Musa: »Es geht nicht darum, immer politisch zu sein« // JUICE Podcast zum Black History Month

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Der »Black History Month« kommt aus den USA und wird dort offiziell seit über 90 Jahren alljährlich im Februar gefeiert, um die Geschichte und Leistungen Schwarzer Menschen zu ehren. Das bedeutet in erster Linie Panels, Vorträge, Filme, Gespräche, Workshops, kulturelle, musikalische oder politische Veranstaltungen – vor allem innerhalb der afroamerikanischen Communities der USA.

Seit den Neunzigern gibt es den »Black History Month« auch in Deutschland, wo er von unterschiedlichen Schwarzen Menschen in Deutschland zelebriert wird. Unsere Autorin Naima Limdighri hat sich mit mehreren jungen Menschen, die im HipHop verortet sind, zusammengesetzt und über ihre Perspektiven auf diesen Monat gesprochen. Dabei ist Zuspruch, Kritik, viel Austausch zum Konzept des »Black History Month« und vor allem eine exklusive Podcast-Reihe entstanden. Ihr erster Gast war Musa.

Musa ist Rapper und gemeinsam mit Megaloh und Ghanaian Stallion ein Teil der dreiköpfigen BSMG, die 2017 das gemeinsame Album »Platz an der Sonne« veröffentlichten. Das arbeitet im Gewand richtig guter Musik konsequent schwarze Geschichte und deutsche Kolonialgeschichte auf, bietet aber auch Empowerment für afrikanische oder afrodiasporische Menschen. Musas Soloalobum »Berliner Negritude« knüpft thematisch an »Platz an der Sonne« an, verhandelt aber auch Musas ganz eigene Perspektiven und Erfahrungen aus Berlin und Sierra Leone.

In dieser Podcastfolge sprechen wir über Musas Abschiebeerfahrung, die Entstehung von BSMG, dem marginalisierten Dasein in universitären Strukturen und warum er theoretisch auch cool damit wäre, wenn AfD-Wähler auf seine Konzerte kommen. Musa erzählt, wie er als Schwarze Person mit zwei afrikanischen Elternteilen die Relevanz des »Black History Month« beurteilt und warum »Buffalo Soldiers« von Bob Marley ihn berührt, bewegt und begleitet hat. Musa macht klar, dass er Musik aus einem künstlerisch-kreativem Anspruch heraus macht, den er nicht zwingend politisiert sehen möchte.


Danke an alle Beteiligten, dass ihr euch die Zeit genommen habt, von den eigenen Lebensrealitäten, Gedanken und Bedenken zu erzählen. Ganz wichtig: Schwarze Menschen ist eine Selbstbezeichnung und beschreibt eine von Rassismus betroffene gesellschaftliche Position. »Schwarz wird großgeschrieben, um zu verdeutlichen, dass es sich um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt und keine reelle‚ Eigenschaft, die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist. So bedeutet Schwarz-Sein in diesem Kontext nicht, einer tatsächlichen oder angenommenen »ethnischen Gruppe« zugeordnet zu werden, sondern ist auch mit der gemeinsamen Rassismuserfahrung verbunden, auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen zu werden«.

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