Anderson .Paak – Oxnard // Stream

Timing ist bekanntlich keine chinesische Stadt. Dementsprechend wird Anderson .Paak dem heutigen Releasetag seines neuen Albums »Oxnard« mit gemischten Gefühlen begegnen. Denn, wie der Titel vermuten lässt, markiert das Album nach »Venice« (2014) und »Malibu« (2016) das Finale seiner Beach-Town-Trilogie. Allerdings wird die Veröffentlichung der neuen Platte aktuell von der größten Feuerkatastrophe in der Geschichte des US-Bundesstaats Kalifornien überschattet. Während das sogenannte »Camp Fire« im Norden zum jetzigen Zeitpunkt über 60 Menschleben forderte, wütet das »Woolsey Fire« auch im Landkreis Ventura, zu dem auch .Paaks Heimatstadt Oxnard gehört.

Kein Wunder also, dass Fans in den Social-Media-Kommentarspalten auch Kritik an der gutgelaunten Promophase für »Oxnard« äußerten, während die Brände Menschenleben fordern und Existenzgrundlagen ausradieren. Doch Anderson .Paak ist weder empathielos noch abgehoben. Er weiß schließlich selbst, wie sich der sprichwörtliche rock bottom anfühlt – noch vor nicht allzu langer Zeit besaß der heutige Dr.-Dre-Schützling nicht einmal einen festen Wohnsitz. Dementsprechend findet morgen mit »Andy’s Carnival« eine wohltätige Veranstaltung in Oxnard statt, die direkte Opfer der Waldbrände auf andere Gedanken bringen soll.

So oder so steht für .Paak viel auf dem Spiel: »Oxnard« ist federführend von Dr. Dre produziert. Mehr als zwei Jahre und unzählige Studiosessions flossen in die Entstehung des Albums. Features kommen von Kendrick Lamar, J. Cole, Pusha T, Snoop Dogg, BJ The Chicago Kid und Dr. Dre, während neben Letzterem auch Om’Mas Keith, Q-Tip und 9th Wonder hinter den Boards platz nehmen. »Ich bin für die Arbeiten einmal um die ganze Welt gereist und habe wirklich alle Features bekommen, die ich haben wollte. Ich habe mit Leuten gearbeitet, von denen ich nicht mal im Entferntesten geglaubt hätte, dass wir je zusammenarbeiten könnten«, erzählte uns Andy im Juli in Berlin. Die nahe Zukunft wird zeigen, wie sich »Oxnard« nach zwei beinahe makellosen Soloalben in die .Paak’sche Diskografie einfügt.

Foto: Israel Ramos

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