Maeckes – Zwei // Review

Maeckes-zwei-Cover

(Chimperator/Groove Attack)

Wertung: Vier Kronen

Natürlich nimmt Orsonsviertel, Gitarrenkonzertspieler und Studentinnenschwarm Maeckes nicht einfach eine Platte auf und bringt sie raus. Gut, eigentlich schon. »Zwei« wird es nämlich als Download und exakt 2.222 mal als Tonträger geben. Aber wie man schon an den wieder einmal sehr speziellen Veröffentlichungsumständen erkennen kann, soll das alles nicht so passieren, wie man es erwarten würde. Was auch bestens zu dem passt, was da veröffentlicht wird. »Zwei« steht natürlich in einer Reihe mit »Eins« und »Null«, und wer anno dazumal schon nicht so ganz überrissen hat, was genau zwischen Remix, Skizze, Neubearbeitung o.Ä. hier Phase ist, der darf sich auch diesmal zu Recherchezwecken gern quer durch den einschlägigen Teil von Maeckes Diskografie skippen. Das »Wasserglas« jedenfalls wurde im Verlauf von »Null« zu »Zwei« zunächst ein Remix, dann ein »Whiskeyglas«, »Kürzester Weg zum Glück« stimmt nicht mehr, »Längster Weg zum Glück« ist jetzt das Ding. Maeckes muss nicht mehr »Gehen«, sondern will »Bleiben«. »Fräulein Bird« ist nicht mehr die Angebetete, sondern manifestiert sich nun als offensiv paarungswilliges Groupie. Und »Spül3Mal« reicht nicht mehr: »Spül4Mal«. Wo, wie und warum da genau rumgebastelt wurde, wo neue Gedankengänge einfließen, alte gelöscht oder fortgeführt werden, ob dahinter eine Methode steckt und ob das Weglassen der Aufzählstrophen auf der trappigen Reduktion von »Alle mich mögen« nun die Botschaft verwässert oder unterstreicht, das kann der Die-Hard-Fan gern für sich selber rausfinden. Jemandem, der unvorbereitet auf »Zwei« trifft, dürfte die Kontexthuberei ohnehin einerlei sein, denn als Platte funktioniert das Ganze auch ohne ganz wunderbar: Maeckes zieht über tendenziell sperrige Musik kluge Dinge an den Haaren herbei, assoziiert sich durch Gefühle und Beobachtungen, denkt hier mal zwei Schritte weiter, dort mit Absicht nicht zu Ende, formuliert ekelhaft zart und wunderschön ruppig und tut auch sonst all das, weswegen ihn Frauen und andere gute Menschen mit Geschmack so gern mögen. Zwei Daumen hoch.

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