JUICE #153 mit Casper-Cover und JUICE CD #118 ab 14.08. am Kiosk

JUICE #153_web

 

Die heutige Veröffentlichung der neuen JUICE #153 erleben wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir freuen uns sehr, mit Casper einen Künstler auf dem Cover zu haben, der in der deutschen Musiklandschaft im Allgemeinen und hiesigen HipHop-Szene im Speziellen maßgebliche Impulse setzte, seit einigen Jahren HipHop-Konventionen aufbricht und dabei aber immer einer der versiertesten Rapper des Landes geblieben ist und HipHop liebt wie wenige andere. Wir freuen uns über interessante Geschichte über junge Rapper wie Nate57, Alligatoah, Weekend, Gerard, Teesy oder Cro, über Interviews mit US-Größen wie The Weeknd, Danny Brown, Freddie Gibbs oder britische Legenden wie der London Posse. Wir freuen uns über einen aktuellen Überblick der französischen Rap-Szene und über ein Kings of HipHop mit Clipse.

 

Aber wir sind auch traurig. JUICE #153 ist die letzte JUICE-Ausgabe von unserem Chefredakteur Stephan Szillus, der nach knapp sechs Jahren und 50 Ausgaben das Magazin verlässt. Stephan hat als Chefredakteur das Heft erfolgreich durch eine Dürreperiode des Genres gebracht und parallel zum neuen Deutschrap-Boom in die jetzige Stellung geboxt, so wie es wahrscheinlich kein anderer geschafft hätte. Die JUICE-Redaktion hat noch immer nicht genug »Danke« gesagt. Deswegen: Danke, big baws, we owe you all!

 

Die JUICE-Ausgabe #153 (September 2013) ist ab dem 14.08. bundesweit für 5,90 EUR inklusive JUICE CD #118 im Zeitschriftenhandel erhältlich.

 

DIE THEMEN DER JUICE AUSGABE #153

 

Titel: Casper – Ich war nie willkommen
Benjamin Griffey ist im Hinterland von Nordrhein-Westfalen aufgewachsen und für die Produktion des Nachfolgers zum Meilenstein »XOXO« zurückgekehrt in die Provinz, diesmal nach Mannheim. Wegen ­Markus Ganter, einem progressiven Musiknerd von der jungen Indie-Band Sizarr, und Konstantin Gropper, einem klassischen Multi-Instrumentalisten, der mit seinem DIY-Projekt Get Well Soon zu internationalem Auskenner-Fame gekommen ist. Gemeinsam hatten Ganter und Gropper bereits die musikalische Vision hinter Musos »Stracciatella Now« entwickelt, nun haben sie mit Griffey »Hinterland« produziert. JUICE-Chefredakteur Stephan Szillus sprach mit dem 30-jährigen Rapper und Songwriter, für den es nicht der einzige Anspruch sein kann, den nächsten Szene-Meilenstein zu liefern.

 

Alligatoah – Ostereier
Langsam entwickelt sich seine Karriere: Aus einem kleinen Bauerndorf bei Bremerhaven startete der damals 17-jährige Alligatoah als Rap-Duo mit multipler Persönlichkeit. Heute, mit 23 Jahren, wohnt das Ausnahmetalent in Berlin und hat sein neues Album »Triebwerke« veröffentlicht, auf dem er – bis auf Harfe und Orgel – alle Instrumente selber eingespielt hat. Gerade ist er damit auf den ersten Platz der deutschen Charts gestiegen. JUICE hat sich mit Alligatoah unterhalten – über Musik, Kunst, Comedy und Ostereier.

 

Nate57 – Us Against The World
Zwei Jahre ist es her, dass das Mixtape »Auf der Jagd« des heute 23-jährigen Deutsch-Angolaners Nate57 erschien. Mit einem Tape auf Fremdbeats in die Top Ten zu gehen, damit hatte damals keiner der Jungs bei Rattos Locos gerechnet. Schon sein Debütalbum »Stress aufm Kiez«, das ein Jahr zuvor erschienen war, hatte Begeisterungstürme bei Fans und Medien ausgelöst. Eigentlich war klar, wie es hätte weitergehen sollen: So schnell wie möglich auf Tour gehen, die Fanbasis aufbauen und stärken, live immer mehr Leute überzeugen und viel Merchandise verkaufen, um eine Basis für weitere Releases auf dem Label zu schaffen. Ganz so einfach war es aber nicht. JUICE traf Nate57 zum Release seines neuen Albums »Land in Sicht« in Hamburg.

 

Weekend – Sozialarbeit Battle-Rap
Mit »Am Wochenende Rapper« kommt nun das erste Album des Sozialarbeiters Christoph Wiegand, besser bekannt als Weekend, in die Läden. Vom rappers.in-VBT ging es erst auf die Splash!-Bühne, dann ins Chimperator-Booking und jetzt steht der Schlaks aus Gelsenkirchen auch beim erfolgreichsten Indie-Label des Landes unter Vertrag. Aber wer ist der Kerl hinter der Ray-Ban-Brille eigentlich? Der Typ, der auf seinem Album ironisch anmerkt, dass er sich zur Tarnung eine Sonnenbrille aufzieht und dann doch erkannt wird? Anders als bei vielen Rappern derzeit, weiß man über Weekend eine ganze Menge. Er hat sein Gesicht nicht hinter einer Maske versteckt, nennt seinen bürgerlichen Namen ohne Bedenken und macht schnörkellosen, humorvollen Rap. Auch über Christoph Wiegand »privat« weiß man bereits einiges: Er ist Sozialarbeiter aus dem Ruhrgebiet, 26 Jahre alt und sein Albumtitel ist ­Programm: Er ist »am Wochenende Rapper«.

 

Gerard – Rausgehen, Welt erobern
Der Wiener Gerard verfolgt einen Ansatz der Induktion. In seinen Texten möchte er vom Kleinen ins Große gehen – Alltagserlebnisse so erklären, dass man Rückschlüsse auf das Allgemeine, das große Ganze ziehen kann. Als Mittel dafür hat sich der 26-Jährige Rap auserkoren. Seit zehn Jahren ­bewegt sich Gerard durch die österreichische Szene. Er war Teil der Wiener Rooftop Clique, veröffentlichte zwei Solo-Alben – »Rising Sun« (2007), »Blur« (2009) – und im letzten Jahr das Kollaborationsalbum »Toni Tell« mit dem Schweizer Rapper Gimma. Er machte Rap immer nebenher. Und er war dabei so ­erfolgreich, wie eben einer erfolgreich sein kann, der Rap nebenher macht. Sein neues Album »Blausicht« soll das ändern.

 

Kings of HipHop: Clipse – Allein zu zweit
Der Weg von Raekwon zu Rick Ross führt nur über zwei Brüder aus Virginia Beach. Malice und Pusha T haben die fremde, ewig faszinierende Welt zwischen schnellem Geld und langsamem Niedergang treffender beschrieben als jeder andere Rapper vor oder nach ihnen. Sie haben einen lupenreinen Klassiker im Katalog und echte Hits geschrieben, die auch heute noch so radikal und revolutionär klingen wie am ersten Tag. Der endgültige Durchbruch ist ihnen dennoch stets verwehrt geblieben. Zeit für eine Würdigung von JUICE-Autor Davide Bortot.

 

Cro Vs. the Beats – Meine Musik
Ein Mixtape und ein Album reichten, um seinen Namen für immer in den deutschen Musikgeschichtsbüchern zu verewigen. Kaum waren die Gold- und Platinscheiben überreicht, presste der Midas-Panda der Nation mit »Whatever« auch schon den nächsten Überhit ins kollektive Ohr. Auch wenn Cro stets alles sehr gelassen sieht, ruhte er sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern veröffentlichte jüngst sein Debüt »Raop« mit fünf zusätzlichen, neuen Tracks, ging mit der »Whatever«-Maxi auf die ­Nummer eins der Single-Charts und schenkte der Fangemeinde mit »Sunny« am selben ­Wochenende noch ein kostenloses Mixtape. Dieses will er keinesfalls als Lückenfüller verstanden wissen: Cro bevorzugt Mixtapes sogar, weil er daran viel freier und lockerer arbeiten kann als beispielsweise an seinem zweiten Album, das er im Winter schreiben wird. Vorerst nahm er gewohnt unbekümmert die von der JUICE-Redaktion für ihn zusammengestellten Songs unter die Lupe.

 

Freddie Gibbs – By Any Means Necessary
»Shout-out to Gangsta Gibbs, he the next to blow.« Dies sagte Young Jeezy vor einiger Zeit über seinen damals frisch angeworbenen Zögling Freddie Gibbs. Doch dieses Versprechen entpuppte sich als hohle Phrase. Und so beginnt das neue Album des Rappers aus Gary, Indiana mit einem Intro, in dem Jeezy ­jenes leere Versprechen bis zum Erbrechen wiederholt. Freddie Gibbs ist heute keine nationale Größe, von CTE und der gesamten Major-Industrie hat er sich zum zweiten Mal losgesagt. Vielleicht wird er in diesem Leben kein Superstar mehr, einer der besten Gangsta-Rapper der USA ist Freddie Gibbs allemal.

 

Darüber hinaus findet ihr in dieser Ausgabe u.a. Features und Interviews mit:
London Posse
Mayer Hawthorne
Teesy
Jay Z
Joey Bada$$
King Krule
Splash! 16
Wu-Tang Clan
Massiv
Said
Tone
Herr von Grau
Eve
Sepalot
Taktlo$$
Miguel
Lil B
The Weeknd
Danny Brown
Mr. MFN eXquire
Prezident
Betty Ford Boys
Architekt
Kontra K
Yasha
Patrice

 

Tracklist JUICE CD #118

 

01 Nate57 »Immigranten«

02 Gerard »Irgendwas mit rot«

03 Weekend »Schlechter Star«

04 Alligatoah »Willst du«

05 Schwesta Ewa feat. Xatar »Peep Show (Remix)« JUICE Exclusive

06 Persteasy »Perlwein vor die Säue« JUICE Exclusive

07 Prezident »Shub Niggurath«

08 Herr von Grau feat. Amewu »Wart ma«

09 Egoland feat. Liquit Walker, Rino Mandingo, Battleboi Basti und Damion Davis »Taub (Remix)«

10 Nazar »Ghostbusters«

11 Kontra-K »W.I.R.«

12 London Posse »Money Mad«

Illustration: Gizem Winter

 

Cover JUICE #153

 

Cover_JUICE #153

 

Cover JUICE CD #118

 

Cover_JUICE CD #118

 

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