Freddie Gibbs & Madlib – Shame

    »..Later on I can’t be the one to blame, baby, But for now take the walk of shame, baby…« Zu irgendeiner Wohnung. Klingelschild suchen. Fahrstuhl. An der Tür warten. Couchtisch. Smalltalk. Geld. Noch mehr Smalltalk, Blick aufs Handy, es klingelt an der Tür und dann endlich raus. Widerwärtig. Freddie Gibbs und Madlib bringen diesen unehrenhaften Weg zum Glück, mit all seinen komplexen Begleiterscheinungen endlich in visuell erfassbare Formen.

    Antesten auf dem Sofa, im Bad kurz die Haare richten und taumelnd zur Tür Hinausschweben. Gespielte Anteilnahme auf der Bettkante, das Klingeln des Handys läutet desinteressiert das Ende des Sprechzeit ein und im Flur kreuzt schon die nächste entwichene Säule den Pfad.

    Freddie und Madlib sind diejenigen, die mit ruhiger Hand an diesem Knotenpunkt der modernen Gesellschaft für Recht und Ordnung sorgen und mit »Terrorist«, »Shame« und zwei Interludes durch zeitfreie Zustände führen. Madlibs Beats und der Flow des MCs aus Gary, Indiana funktionieren auf der gemeinsamen »EP« so gut miteinander, dass es fast weh tut.

    Anschauliche Hood-Tales, Samples aus entfernten Umgebungen und Mädchen aus der Nachbarschaft. Ein Gentleman genießt und erzählt. Das Video von Jonah Schwartz hält es genauso, macht da weiter wo die Geschichte im blutrünstigen »Thuggin« aufhörte und ist mit adretten Chicks on Speed und Freddie als gutmütigen Pusher auf jeden Fall ein Highlight des Jahres (no XXYYXX).

    (nn)