eher in die Tiefe als steil nach vorne.

5 KOMMENTARE

  1. “Zehn Jahre vor Flers Feature mit Juelz Santana hatte sich Bushido bereits mit Team Dipset zusammengetan”….was labern die?
    Hahaha

  2. “Dipset-Boys”…”big im Beef-Game”…haben die Spiegel-Schreiber jetzt direkt eure Redaktion übernommen? Ich dachte ihr fahrt jetzt richtig hoch was Online-Content angeht, nachdem ihr im Print gestorben seid? Eher not.

  3. Sound Survivors // Deutsch-Französische Rap Crew hatte um 2008 Features mit Kurupt, Cappadonna, Canibus, Chino XL, Copywrite, Masta Killa, RZA, U-God, Bronze Nazareth, Apollo Brown, C-Rayz Walz uvm. Die Alben hießen feelthisundastood und The Backspin Project! Underrated Stuff …

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