Yung Hurn – Krocha Tape // Review

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(yunghurn.bandcamp.com)

Was will Yung Hurn eigentlich? Glaubt man dem kampflustigen Intro des »Krocha Tape«, ist das recht einfach. Seine Ruhe will er, Spaß haben und seine Musik so machen, wie ihm das taugt, mit der Crew, »Lugner und so«. Und Stoli und Kokain, ja, auch. Was darauf folgt, ist glücklicherweise nicht die strenge Eier-auf-den-Tisch-Abrechnung mit den Haters oder der Beweis, dass er auch anders kann als zuvor, ernster, sinnvoller gar. Die Kampfansage ist nicht, was Yung Hurn sagt, sondern wie unbeirrt er weiterspinnt, was ihn auf dem weiten, flachen Feld des Whatever-Rap so leuchten lässt. Über »Bam Oida« bis »HALLO HALLO HÜPFMANN« (Capslock-Swah) schlurft er eingangs mit mordsbreiter Delivery ein wenig durch stichwortartige Ansagen in Richtung Competition und Cops. »Opernsänger« eröffnet dann die bis zum Schluss dominante Riege gefühliger Cloud-Balladen, die sich meist zu gleichen Teilen an Shortys und Rauschmittel richten, weil sich die unerträgliche Leichtigkeit des Draufseins so am besten leben lässt. Songfolgen wie »Schöner Stein«, »Smoky Laut« und »Chill mit mein Bae« zeigen, wie wehmütig und, sagen wir’s doch: zärtlich dieser Swag-Wahnsinn sein kann, sind in ihrem formlosen Freestyle-Ethos aber zugleich mehr HipHop als die ganzen Throwback-Retromanen da draußen. Yung Hurn fährt ein­sam und todessehnsüchtig im Ferrari durch die Nacht, weint salzige Tränen in seine Pommes, und es gibt kaum etwas Besseres, als ihm dabei zuzuhören. »Endlich wieder guter Wiener Rap«? Fix Oida.

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