Happy Birthday! 15 Perlen aus zwanzig Jahren Four Music // Liste

Four-Collage

15. August 1996, Stuttgart City: die Sektgläser klirren, ein neues Kapitel beginnt. Längst sind Die Fantastischen Vier zum Big Player in der deutschen Musikindustrie avanciert. Was Smudo, And.Ypsilon, Hausmarke und Thomas D. nun vorhaben, geht einen Schritt weiter. Als Sublabel von Sony gründet man damals Four Music und legt so auch den Grundstein für wegweisende Entwicklungen im deutschen HipHop. Auch wenn Four nie ein reines HipHop-Label ist: Rap ist tief in die Label-DNA verwoben, wie ein Blick auf den Katalog beweist. Auch heute noch setzt man mit u.a. Marteria, Kontra K, Chakuza und Lance Butters auf Zugpferde aus der Rapszene. Auch nach dem Ausstieg der Fantas als Gesellschafter 2007 hielt man den Kahn auf Kurs. Zur Feier des Tages blicken wir zurück – mit 15 der liebsten Songs der JUICE-Redaktion aus 20 Jahren Labelhistorie. Happy Birthday & auf die nächsten zwanzig, Four Music!

Freundeskreis feat. Wasi – Wenn der Vorhang fällt (1997)
Die Anekdote rund um den Überhit »A-N-N-A« ist hinlänglich bekannt: »Immer wenn es regnet« von Maximilian und sein Freundeskreis erscheint bereits 1995 als 12-Inch via Mzee Records. Erst zwei Jahre später wird in doppelter Hinsicht nachjustiert: Band- und Songname sind kürzer, dazu haben Freundeskreis mit Four einen starken Partner an ihrer Seite und mit »Quadratur des Kreises« ein Debütalbum fertig, das in keiner Diskussion um die einflussreichsten Deutschrapalben der Neunziger fehlen darf. »Wenn der Vorhang fällt« zusammen mit Damals-noch-Massivem-Ton Wasi sticht dabei heute genau wie damals heraus – dass die Bösen oft gut und die Guten gerissen sind, daran hat sich in der Musikindustrie in den letzten zwanzig Jahren wenig verändert.

 

Blumentopf – 6 Meter 90 (1997)
Mark Owen oder Nick Carter? In einer Zeit, in den einen man auf dem Bravo-Cover höchstens noch den Youtube-Bengel der Stunde grinsen sieht, ist die Hysterie um Take That und die Backstreet Boys anno 1997 heute kaum noch vorstellbar. Als Take That zu allem Überfluss ihre Auflösung bekanntgeben, brechen alle Dämme. Holunder und Co. verpackten den Wahnsinn mit erstklassigem Storytelling zum wohl größten Hit der eigenen Bandgeschichte. Ob die Auflösung von Blumentopf, die im Oktober ihre letzten Konzerte spielen wollen, ähnliche musikalische Ergüsse bei Fans und Hatern nach sich ziehen wird, ist dann doch eher fraglich.

 

Hausmarke feat. Max Herre – Turntablerocker (1998)
Als die Fantas längst gen Popgefilde abgewandert sind, kann sich einer noch nicht so ganz von HipHop trennen. Auch wegen seiner DJ-Tätigkeiten wahrt Hausmarke alias Michi Beck engere Kontakte zur Szene als seine drei »Lauschgift« vertickenden Bandkollegen. So entsteht 1998 das Hausmarke-Soloalbum »Weltweit«, das er zusammen mit seinem späteren DJ-Partner Thomilla aufnimmt. Auf der für das Duo namensgebenden Single »Turntablerocker« beweist Max Herre sein Gespür für Hooks, während das Super-8-Video ein verruchtes Bild der beiden Star-DJs zwischen schnellem Hotelzimmersex und dem Sprint ans Abfluggate zeichnet.

 

Afrob feat. Wasi – Spektakulär Pt. 1 & 2 (1999)
Drogen, Waffen, Gewalt: vor der Jahrtausendwende nur selten Thema im deutschsprachigen HipHop. Noch seltener, dass der MC dabei seine eigenen Erfahrungen verarbeitete. Afrob gelang das auf seinem Debüt »Rolle mit HipHop« authentisch, ohne dass er fälschlicherweise in der Gangsta-Schublade landet, die es damals noch nicht gibt.

Freundeskreis feat. Afrob – Exklusivinterview (1999)
»Du schreibst Dreck über mich, wir schreiben Tracks über dich/Der Unterschied ist: Unsere Raps lügen nicht!« Robbe und Max hatten die Teeniepresse samt ihrer oberflächlichen Berichterstattung satt.

 

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