Hiob & Pierre Sonality – Die Zampanos // Review

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(Mofo Airlines)

Wertung: Viereinhalb Kronen

Dass Hiob und Pierre Sonality bekennende Freunde gehobener Erfrischungsgetränke sind, ist weithin bekannt. Da ist es nur logisch, dass sich die beiden für zwei Wochen in Hamburg eingeschlossen haben, um gemeinsam den Lebemann-Lifestyle und die Vorzüge des Sommers zu zelebrieren. Waren es während der Produktionszeit allerdings noch Pizza und Billigwein von der Tanke, werden auf der Platte nun Chardonnay und Courvoisier serviert. »Gläser hoch« und mit der »Mofagang« rein in das Kneipenleben. Immer ein fröhliches Lied auf den Lippen, das von luftigen Achtzigerjahre-Synthies, funky Basslines und drüc­kenden Drums aus den Maschinen von Hiobs Produzenten-Alter-Ego Hieronymuz unterlegt ist, begleiten wir die beiden durch einen typischen Tag im harten Leben der Zampanos zwischen Whiskey und Pfeifengift. Das erste Glas wird bereits früh am Morgen in der Hotellobby geleert und Gelassenheit eindeutig großgeschrieben. Anschließend geht es raus in »Die Sonne«, doch »so viele Mittel und Wege führen zur Theke zurück«, und der Tag endet, wie er begonnen hat: an der Bar. Sind in den Morgenstunden alle Flaschen geleert und nur noch der Fusel übrig, greift man als echter Vorzeige-Ossi, zusammen mit Morlockk Dilemma doch noch zur Goldkrone und macht sich auf den Weg nach Hause. Hiob und Pierre sind keine abgehobenen Alkoholiker, die das mühsam verdiente Geld und die gewonnene Bekanntheit als Musiker in teure Getränke als Statussymbole umsetzen. Sie stoßen auf das Leben und die Freundschaft an, während sie im Kreise der Gang eine gute Zeit haben – anders als das abschreckende Beispiel »Ronny«, der nach einer steilen Karriere mit Koks und Nutten schnell auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist und nun in Möbelhäusern und Shoppingkanälen auftreten muss, um seinen Entzug und seine Schulden abzubezahlen, während die Zampanos den Soundtrack dazu liefern. Ach ja: Sonne Ra ist der deutsche Nate Dogg und könnte mit seinen Hooks noch viel mehr Songs zu Hits machen. Man nehme nur mal »Über uns« als Exempel.

Text: Julius Stabenow