BLACKTAPE: Falk Schachts Golden-Era-Classics

Foto: Delia Baum
Foto: Delia Baum

Ab dem 3. Dezember geht Falk Schacht auf Jagd – nicht nach raren Jazz-Samples oder Erstpressungen obskurer Filmsoundtracks. Nein, »BLACKTAPE« widmet sich der Jagd nach Tigon. Die Verfolgung des HipHop-Mysteriums ist gleichzeitig eine Zeitreise. Bereits gestern zeigte uns »BLACKTAPE«-Regisseur Sékou in einem exklusiven Outtake-Clip, wie man zusammen mit diversen Rap-Koryphäen die Frage nach der Golden Era des Deutschrap erörterte.

 
Falk geht der Frage nun auf den Grund und liefert allerlei Audiobeweise dafür, dass es besagte Ära sehr wohl gegeben hat. Der wandelnde HipHop-Duden formerly known as Hawkeye verortet die Epoche, wie auch viele andere, irgendwo in den Neunzigern. Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

»Die Goldene Ära des deutschen Rap findet ihre fließenden Anfänge im Konflikt zwischen der alten und der neue Schule. Die Alten bündelten mit dem »Alte Schule«-Sampler 1993 ihre Kräfte, um klarzumachen, wer damals Herr im Hause HipHop war. Den fehlenden Respekt seitens der Old School interpretierten viele junge Kräfte in dieser Übergangsphase als Herausforderung. In den Jahren 1994 und 1995 formierte man sich zum Gegenangriff. Das Manifest der Abnabelung hörte auf den Namen »Klasse von 95« – zusätzlich zum Sampler tourte man erfolgreich durch Deutschland. Obskurerweise erschienen sowohl »Alte Schule« als auch der »Klasse«-Sampler auf MZEE Records – ein Beleg dafür, dass HipHop schon immer darauf angewiesen war, dass man es selbst regelt. Um 2001 herum franst die Goldene Ära aus verschiedenen Gründen aus. Deutscher Gangstarap machte sich zwar damals schon bemerkbar, konnte sich aber in den Spielzeiten ’03 und ’04 so richtig durchsetzen.

Hier geht’s zu Falks wichtigsten Tracks der Goldenen Ära des deutschen Rap.

2 KOMMENTARE

  1. Und die sog. „Neue Schule“ in Hamburg hat bei wem gelernt? Geht mir manchmal so richtig auf den Keks, dass es im Hip Hop so wenig Respekt für die Old Schooler gibt. Vor allem für die von denen man sich einen Teil der Skills persönlich abgeguckt hat. Inzwischen denkt man ja man hätte sich emanzipiert, schielt aber immer noch in die USA und lässt sich inspirieren, oder baut eben Sachen die wie Boom Bap klingen. Durchaus geiles Zeug, aber eben nicht frei von Bites. Da fand ich den Ansatz von Samy noch am coolsten, Der ist eben rüber gefahren und hat die Beats eingekauft als er das Budget dafür hatte. Im Blues ist das anders, da hat man als Musiker Respekt von den Älteren.

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