»Ich wurde gemobbt«: Kanye Wests verwirrender Auftritt bei »SNL« // News

Anstatt das angekündigte Album »Yahndi« zeitgleich mit seinem Auftritt in der legendären US-TV-Show »Saturday Night Live« zu veröffentlichen, stieß Kanye West die Welt am Wochenende mal wieder vor den Kopf. Zunächst damit, dass er via Twitter verkündete, fortan unter dem Namen »Ye« aufzutreten. Es sollte nicht das Einzige bleiben, was an diesem Samstag für Kopfschütteln sorgte.

Schon die schrägen Outfits, die West und Lil Pump für die gemeinsame Performance ihrer Kollabo »I Love It« trugen, wirkten wenig überraschend bis originell, sondern eher bizarr und neben der Spur. Verkleidet als Flaschen der Wasser-Marken Perrier und Fiji, holperten die »Gucci Gang«-Spaßkanone und Mr. West vor einem Screen mit Feature-Gast Adele Givens über die Bühne der traditionsreichen Comedysendung wie ein volltrunkener Karnevalsverein. So weit, so Kanye. Auch die zweiten Live-Darbietung von Ye an der Seite von Teyana Taylor zu dem gemeinsamen »We Got Love« soll das bizarre Fremdscham-Level eines alten »Wetten, dass…«-Auftritts behalten haben, laut verschiedenen Medienberichten. Doch die eigentliche Bombe platze, als die Kameras aus waren.

Make Kanye Great Again

Der abschließende, dritte Auftritt floss in eine freigeistig-gestaltete Performance von »Ghost Town« an der Seite von 070 Shake, Kid Cudi und Ty Dolla $ign, die West abermals für einen ausufernden Rant nutzte. Ihm gehe es um »Dialogue«, nicht um Hetze. Warum er Trump möge, obwohl dieser Rassist sei, würde man ihn als Afroamerikaner regelmässig fragen. Dies kommentierte West beispielsweise mit dem Satz: »Wenn ich mir über Rassismus Sorgen machen müsste, hätte ich Amerika längst verlassen«. Alles klar, oder? Immer wieder betonte er, Liebe sei das erlösende Ziel aller Probleme der Welt. Eine lobenswerte, wenn auch aus dem Munde eines Donald-Trump-Unterstützers, verwirrende Agenda.

Mit seiner mittlerweile berühmten »Make America Great Again«-Mütze bekleidet, schoss West dabei auch gegen die »SNL«-Crew, die ihn gebeten habe, das Baseball-Cap nicht aufzusetzen (»I was bullied«), um anschließend die internationale Medien- und Kulturlandschaft gleichsam als »liberal« und »eindimensional« zu entlarven. Die Menschheit solle nicht rationalen Gedanken folgen, sondern ihrem Herzen, so West. In diesem Zuge reaktivierte er auch sein altes Ansinnen, 2020 als Kandidat bei den US-Präsidentschaftswahlen anzutreten, wie es in den Abklängen der Show zu entnehmen ist, die nur als Handy-Mitschnitte im Internet zu finden sind.

Von »Yahndi« fehlt indessen jede Spur. Das Album sorgte bereits im Vorfeld für Furore, soll es doch u.a. Gastauftritte von XXXtentacion und 6ix9ine enthalten, denen beide sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. In Kombination mit der Solidaritätsbekundung von West auf Twitter an A$AP Bari, der aktuell ebenfalls wegen Sexual-Delikten in Haft ist, erhält das Nachfolgewerk zu »Kids See Ghosts« schon jetzt einen faden Bei- bzw. Vorgeschmack – und ist bis jetzt nicht erschienen.

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