Gianni Suave – DMWTW Pt. 2 / »Butter kommt« (prod. by RIO) // JUICE Premiere

Wenn dieser Tage die Hauptdarsteller der hiesigen Rap-Welt ihre Spotify-Statistik zur Schau stellen, werden zwei Dinge schnell klar: Deutschrap ist so groß wie nie. Aber: Deutschrap ist auch so gleichförmig und profitorientiert wie nie. Mit profillosem Hit-Targeting und generischer Pop-Musik egalisiert sich das einst so innovative Genre gerade selbst – zumindest künstlerisch. Doch das erstarkende Gefühl der Übersättigung an Afrotrap-Imitaten und gewinnbringenden Zweck-Features scheint dazu zu führen, dass – zumindest szeneintern – gerade Künstler auf den Plan treten (und gehört werden), die es bewusst anders machen und deren Hauptmotivation keine primär ökonomische ist. Da wäre der rohe Real Rap der Argonautiks zu nennen, der Genre- und Grenzen-sprengende Sound des Bremer Kollektivs Erotik Toy Records oder der wuchtige Rap-Entwurf vom Mannheimer OG Keemo.

In dessen erweitertem Kreis bewegt sich auch Gianni Suave. Der Frankfurter tritt mit seinem vollästhetischen LoFi-Gerumpel in die lyrischen Fußstapfen der Frankfurter Schule und bewies auch schon mit seiner letzten JUICE Premiere »Liquids«, wie cool Boombap 2018 klingen kann. Mit der heutigen Premiere teast Gianni sein Debüt-Tape »Butter« an, das in genau einer Woche erscheint. Lines wie »Ich träume von ’ner Welt wo sich Mucke nicht verändert wegen Patte« unterstreichen nicht nur Giannis urauthentischen Approach, sondern sind auch keine Worthülsen: Vor gut zwei Jahren gewann der Frankfurter den Newcomer-Contest »RapTags«. Der Preis: Ein Plattenvertrag bei der Universal-Tochter Chapter ONE. Auf den verzichtete Gianni allerdings tatsächlich, um sein eigenes Ding hochzuziehen. ‚Nuff said. Mit »Butter« könnte Gianni Suave neben OG Keemo zu einem der Protagonisten werden, die den Gap zwischen Hypekids und Kulturwächtern schießen. Haltet die Aufgen offen.

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