Kings Of HipHop: Drake // Feature

Also alles vom Tisch? Wie auch immer. Drake hatte schon längst den nächsten www-sprengenden Move in petto. »What A Time To Be Alive« vereinte mit Future und Drake die beiden Männer des Jahres. Von außen erinnerte das Tape an Kanyes und Jay Zs »Watch The Throne«, tatsächlich war es aber weit weniger ambitioniert. Future und Drake nahmen die Songs in nur sechs Tagen auf – und zwar in Atlanta. Das hört man, denn der sich ohnehin gerade im Ignan’t-Modus wohlfühlende Drake ließ sich einfach von Futures drogengetriebenen Stripclub-Obsessionen mitreißen. Ob er diese Prollo-Schiene auf »Views From The 6« weiter begehen wird? Der erste Vorgeschmack »Summer Sixteen« zeigt jedenfalls einen Drake mit geladener Wumme, gerichtet auf Meek Mill und andere Widersacher. Ansonsten weiß man bisher: Das Album wird im April kommen und soll angesichts Drakes neuem Faible für Dancehall-Acts wie Popcaan heller als die vorherigen Platten klingen. Vermutlich ist aber längst alles geklärt, wenn dieser Text bereits gedruckt ist. Der Trost für die Unvollständigkeit von Drakes Geschichte: Sie ist ohnehin nicht fertiggeschrieben. Noch längst nicht. Aubrey Drake Graham hat mit seinen 29 Lebensjahren bereits das HipHop-Männerbild erneuert, Kanada auf die Karte gebracht und Chart­rekorde geknackt – aber sein definitiver Einfluss wird erst noch zu messen sein. »Mir ist noch nicht klar, was ich dieser Generation bedeute«, sagte Drake einst Vibe, »bis zu dem Tag, an dem die Geschichte ein Ende nimmt.«

Text: Gordon Wüllner
Fotos: Jonathan Mannion/Dan Martensen

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