Wie Alphamob sich sein kleines Phonk-Imperium aufbaute // Feature

Beats mit Memphis-Einfluss aus Deutschland? Alphamob ist einer der Go-to-Guys. Morgen erscheint sein Tape »Swaffle Phonk 3«. Get familiar.

Steady grindin‘: Er half dabei mit, die Kassette in Deutschland wieder auf die Bildfläche zu bringen. Auf dem Trilogie-Abschluss »Swaffle Phonk 3« tut AlphaMob wieder das, was er am besten kann: Seine Phonk-Produktionen mit vokalen Gastbeiträgen unterschiedlichster Künstler in Einklang zu bringen.

AlphaMob ist schwer beschäftigt, als er Ende Juni im JUICE-Büro vorbeischaut. Im Gepäck
hat er die Masterkassette seines anstehenden Releases »Swaffle Phonk 3«, das am gleichen Tag noch zu Tape-Mogul Skinny Finsta nach Heidelberg geschickt wird – und am morgigen Freitag erscheint. Kurz nach dem Interview geht es zum Videodreh mit Vienna-Shootingstar KeKe, dann auch schon wieder zurück nach Hamburg. Weitere Arbeit und der Vollzeitjob als frisch gebackener Vater warten.

Safe to say: Der Mann hat einen Lauf. Nach dem AlphaMob zusammen mit seinem Bruder
lange Jahre das House-DJ-Duo Mafiosibros formte, diggte er sich in den Memphis-Sound
hinein. Euphorisiert von der Soundwelt, die sich für ihn auftat, kaufte er Tape um Tape und
begann selbst, die ersten eigenen Releases von Skinny Finsta und dessen DIY-Kopierstraße in Heidelberg produzieren zu lassen. Schon damals hatte er mit der Partyreihe »Night Of The Trill« mit seiner engen Vertrauten Phonkycool bereits die erste deutsche Party für Memphis-Sound erfolgreich ins Leben gerufen und in dem Rahmen Künstlern wie Caramelo und eben Skinny Finsta zu ihren ersten Auftritten verholfen.

Auf der »Swaffle Phonk«-Reihe vereint AlphaMob seit 2017 hochwertigste Phonk-Eigenproduktionen mit Gastbeiträgen von Künstlern wie Tightill, Donvtello oder Haiyti. Die jeweils 200 Kassetten der ersten beiden Ausgaben sind längst ausverkauft, nicht umsonst wird deshalb auch beim Abschluss der Trilogie auf das bewährte Prinzip gesetzt – und auf bewährte Produktionstechniken: »Ich habe viel auf dem Laptop vorproduziert und bin mit diesen Ideen ins Studio, wo wir schöne Synthies haben. Die Produktion besteht aus viel Analogem und Samples.«

Generell ist der Deutsch-Italiener ein Fan des Selbstgemachten. In seine Tape-Sammlung
schlichen sich bereits wieder die ersten Disketten ein: »Ich mag es einfach, Dinge zu machen und danach anfassen zu können. Ich mag das Kreieren.« Künstler aus dem Ausland wie der St. Petersburger Phonk-Lord Roland Jones ließen ihre Releases bereits über AlphaMobs Label Insalata di Nastro (zu Deutsch: Bandsalat) als Kassette in Deutschland vertreiben: »Es gibt einige Leute im Ausland, die checken, was hier in Deutschland mit Kassetten geht.« Mittlerweile würden in Sammlerforen bereits die ersten Stimmen laut, die hinter manchen Tape-Releases Geldgier des Künstlers vermuten: »Die Musik wird aber weder besser noch schlechter, wenn es von ihr zehn oder 10.000 Tapes gibt«, sagt AlphaMob. Sinken werden die Auflagen und Stückzahlen wohl vorerst nicht (checkt hier unser ausführliches Feature zur deutschen Tape-Szene).

Mittlerweile ging auch das eigene Label Alpheus Recs. an den Start, bei dem der Wahl-Hamburger für das Künstler-Signing, die eigenen Releases und der der weiteren Artists wie Master Niggel verantwortlich ist. Langweilig wird AlphaMob also auch weiterhin nicht.

Text: Louis Richter
Fotos: Pelle Buys

Dieser Text ist Teil von JUICE #194 – ab jetzt überall erhältlich und versandkostenfrei im Onlineshop bestellbar.

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