Musa zeigt, wie deutscher Conscious Rap 2019 klingen kann // Video

»Ich seh' keine Sonne über Afrika« – Musas zweite Video-Auskopplung aus seinem kommenden Album »Berliner Negritude« ist ein ergreifendes Statement.

Ein kleiner Szene-Hit ist ihm da vor einigen Wochen gelungen. Die Debütsingle »Gott sei Dank« von Musa bekam zumindest in Auskennerkreisen ein wohlwollendes Kopfnicken – so teilte unter anderem unser Titelheld Dendemann den Song aus dem kommenden Album »Berliner Negritude« mit dem Kommentar: »… fassungslos bin ich«.

Auf »Splitter« konzentriert sich der Moabiter mit Wurzeln in Sierra Leone allerdings weniger auf leichtfüßige Gut-Fühls, sondern spricht ergreifenden Realtalk: »All dein Leid ist mein Life«. Es geht um psychische wie physische Flogen von Krieg und Flucht. Ein ernstes, dirngliches Thema, das Musa auf einem sphärischen Beat von Ghanaian Stallion hoch emotional verarbeitet. Schließlich kommen Musas Eltern aus einer Krisenregion – abgesehen davon, dass der gebürtige Berlin auch selbst in Sierra Leone gelebt hat.

Das vom Bürgerkrieg nach wie vor gebeutelte Sierra Leone gilt als eines der ärmsten Staaten der Erde. Korruption ist ein großes Problem. Internationale Investoren sind vor allem am Bergbau (insbesondere: Eisenerz und Diamanten) sowie großflächigen Landwirtschaft zur Gewinnung von Agrosprit und Palmöl interessiert – es gibt so gut wie keine eigene Industrie. Der Staatshaushalt ist immer noch auf internationale Hilfe angewiesen. In unserem aktuellen Heft hat Musa uns über die Zustände seiner Heimat, aber auch sein kommendes Album »Berliner Negritude« Auskunft gegeben. JUICE #191 erscheint am Donnerstag und ist ab sofort vorbestelltbar.

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