MC Smook: »Ich werde den Unwissenden ein wenig HipHop-Knowledge beibringen« // Interview

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MC Smook, der hier schon als »Sonderling der Szene« beschrieben wurde, macht vor allem die spannendsten Moves der Szene. Sein aktuelles Tape »Better Call Smook« ist eine, wie er es nennt, Musikserie, bei der aller zwei Tage ein frischer Track releast wird. Nachdem Smook in den letzten Jahren mit aberwitzigen Promo-Stunts und klaren Ansagen an rechte Politiker*innen auf sich aufmerksam gemacht hat, ist das aktuelle Release vor allem eins für begeisterte Musiknerds. Anspielungen und Referenzen, unter anderem auf Mike Jones, finden sich auf fast allen Tracks, die Smooks persönliche Geschichte in den Blick nehmen als knackige Storyteller mit Ohrwurm-Faktor umsetzen. Echte Liebhaber checken die Genius-Annotations, die MC Smook mit viel Liebe fürs Detail angelegt hat. Alles weitere zu Slippin’ Jimmy aka Saul Goodman, der Verflechtung von Basketball und HipHop, sowie ersten Mixtapes aus Schulzeiten gibt es im Interview zu lesen.

Der Name deines ersten Tracks besteht aus einer Handynummer. Ich hatte noch keine Zeit dafür, aber was würde passieren, wenn ich da anrufe?
Das war in der letztjährigen Kalender-Phase meine Hotline, wo man mich spätabends anrufen und den Kalender bestellen konnte. Ich wollte das gestern (das Interview fand bereits am 27.Oktober statt, Anm. d. Red.) mal ausprobieren und mein Anbieter hat die Nummer anscheinend gesperrt. Deshalb muss ich da noch anrufen und die ganz schnell entsperren, denn sonst kann es passieren, dass die Nummer weg ist. Wäre schon blöd, wenn der Track am Freitag rauskommt und dann keiner die Nummer anrufen kann. Ich werde das Handy auf jeden Fall bereit liegen haben und mal schauen, wer sich traut durchzurufen. Ansonsten ist es natürlich auch ein Mike Jones-Gimmick, das ich da ausspielen möchte. Er hat, glaube ich, früher tatsächlich diese Nummer aus seinem Song gehabt, zu Underground-Zeiten. Aber spätestens mit seinem Song war es dann auch nur ein Gimmick.

Bei ihm haben dann doch auch tausende Leute angerufen, da wäre es schon hart, wenn es die echte Nummer gewesen wäre.
Ich habe gelesen, dass er zu Untergrund-Zeiten wirklich häufig am Telefon war, da waren die Vertriebswege auch noch schwieriger. Da konnte man seine Hood-Tapes per Telefon bestellen, was ich sehr charmant finde. Ich habe das letztes Jahr sehr genossen, mit den Leuten zu sprechen. Wenn sonst viel im Internet stattfindet, hat man sie dort wenigstens in der Leitung. Da gings auch nicht nur um den Kalender, sondern generell viel über Musik und bestimmt 90 Prozent waren einfach sehr coole Gespräche. Ab und zu war es auch mal cringe oder es gab einen Scherzanruf, aber das war schon sehr selten.

Das ist Fankontakt auf eine ganz andere Art und Weise. Dafür muss man auch genau die richtige Größe haben, damit man nicht von zu vielen Calls genervt ist.
Klar, wenn ich viel größer wäre, würden wahrscheinlich Menschen aus allen möglichen Sparten der Gesellschaft anrufen, bestimmt auch irgendwelche Corona-Leugner. Aber in der kleinen Größe, die ich hab, kann ich das ganz gut tragen. Auch bei Instagram kann ich auf fast alle Sachen antworten.

Auf dem Album gibt es einige Stellen, die auf Mike Jones anspielen. Warum ist er dir so wichtig?
Klar, der Track mit der Telefonnummer ist ja quasi »Back Then« auf deutsch, als ganz klare Referenz. Ansonsten gibt es noch diese tief-gepitchten Hooks, die einen durch das Tape begleiten, auf »Erster« ist eher ein bisschen Memphis-Type und gar nicht so Houston. Bei »Zimtschnecken«, das ist ja eher so ein Kanye-esker Song, da kommt dann die Anspielung auf »Still Tippin‘« von Mike Jones, Slim Thug und Paul Wall. Saul Goodman wird ja in »Better Call Saul« auch Slippin’ Jimmy genannt, weil es sich da überall durchmogelt und rumtrickst. Da dachte ich, dass ich aus »Still Tippin’« eben »Still Slippin’« mache.

Hast du auch das Gefühl, dass du dich selber ein bisschen in dieses Rap-Game reingemogelt hast?
Ja musste ich, das erklär ich ja ein bisschen in der ersten Strophe, wo ich sage »Ah, ich war so privilegiert/ Der Weg war so geebnet, dass darum nichts mehr passiert«. Wenn ich zurückdenke, gab es halt niemanden, der auf dem Dorf ein Aufnhame-Möglichkeiten hatte. Es gab ein paar Freunde, die älter waren und ein bisschen mehr in der HipHop-Kultur drin waren, also gab es schon einen HipHop-Kosmos bei uns in der Ecke. Ich habe mich natürlich nicht reingemogelt, sondern eben mit Musik überzeugt, aber jeder versucht ja, irgendwie nach oben zu kommen. Das fing auf MySpace an, wo man versucht hat, Aufmerksamkeit zu bekommen. Und Saul Goodman macht es in der Serie auf jeden Fall sehr geschickt und auf eine charmante Art und Weise. Und ich gehe ja auch andere Wege, ich habe nicht diesen 08/15 Deutschrap-Karriereweg hingelegt. Ich hab mal mit Money Boy gearbeitet, aber mache jetzt auch Musik mit ganz anderen Leuten, fernab von diesem Kosmos, mache einen Erotik-Kalender, mache ernsthafte politische Songs. Es ist ein bisschen breiter gefächert, als bei anderen Leuten, die einen stringenten Weg gehen, was meist erfolgsversprechender ist. Also sehe ich da schon einige Parallelen zwischen Jimmy McGill und mir.

Du hast dich auf diesen verschiedenen Wegen ja auch krass weiterentwickelt. Gerade wenn man auf GloUpDineroGang-Zeiten zurückschaut, bleiben manche ja auch auf diesem Film hängen.
Diese Weiterentwicklung war immer mein Ziel beziehungsweise mein Credo, das ich mir selbst gesteckt habe. Ich hab‘ mich schon 2015 gelangweilt bei der GUDG. Ich hab allen gesagt, dass wir hart stagnieren. Ich hab vielleicht ein bisschen mehr probiert als andere, dafür wurden andere auch eher erfolgreich, weil sie ein Ding stringent verfolgt haben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das sind dann eben Hörer und Hörerinnen auch. Wenn du einen Sound hast, der funktioniert, ist es aus Erfolgssicht schon schlau, den weiterzuführen.

Aber mit Musik angefangen hast du eh schon in der Schule, richtig?
Ja im Song »Kleinkrieg« erzähl ich aus der Schulbuszeit, wo mich viele gehatet haben, weil ich halt der Rapper aus der Region war. In der vierten Klasse fing es mit Texten an, in der fünften Klasse habe ich dann den Mut gehabt, das auf CD zu brennen und ein Cover mit Word zu machen. Eigentlich genau das gleiche wie jetzt: Komplett DIY Musik raushauen und es Leuten auf interessanten Wegen schmackhaft machen, anstatt klassisch zum Label zu gehen und die machen zu lassen. So kann ich meine Kreativität mehr ausleben und so war es auch auf dem Schulhof. Klar, in der fünften Klasse fanden mich alle noch süß, auch wenn ich voll neben den Takt gerappt habe. Ich musste zuerst meine Vocals aufnehmen, ehe ich den Beat drunterlegen konnte. Es war wirklich absurd scheiße. Aber mit den Jahren bin ich drangeblieben, dann kam die Pubertät, die Texte wurden böse und ich wurde irgendwann gehatet, weil ich aller paar Monate mit einem neuen Mixtape um die Ecke gekommen bin. Das haben die nicht so gefühlt. Verständlich irgendwo, aber die hatten auch keinen Plan von HipHop. Woher auch? (hehe)

Du hast einen starken Basketball-Vibe auf dem Tape, der sich für mich nach einfacheren Zeiten anhört, in denen man nichts besseres zu tun hatte, als rauszugehen und zu zocken. Ist das auch jetzt noch ein Ausgleich?
Ich hab selber einen Basketballkorb in meinem Hof, ich gucke auch viel Basketball, nachts, wenn die NBA spielt. Für mich gehören HipHop und Basketball einfach zueinander, alleine schon der Takt, wenn der Ball auf den Boden aufschlägt und der Rhythmus im HipHop haben schon viele Gemeinsamkeiten, wie auch beide Kulturen. Das tragen ja sowohl die NBA-Spieler, als auch Raptracks, in denen viele NBA-Referenzen drin sind. Ich bin da als Kind reingewachsen und fand das schon cool. Für mich ist ein eigener Song auch gut, wenn ich ihn unten im Hof bei Basketball-Spielen auf der Bluetooth-Box teste und merke, dass es passt. Ich mache ja gar keine Basketball-Musik, da gibt es noch ganz andere Sachen, aber der Vibe muss sich für mich richtig anfühlen. Andere hören ihr Musik im Auto, wenn sie durch die Stadt fahren, ich teste sie beim Basketball.

Sehr real. Ich habe das Gefühl, dass diese Verflechtung hierzulande gar nicht so stark ist, auch wenn es einige Ausnahmen gibt. Moneyboy ist auf jeden Fall eine davon.
Mit Money Boy war es immer krass, er hat ein übelstes Knowledge. Erstens über Rap und zweitens über Basketball, da sind wir schon sehr gleich. Das hat echt gepasst.

Hat dich der Tod von Kobe Bryant mitgenommen? Wenn du schon früher NBA geguckt hast, war er ja bestimmt präsent.
Als ich angefangen habe Basketball zu spielen, ungefähr mit zehn Jahren, gab es die Lakers mit Kobe Bryant und Shaquille O’Neal. Da war Kobe Bryant auch irgendwie mein Lieblingsspieler, ich habe direkt ein Trikot von ihm bekommen und ihn dann auch häufig auf der Konsole gespielt. Ganz selten, so einmal die Woche, gab es auf DSF die Sendung »Inside NBA«, da sah man dann auch mal fünf Minuten Kobe Bryant. Ich dachte mir nur, dass es der geilste und coolste Spieler ist, wie das halt bei Kindern so ist. Heutzutage feiern sie halt LeBron James. Aber zum Tod: Ich kenne ihn natürlich nicht persönlich. Natürlich tut mir diese Tragödie leid, so wie mir auch andere Tragödien leid tun, so wie mich auch der Krieg seitens Aserbaidschan gegen Bergkarabach stark bewegt oder andere Konfliktherde auf der Welt, die genauso schlimm sind, wie der tragische Tod von Kobe, seiner Tochter und den sieben weiteren Insassen, die fast immer vergessen werden. Ich bin niemand, der dann richtig down war nach der Sache, aber es hat mich nichtsdestotrotz dazu bewegt, die eigene Basketballgeschichte zu schreiben und ihn dort als Kindheitsidol zu benennen. Selbst in der Mottowoche während des Abiturs sollten wir als Kindheitsidol kommen und ich bin dort als Kobe gegangen.

Hast du dich eigentlich geärgert, dass die EM dieses Jahr ausgefallen ist und du gar nicht als MC Fußball auftreten konntest.
Ich war eigentlich ganz froh, dass ich mich auf das »Better Call Smook«-Tape konzentrieren konnte, dazu kam ja auch noch die »Zeitgeist«-Ep mit Juicy Gay. Klar MC Fußball hol ich gerne raus, aber jetzt habe ich genug zu tun. Vom Mixtape kommt jetzt aller zwei Tage ein neuer Song raus, dann steht auch noch der Erotik-Kalender an, dieses mal mit 12 Special Guests. Dann ist das Jahr zu Ende und Output-mäßig ist es wieder wie in der fünften Klasse.

Das Tape ist schon eine Art Playlist-Album oder? Um es besser auf Spotify auszurichten?
Gar nicht mal wegen dem tollen Monopol Spotify, da bringt eher alle zwei Wochen eine Veröffentlichung etwas. Ich habe vor allem Lust, jedem einzelnen Song und auch der HipHop-Kultur den gebührenden Respekt zu erweisen, denn in jedem Track sind viele Referenzen, auf die ich dann auch in Postings auf Instagram eingehen werde. Damit will ich die amerikanische Kultur ein bisschen zurückbringen, weil ich finde, dass sie im Deutschrap aktuell auch ein bisschen untergeht. Einerseits ist eine Emanzipation davon wichtig, andererseits denke ich schon, dass es viele gibt, die einiges nicht auf dem Schirm haben. Ich habe einfach Lust, zwei Wochen lang Saul zu sein, Better Call Smook zu sein. Ich werde gleich das Cover posten, wo ich schön im Anzug zu sehen bin, es sind ein paar coole Sachen geplant. Ich nenne es »Musikserie« und hoffe, man kann es den Leuten ein bisschen schmackhaft machen, nicht nur Singles zu hören, sondern sich ein ganzes Projekt, aller zwei Tage aktualisiert, anzuhören. Aber klar, es ist ein Playlist-Projekt und nicht neu erfunden.

Es probieren sich aktuell ja viele Künstler*innen aus, um Wege zu finden, wie ihre Musik funktioniert.
Ich denke immer noch in Alben. Das beste, was ein Musiker machen kann, ist ein starkes Album zu machen. Das habe ich auch probiert, nur bröckele ich es in zwei Wochen auf, und was sind schon zwei Wochen? Für mich ist es ein Experiment und ich habe gar keine große Erwartungshaltung, Hauptsache ich habe Spaß daran. Mal gucken, wer dabei bleibt bis Track 7. Nummer 8 ist der »Zucchini & Auberginen«-Song, quasi das Outro, der schon veröffentlicht wurde.

Taby Pilgrim hat dich im Kochduell zu »Zucchini & Auberginen« schon ein bisschen beschissen, indem sie sich einfach Food liefern lassen hat.
Ich wusste beim Dreh ehrlich gesagt gar nicht, dass die diesen Move geplant hatten. Das war wirklich ein Duell, viele Szenen, die man dort sieht, kamen einfach so und wir haben halt draufgehalten. Es war schon ein feiger Move, sie ist auch New Wave, da merkt man, dass noch mehr geslippt wird. Da kann ich gar nicht mithalten. Aber ich würde sagen, es war ein faires Unentschieden, so wie es sein soll.

Die Zucchini und Auberginen, die ihr da in die Pfanne haut, stehen ja sinnbildlich für die schlechten Ereignisse, die man überwindet bzw. verändert und neu ausrichtet. Ist das von den Hörer*innen gefordert, sich die Message aus den Lyrics selber zu erarbeiten?
Ja voll. Ich hab keine Lust, etwas offensichtliches zu machen. Natürlich gibt es auch mal Lyrics und Themen, die man schneller versteht. »Zucchini & Auberginen« ist schon hittig gemacht, aber auf der anderen Seite zu Null Prozent ein Hit, weil wir mit Sprichworten um uns Werfen und hier und da Referenzen einbauen. Die Zucchini und Auberginen, das hast du schon ganz gut interpretiert, stehen für die Vergangenheit. »Schneid’ die Vergangenheit in Stücke und Scheiben/ Bin bereit Verrücktes zu treiben.« Das passt in die Musikserie, weil ich viel von meiner Vergangenheit spreche und dieser Song die Zukunft ist. Der Song ist so gemeint, dass man vom alten weg in die Zukunft schreitet. Klar, ans Radio haben wir es natürlich so gepitcht, dass nach der Corona-Zeit wieder alles gut wird. Das kann man biegen und brechen wie man möchte. Ich persönlich habe den Beat gehört und mich fast schon wieder geärgert, weil ich so einen scheiß Ohrwurm für mich selbst generiert hatte.

Die Melodie bleibt total hängen.
Ich habe mich selber erst weggecringet, weil ich letztes Jahr schon »Wasser ohne Sprudel« hatte und dachte, dass es jetzt auch reicht. Dann habe ich aber auch das Veränderung-Video gemacht, wo ich mir selbst eingestehen musste, dass ich echt seit ein paar Jahren so Jingle-Musik auf coole Beats mache. Aber dann denk ich mir auch »Ok, es ist ein sehr hörbarer Song, Taby Pilgrim ist übertalentiert krass, dann ist es für mich eine Single im klassischen Sinne.«

Der macht den Bogen auch ganz gut von den alten Stories Richtung kommender Action. So ein richtiger Throwback ist aber auch der Song »Flieder«, wo du als Flower Boy MC Smook agierst.
Ich hatte Bock, wieder ein bisschen Geschichten zu erzählen. Ich vermisse es in der Musik, besonders in der deutschsprachigen, mal so eine Geschichte zu hören, ohne dass es fünf Minuten mit fünf Strophen sind. Sondern einfach etwas auf ganz einfache Easy-Listening-Weise zu erzählen. Bei »Flieder« war es glaube ich so gegen 2008, da stand ich auf eine und habe mich nicht getraut sie anzusprechen. Aber ich wusste, dass sie voll auf Blumen steht. Stell es dir idyllisch, dörflich vor, wo jeder einen Garten mit den schönsten Blumen hat. Sommer, August, alles blüht wunderbar. Und dann wollte ich mich mitmessen und sie irgendwie erobern und habe versucht, die besten Blumen rauszureißen, alle haben da mitgemacht. Real Story. Referenztrack ist »Bonita Applebum« von A Tribe Called Quest und dieses Telefonat von »You Don’t Know My Name« von Alicia Keys. Wenn es schon »Better Call Smook« heißt, sollte auch ein Telefonat rein, da nehme ich natürlich das berühmteste Telefonat, dass es gibt, das wurde sogar im Radio ausgespielt. Da war Corona-Phase und ich hatte Lust tiefer zu diggen, als ich es davor zeitlich überhaupt konnte.

Diese knackigen und nicht langatmigen Storyteller sind schon eher selten.
Es ist ein bisschen schade, was der Marktführer Spotify pusht. Jeder denkt darüber nach, weil die Playlist »Deutschrap Brandneu« dir einfach algorithmisch mega viel bringt, Songs mit einer catchy Hook und einer Strophe zu machen. Ich kann mich da auch nicht komplett rausnehmen, marktorientiert zu denken, man passt sich dem an. Das wollte ich mit diesem Tape unbedingt verhindern. Bei »Kleinkrieg« erschrecke ich mich ja auch in der dritten Strophe und denke so »Was? Dritter Part?« Komplett unüblich, auch für mich, einen dritten Part zu schreiben.

Dieser Gedanke, dass man ganz nach oben will, beherrscht das Rapgame auch in dieser Hinsicht.
So fängt mein Tape ja auch an. Diese Mike Jones-mäßige »Damals wollte mich keiner, jetzt bin heiß und alle wollen mich.« From nothing to something ist auch bei mir die persönliche Entwicklung gewesen, wo ich gemerkt habe, dass Erfolg sehr subjektiv ist. Ahzumjot hat auch neulich einen Tweet rausgehauen, wo er geschrieben hat, dass es zufrieden damit sein kann, wo er ist, weil viele andere eben nicht da sind. Allein das Vergleichen macht gar keinen Sinn. Wenn man Blut geleckt hat, wie ich es auch getan habe, und dann nicht dieser überkrasse Knall wie bei anderen kommt, denkt man sich auch »Fuck, warum nicht ich?« Das ist einfach nur krankhaft. Unsere Lebenszeit ist viel zu begrenzt, um sich mit so einer Scheiße zu beschäftigen. Diese kranke Gier nach schnellem Erfolg ist crazy. Dann doch lieber zehn Jahre Underground-Hustle. Dann lieber wie Audio88 und Yassin es auf viel ehrlicherem Wege schaffen, dann kommt auch alles viel cooler, der Erfolg ist organischer, die Fans sind nicer.

Klar, und Ahzumjot hat ja auch eine aktive und treue Fanbase, die seinen, gerade in diesem Jahr sehr kreativen, Output begleitet.
Das Standing, was er hat, wäre für mich ein Traum. Es kommt immer darauf an, was man will. Wie ich in der Hook von Gier schon sage: »Jeder will nach oben, aber wenn jeder oben ist, ist jeder unten und will wieder hoch.« Hättest du mir vor 7-8 Jahren erzählt, dass ich in der JUICE stattfinde, Auftritte habe und mehr oder weniger davon leben kann, zumindest reicht es für den Studenten-Lifestyle, dann muss ich mir selber sagen, dass das schon gut ist. Das muss man sich vor Augen halten, wie privilegiert es ist, wenn man Kunst machen darf und man dann auch noch mit Leuten in Interviews darüber spricht, was ich hier in meinem kleinen Zimmer zusammengeschustert habe. Das ist ein Blessing.

Dann wünsche ich natürlich viel Erfolg mit dem Release, ich werde dranbleiben und die Promophase aktiv verfolgen.
Danke! Ich poste gleich das Cover und Freitag geht’s los. Das wird Spaß machen, ganz easy. Ich werde den Unwissenden ein wenig HipHop-Knowledge beibringen, das ist mein Auftrag. Das HipHop-Archiv auf Twitter hat mich auch dazu animiert.

Da kriegt man echt immer neue Anreize, weil der Content aus so unterschiedlichen Zeiten kommt.
Mal irgendwann vom letzten Jahr, wo man sich noch erinnern kann, dann wieder was von 1988, wo Torch auf irgendeiner Jam war. Das ist schon cool, das hat mich mega angefixt. Deshalb ist dieses Tape so entstanden, für ein bisschen Knowledge. Wir stehen hier ein für HipHop.

Für die Kultur.
Ja man, auf jeden.

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