Greeny – Ich. Liebe. Geld. // Stream

Für die einen erfrischende Weiterentwicklung und Innovation, für die anderen das Todesurteil für ihre geliebte Kultur – und für wieder andere der erstmalige Zugang zu HipHop: Wann ging das eigentlich alles los mit Trap in Deutschland? So ganz genau lässt sich das Aufbäumen der Welle, die wie ein Tsunami über den Status Quo von Rap hereinbrach und bis auf unverbesserliche HipHop-Heads alles und jeden mitnahm, nicht zurückdatieren. Die Wegbereiter für den Trap-Sound in den USA sind klar: Gucci Mane, Young Jeezy, T.I. oder, wenn man noch ein paar Jahre zurückgeht, Downsouth-Legenden wie Three 6 Mafia oder UGK.

Wenn man in hiesigen Gefilden nach Gallionsfiguren des Jetzt-Sounds Ausschau hält, stößt man recht schnell auf Greeny fka Greeny Tortellini. Auch wenn ihn heutige Hype-Kids primär mit seiner extrem erfolgreichen Party-Reihe Trap Or Die oder seiner Crew Broke Boys assoziieren, die u.a. Ufo361 mit unf*ckbaren Hits zum Rapstar machten – Greeny hatte auch als Rapper den Blick schon immer in die Zukunft gerichtet und konnte mit hölzernen Alman-Adaptionen der gängigen US-Trends nicht viel anfangen. Auf seinem 2015er Trap-Manifest »Man nennt mich Greeny Tortellini« klatschte er der damals noch Trap-scheuen Alman-Rap-Gemeinde erstmals bockelharte Trap-Banger ins Gesicht. Inzwischen ist auch sein Sound melodischer geworden, was mit »Nur mit dir« vor einigen Wochen schon der erste Vorbote der heute um 0 Uhr erschienenen EP verlauten ließ. Die EP folgt dem Rezept: zuckersüße Autotune-Schmonzetten, die mit hartem 808-Sound nicht mehr viel gemein haben. Auch wenn Greenys Releasestrategie als Rapper etwas unklar bleibt: Man muss ihm sein Hak geben, denn er hat die Tür für vieles aufgestoßen, was im deutschen Rap vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

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