Wer zuletzt lacht: Shindy macht auf »Road2Goat« seinem Ärger Luft // Video

Shindy macht den Weg frei: Die zweite Single aus »Drama« ist in der Nacht zum Freitag erschienen.

Wie wird man eigentlich zum »G.O.A.T«? Im Falle von Shindy durch die pure Behauptung, es zu sein – schon auf »Brot brechen« vor etwa drei Jahren war das die Herangehensweise des schwäbischen Griechen. Allerdings dürfte sich nach drei Soloalben und einer Kollabo-LP mit seinem ehemaligen Partner Bushido auch kaum mehr ein Gegenteil beweisen lassen. Sämtliche Alben stiegen auf Platz eins der Albumcharts ein und wurden teilweise mit Gold veredelt. Goater geht es also kaum. Manchmal braucht man aber auch nur einen souligen Sample-Banger aus den Musikmaschinen von OZ und Nico Chiara (sowie ein bisschen unfreiwilliger Beihilfe von Whitney Houston) – fertig ist die Straße zum Ziegenbock.

Allerdings ist »Road2Goat« keine pure Selbstbeweihräucherung. Schon die Lauflänge des Songs wirkt im Streaming-Zeitalter mit mehr als viereinhalb Minuten anachronistisch. Aber es ist eben auch viel passiert während der letzten Jahre. Nach zweijähriger Funkstille hat sich bei Shindy allerlei angestaut. Von »absolutem Psychoterror« hatte er in einem Interview mit dem Lifestyle-Magazin »BOA« bereits im vergangenen November gesprochen. Nun gewährt er weitere Einblicke: »Als die beiden mit dem Streit in jeder Zeitung sind/Kämpfen sie ums Recht auf Shindy, als wär‘ ich ein Scheidungskind«, rappt er im Bezug auf das Zerwürfnis von Bushido in dessen ehemaligem Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker. Im weiteren Verlauf des als One-Take eingerappten Songs, der ohne Hook auskommt, droppt er Hinweise darauf, dass er um höhere Geldsummen und die von seinem Vater geerbte Luxusuhr bestohlen worden sei. Auch auf das Gerücht eines Überfalls auf seine Person in Bietigheim-Bissingen spielt er mit der Zeile »Plötzlich reichen die Probleme bis nach Bietigheim/Bis vor die Haustür, ich muss nicht weiter ausführen« an. Der Song beleuchtet jedoch auch die positiven Aspekte des Weggangs von Ersguterjunge: Der Aufbau eines eigenen Studios in seiner Heimatstadt sowie die Tatsache, dass alte Rap-Konkurrenten heute nur noch langweiligen Beamtenjobs nachgehen, werden erwähnt. Inwiefern »Road2Goat« eine Zäsur ist und ob auf »Drama« vielleicht doch noch mehr schmutzige Wäsche gewaschen wird, wissen wir am 10. Mai.

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