FiNCH ASOZiAL – 601 // Video

Ja, genau genommen ist Finch Asozial in der Bundesrepublik Deutschland geboren – als er in Frankfurt an der Oder zur Welt kommt, ist die Mauer Geschichte und Kohl und Gorbatschow arbeiten an der Wiedervereinigung. Aber Ossi sein, das ist bei Finch Kopfsache. Und überhaupt: Der Eiserne Vorhang mag Anfang der Neunziger gefallen sein, doch die Ostmentalität, die existiert bis heute in weiten Teilen der ehemaligen DDR weiter. Seit fünf Jahren lebt Finch mittlerweile in Berlin-Lichtenberg – neben einem Studium kultiviert er dort zunehmend sein Image als asozialer Battlerap-Zoni. Eine vermeintlich plumpe Figur, die aber bei genauerem Hinsehen eine Vielzahl an Facetten zu bieten hat. Das lässt zunächst die Fans bei »Rap am Mittwoch« und dann auch die Industrie aufhorchen. Seit Juli dieses Jahres ist Finch beim Warner-Music-Ableger Walk This Way gesignt, dem neuen Imprint von Auf!Keinen!Fall!-Gründer Patrick Thiede. Der wiederum war vor seiner Zeit als Labelboss Teil des Ost-Rap-Duos Hammer & Zirkel – so schließt sich also der Kreis.

Ostalgie pur gibt’s auch auf Finch aktuellstem Erguss »601«: Der ganze Stolz der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau genießt tatsächlich bis heute Kultstatus. An unserer Berliner Redaktion knattern mehrmals im Monat Menschen aus aller Welt vorbei, die sich ganz originell zur Trabi-Tour durch die Hauptstadt angemeldet haben. Und Besitzer des ostdeutschen »Volkswagens« wissen bis heute, was sie an dem putzigen Mobil und seinem 601 Kubikzentimeter großen Zweizylinder-Zweitakter haben. Grund genug für Finch, die eigene Popelbremse zu bürsten und dem Trabi auf ganz eigene Art und Weise zu huldigen. Wohl bekomm’s!

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