Rest easy, Mamba: Kobe Bryants Spuren im HipHop // Nachruf

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Foto: Alexandra Walt/Flickr

Am späten Sonntagabend deutscher Zeit verstarb Kobe Bryant im Alter von nur 41-Jahren bei einem Helikopterabsturz vor den Toren von Los Angeles. Jener Stadt, in der die »Black Mamba« zur Legende wurde. Auch seine 13-jährige Tochter Gianna kam ums Leben. Insgesamt starben neun Personen bei dem Unglück. Im HipHop hinterließ Kobe vielerlei Spuren. Ein Nachruf.

Kobe Bryant war mehr als ein Sportler, er wurde zu einem Phänomen. Der Philadelphia-Native erarbeitete sich im wahrsten Sinne des Wortes den Ruf, den Erfolg mehr zu wollen als jeder andere. Kobes legendäre Arbeitseinstellung und der Wille, für das Gewinnen alles zu tun und NBA-Championships alles andere unterzuordnen, mündeten in dem Mythos der »Mamba Mentality«. 20 Jahre lang spielte er für die Los Angeles Lakers, nie für ein anderes Team. Er gewann nicht nur fünf Championships, wurde 18 Mal zum NBA-All-Star gewählt und erzielte die viertmeisten Punkte aller Zeiten, er erschuf vor allem eine Lebenseinstellung, die auf Menschen aller Branchen und aller Tätigkeiten abfärbte. Nach der Basketball-Karriere begann Kobe sein nächstes Kapitel als Autor. 2018 gewann er einen Oscar für seinen Animationskurzfilm »Dear Basketball«.

Seine Jagd nach dem Perfekten, der Wille, immer so gut zu sein wie es nur geht, wurde für unzählige Menschen zur Inspiration, für viele von ihnen zum Lebensmotto. Kobe war größer als Basketball, größer als Sport – aller Streitigkeiten um seine Person zum Trotz. Er nahm es in Kauf, Beziehungen mit Mitspielern in die Brüche gehen zu lassen, wenn es für ihn das Richtige auf dem Weg zum Erfolg war. Er nahm es in Kauf, von Teilen der Medien kritisch beäugt und abertausenden Fans gehasst zu werden für sein Spiel, das sich immer wieder der Kritik der nicht vorhandenen Mannschaftsdienlichkeit aussetzen musste. 2004 erhob eine 19-Jährige Frau aus Colorado Vergewaltigungsvorwürfe gegen Kobe. Der Prozess wurde eingestellt, nachdem sie nach Monaten der Verhandlungen nicht mehr an den Gerichtsterminen teilnehmen wollte, nicht weil ihr kein Glauben geschenkt wurde: »Sie ist eine extrem glaubwürdige junge Frau«, sagte Staatsanwalt Marl Hurlbert 2004.

Kobe und HipHop

Kobes Vermächtnis, seine Erfolge und seine Einstellung zu seiner Berufung referenzierten auch Rapper immer wieder in ihren Songs. Jay Rock fasste das auf seinem »Numbers on the Board Freestyle« perfekt zusammen: »Kobe Bryant mind state I’m shootin til I’m accurate«. Lil Wayne benannte 2009 einen Track nach ihm und rappte: »Kobe doin’ work, 2-4 on my shirt/ He the greatest on the court and I’m the greatest on the verse«.

Kendrick Lamar widmete Kobe zu dessem Karriereende ein Spoken-Word-Stück und reflektierte dessen Bedeutung für ihn und seine Heimatstadt Los Angeles: »Soon enough, he became our identity. If you wasn’t born and raised here or never lived here, you probably would never understand«, sagte Kendrick und stelte zum Ende klar: »Even your DNA is placed in these L.A. concretes, man. And nothing would ever replace that or erase that«. Beispiele aus dem US-Rap könnte man noch unzählige anbringen.

Kobe in Deutschland

Auch in Deutschland und im Deutsch-Rap speziell war und ist Kobe präsent. Zeilen wie »Ich bin am ballen so wie Kobe« von Shindy auf dem Track »Mama weiß auch« gibt es etliche. OG Keemo benannte auf seiner 2017er EP »Neptun« einen Track nach »Kobe«. »Geb’ mir mal den Joint und ich pass nie wie Kobe Bryant«, rappte Lance Butters auf »Wie gewohnt«, »Lebende Legende wie Kobe Bryant« unterstrich Bausa jüngst auf »Guadalajara« – eine Zeile, die tragischerweise keine Gültigkeit mehr besitzt.

Als Kobe selbst ans Mic steppte

Der große HipHop-Fan der er war, probierte sich Kobe Anfang der 2000er selbst als Rapper – und scheiterte dabei untypischerweise krachend. Mit einem Sony-Deal im Rücken droppte Kobe im Jahr 2000 die Videosingle »K.O.B.E« mit Tyra Banks. Das dazugehörige Album erschien nie, es fiel beim Label durch die Qualitätskontrolle.

Vom Sänger Brian McKnight wurde er einst für dessen Track »Hold me« gefeatured, außerdem findet sich noch der Remix zu Destiny’s Child »Say My Name« im WWW.

Gedenken bei den Grammys

Am Todestag von Kobe Bryant fand am gleichen Abend in Los Angeles die Verleihung der Grammys statt. Und das im Staples Center, der Heimat der Los Angeles Lakers, wo Kobe Bryant 20 Jahre lang spielte, Titel gewann, den Toronto Raptors 81 Punkte in einem Spiel einschenkte und zur Legende wurde. Alicia Keys, die den Abend moderierte, eröffnete die Veranstaltung mit einem Gedenken an ihn.

Später performte sie zusammen mit Boyz II Men noch ein Tribut.

Lizzo eröffnete den Performance-Teil des Abends ebenfalls im Gedenken an Kobe.

Wie generationenübergreifend Kobe Bryant Menschen prägte und inspirierte, zeigen auch die Performances von RUN DMC und Lil Nas X. Zwei Zeitalter des HipHop, zwei Generationen. Beide Acts zollten Kobe in ihren Performances Tribut.

Weitere Reaktionen aus der Rap-Welt

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Can’t be tru dam bru

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RIP Black Mamba

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Rest easy, Mamba.

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