Autorencharts 2015: Tim Tschentscher (Praktikant)

02. Kamasi Washington – The Epic (Happening)
Kamasi Washington - The Epic :: Autorencharts Format
Diskutabel ist »The Epic« eher weniger. Vielmehr ließen sich ganze Bücher darüber füllen, wie wunderbar das orchestrale Free-Jazz-Massaker ist. Wie rücksichtslos auf etablierte Songstrukturen geschissen wird. Wie visionär Jazz im 21. Jahrhundert noch sein kann. Wie offenbarend eine knapp 175-minütige Exkursion durch Skizzenwelten ist. Offenbar so sehr, dass sich ein gewisser Kendrick Lamar für ein gewisses Album namens »To Pimp A Butterfly« Schützenhilfe von der Brainfeeder-Squad um Thundercat und eben jenem Kamasi Washington geben ließ. Dass Kendrick das Album des HipHop-Jahres lieferte, ist unbestreitbar und muss deshalb auch nicht extra aufgeführt werden. Da ging nichts dran vorbei. Dass Free Jazz aber der Grundstein für das beste Album des Jahres sein würde, war zu Beginn des Jahres nicht abzulesen. Wer sich also im K-Dot-Protest bestens aufgehoben fühlt, dem sei das ungefilterte epische Meisterwerk »The Epic« als zusätzliche Fleißarbeit ans Herz gelegt.


01. Habibi Funk (Label)
Habibi Funk :: Autorencharts Format

Apropos Horizonterweiterung: dass das Berliner Label Jakarta Records ursprünglich das Zuhause für More-Real-Rap-Vertreter wie Umse, Suff Daddy oder Juju Rogers ist, ist bekannt. Wenig bekannt ist jedoch das in diesem Jahr heimlich gegründete Sub-Label. Während der Tour mit Blitz The Ambassador streunerte Label-Chef Jannis durch diverse marokkanische und tunesische Plattenläden. Die zwischen Staub und Sand aufgetanen Goldstücke verschwurbelt er in der interessantesten Klangwolke des Jahres. Habibi Funk ist die neue Instanz für rare Funk- und Disco-Perlen aus dem bislang sträflich missachteten Kulturkosmos der arabischen Welt und mein persönlicher Soundtrack zur Willkommenskultur 2015.


 
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1 KOMMENTAR

  1. Eigentlich schöne Liste, aber wieso wird Yung Hurn als „E-Musik“ abgestempelt? Ich persönlich finde schon, dass man diese Musik feiern kann, weil sie einfach gut klingt, und nicht weil sie lustig ist. Oder habe ich da was falsch verstanden?

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