»Kanye ist der Shit, aber wenn er diese komischen Sachen macht und dann behauptet, das sei innovativ und bahnbrechend, dann muss ich einfach lachen.« // Flying Lotus im Interview

 

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Die Geschichte vom zurückgezogenen Nerd, der eine Quantisierungs­intoleranz hat, auf dem Weg zur Schule monatelang »Donuts« hörte und in der Badewanne Dubstep-Bässe nachbaute, wurde schon zur Genüge erzählt. Doch wenn Steven Ellison aus Winnetka verlauten lässt, dass er ein neues Album veröffentlicht, verlieren jeder und seine Mutter immer noch die gechoppten Nerven. Bereits zu ­seinem zweiten Album »Los Angeles« zierte der Filmstudent und Großneffe der verstorbenen Jazz-Musikerin Alice Coltrane die Titelbilder von Musikmagazinen und galt gleichzeitig als Retter, Messias und Wegweiser ­einer neuen Beat-Generation. Flying Lotus hat das Spiel der versetzten Rhythmen weiterhin fest im Griff und ­etabliert sich »Cosmogramma« ganz nebenbei als großer Produzent und Songwriter. Die Ingredienzien: Das richtige ­Instrumental für Thom Yorke, krude Fusion Jazz-Bässe, ein waschechter House-Hit, Tischtennis-Sounds, aufwändige Streicher-Arrangements und natürlich jede Menge Bass.

 

Wie fühlt es sich an, eines der Prioritäten-Themen beim Elektronik-Vorreiter Warp zu sein?
Das ist schon ein ganz schöner Trip. Seit dem ­ersten Album ist viel geschehen. Ich hätte nicht ­gedacht, dass es sich so entwickeln würde. Glücklicherweise ist das alles nicht zu schnell passiert. Auch wenn Warp ein großes Label ist, bleibt es doch independent. Die Anzahl der Leute um mich herum ist überschaubar, und es ist sehr familiär, nur eben professioneller. But it’s definitely a mindfuck.

Du sagtest, dass du bei »Cosmogramma« zum ersten Mal ganz gezielt die Musik machen konntest, die du in deinem Kopf hast.

Ja, das ist schwer zu erklären. Ich denke halt viel über Musik nach und habe das auch schon immer getan. Ganz weit hinten, hinter all den Gedanken war schon immer der Wunsch, einmal ­richtige Streicher in meinen Songs zu verwenden. Um keine Energie zu verschwenden, beschäftigt man sich vorerst nicht näher damit, da einem die Mittel und Möglichkeiten zur Umsetzung fehlen. Ich meine nicht nur Geld, man braucht auch Musiker, die einen verstehen und mit denen man auf einer musikalischen Wellenlänge liegt. Ich bin nun glücklicherweise in der Lage, genaue Anweisungen zu geben oder vieles auch selbst zu spielen. Es hat mich einige Zeit gekostet, bis ich verstanden habe, dass man nicht einfach jemanden anrufen kann, der ­Gitarre spielt oder so. Man muss Menschen treffen und das alles ganz langsam aufbauen, damit alle an einem Strang ziehen. Das dauert eine Weile.

Wie hast du die Musiker ausgesucht?

Ganz einfach: ausprobiert. Wie gesagt, so etwas dauert. Man muss sich gegenseitig vertrauen. Die meisten habe ich durch Freunde kennen gelernt. Wenn mir jemand von einem Typen erzählt, der ein begnadeter Musiker sein soll, dann werde ich neugierig. Denn kein Musiker schlägt dir die Arbeit eines anderen vor, schon gar nicht, wenn er das gleiche Instrument beherrscht wie er. Bis ich meine komplette Crew gefunden habe, dauerte es eine Weile. Die meisten sind aus L.A. und der Umgebung. Thundercat spielt zum Beispiel Bass bei ­Suicidal Tendencies, aber auch in der Band von ­Erykah Badu und in einem Jazz-Projekt. Der Junge ist ­unglaublich und hat jedes Extrem drauf.

Hast du die meisten Songs schon vorproduziert oder ist vieles gemeinsam entstanden?
Es hält sich die Waage. Einige Entwürfe standen schon. Manchmal bekam ich aber auch Material von den Leuten und habe dann um das Gerüst herum weitergebaut. Oft waren wir auch zusammen im Studio, haben gejammt, dann bin ich zurück nach Hause und habe daran weitergearbeitet. Es hat sich sehr natürlich und gut angefühlt, so zu arbeiten.

Wie bist du bei den Jazz-Songs vorgegangen?
Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich schon lange darüber geredet habe und immer vorhatte, ein richtiges Jazz-Album aufzunehmen. Das war in dieser Form noch nicht möglich. Mittlerweile will ich gar kein reines Jazz-Album mehr einspielen. Das ist nicht mein Spiel und wäre einfach nicht richtig. Aber Jazz-Elemente nutzen und verarbeiten, das werde ich immer tun. Wenn ich mir heutigen Jazz anhöre, gefällt mir nur sehr wenig. Das klingt alles so sauber, die Musik wird stark bearbeitet und durch ProTools gejagt. Selbst die komprimierten Tracks sind extrem ausproduziert, und jeder Ton ist glasklar. Da alle Sounds so knackig klingen, kam ich auf die Idee, die Jazz-Parts so abgefuckt wie möglich aufzunehmen. Ein Take, ein Mic und weiter nichts.

Ein Take?
Ja, in einem Durchgang. Wie in einer Bar. Die Jazz-Tunes sind ohne Samples entstanden. Mein Cousin Ravi kam vorbei, wir haben uns hingesetzt, sind alles kurz durchgegangen und haben den Song am Stück eingespielt.

Was hält Ravi als gestandener Saxophon­spieler von deiner Musik?
(lacht) Er brauchte eine Weile, bis er das wirklich als Musik anerkannt hat. Bei Musikern wie ihm ist es so, dass sie nicht viel außer Jazz und Klassik ­hören, weil das schon so komplexe Genres sind. Die sitzen jahrelang am Schreibtisch, um ein einziges Lied zu analysieren. Bei mir dauerte es auch, das zu ­verstehen und damit umzugehen. Er hat angefangen, sich für elektronische und neue Musik zu interessieren, als er Squarepusher entdeckt hat. Der Sound hat ihn überrascht und seine Wahrnehmung dahingehend verändert, dass er jetzt den Begriff »Musik« benutzt, wenn er über solche Künstler redet. Aber er hat mich immer sehr unterstützt und mir zugehört. Er ist wie mein großer Bruder. Man muss auch verstehen, dass es für jemanden auf diesem Level extrem schwer ist, sich für eine Musikrichtung zu begeistern, die sehr oft gerade mal zwei Veränderungen pro Lied hat. Ravi ist auch eiskalt und sagt dir direkt ins Gesicht, was er von deinem Song hält. Deswegen bin ich für jedes kleinste Lob dankbar.

Welcher Track auf deinem Album würde deiner Tante gefallen?
»Drips«, denke ich. Den würde ich ihr vorspielen. Der Song ist sowohl von ihrer Persönlichkeit als auch von ihrer Musik beeinflusst. Ich habe versucht, jede Erinnerung, die ich an meine Tante habe, in diesem Song zu verarbeiten. Ihr Wesen, die Charakter­eigenschaften, die Art, wie sie die Streicher arrangiert hat. Ich hatte das Glück, mit Leuten zu arbeiten, die ohnehin mit ihrer Musik vertraut waren. Ich musste nicht viel erklären, da sie ohnehin alles von ihr kannten und mir sogar Songs nannten, die ich bis dahin nicht gehört hatte.

Deine Alben eignen sich ja zum Entspannen, auf der Bühne drehst du eher durch.
Wenn das Showchaos beginnt, kenne ich den ­Typen hinter den Maschinen nicht mehr. Der Typ ist irre, ich bin eigentlich viel relaxter. Aber was soll ich sagen? Ich liebe Musik. Ich glaube an das, was ich tue. Und das zeige ich dann auch. Ich glaube, dass die Leute das auch erwarten und sehen ­wollen. Wenn ich ausgehe, will ich nicht chillen, sondern verrückten Scheiß sehen und hören und Party ­machen. Ich versuche, alles zu geben und hoffe, dass es dem Publikum gefällt. Manchmal kann ich es gar nicht glauben, wenn mir Freunde Videos von meinen Shows zeigen und ich dann erst sehe, was ich da für Faxen mache. (lacht)

DJ Shadow sagte mal, dass ihm bei jedem Gig hunderte von Fehlern passieren, über die er sich jedes Mal aufregt, die ihn aber gleichzeitig  auch weiterbringen und inspirieren.
Auf jeden Fall. Ich liebe diese Fehler. Wenn das Set ohne Gefahren abläuft, macht es keinen Spaß, dann ist es für mich auch nicht interessant. Ich spiele ­jedes Mal ein anderes Programm. Das führt natürlich dazu, dass es an einem Abend vielleicht etwas besser gelingt, aber so werde ich nicht zu bequem. Ich glaube, ein großer Teil meiner Begeisterung beim Live-Spielen kommt daher, dass ich selbst nicht weiß, wo es gerade hingeht.

Viele hören in deinen Songs verschiedene Grooves und bewegen sich deswegen auch ganz unterschiedlich zu der Musik.
(lacht) Das ist mir auch schon aufgefallen. ­Neulich stand während eines Gigs ein Typ neben mir und hat getanzt. Dann kam er zu mir und meinte, ich würde mich im falschen Takt bewegen. Er hat mir dann vorgemacht, wie es seiner Meinung nach ­richtig sei. Da musste ich lachen und habe ihm ­gezeigt, wie ich den Takt fühle. So ging das hin und her. Ich weiß auch nicht, woher das kommt. Einige nicken halt nur mit dem Kopf, einige bewegen sich wie bei Drum & Bass-Partys, andere wie auf Dubstep oder Techno. Ich versuche, immer einen Rhythmus zu ­finden, den ich selbst nicht erwartet hätte. Es müssen Patterns auftauchen, die mich überraschen. Das muss nicht die ganze Zeit ­passieren – der ­richtige Moment ist das Wichtigste.

Wie kam es nach dem Remix zu der ­Zusammenarbeit mit Thom Yorke?
Ich hatte vorher in vielen Interviews über Radiohead gesprochen und darüber, dass ich mit Thom Yorke arbeiten möchte. Ich bekam dann eine Remix-­Anfrage, danach hörte ich allerdings erst mal nichts. Über eine Bekannte kam dann der Kontakt erneut zustande. Zwei Tage später hatte ich eine Nachricht von Thom, dass er gerne etwas auf meinen Song aufnehmen würde. Dann schickte er mir die Vocals und der Song war fertig. Leider konnten wir nicht zusammen ins Studio, aber ich werde in den Staaten für einige Tourdates als sein Support auftreten. Das wird die nächste Aufgabe sein, das Live-Set dafür zu erstellen.

Wie erklärst du dir, dass sich alle auf dich ­einigen können?
Das ist schwer zu sagen. Vielleicht gefällt es den Leuten, sich auf meine Ideen einzulassen. Ich weiß es wirklich nicht.

Du sprachst oft von einer »Bewegung« im Zusammenhang mit deiner Musik. Das Wort benutzen ja viele, aber in dem Fall scheinen sich wirklich alle Protagonisten zu kennen.
Das stimmt, das ist auch der Unterschied zu vielen anderen Musikrichtungen. Es begann ja weltweit. Viele haben durch MySpace direkt miteinander kommuniziert und sich ausgetauscht. Was sich hier entwickelt hat, ist unglaublich. Mit Hudson Mohawke bin ich auf einem Label und wir sind auch gut befreundet. Wenn wir uns sehen, sprechen wir allerdings kaum über Musik, sondern unterhalten uns eher über ganz alltägliche Dinge.

Derzeit gibt es sehr viele Produzenten, die sich auf deine Arbeit auf »1983« und ­»Los ­Angeles« beziehen. Hast du dich auf »Cosmogramma« deswegen vom reinen Beatbasteln ­wegbewegt?

Ich bin einfach gewachsen. Ich wollte nie einen zweiten Teil von »1983« oder »Los Angeles« machen. Ich habe versucht, so ehrlich wie möglich zu sein und auch auf meinen Katalog zu achten. Ich denke, dass viele nicht die Unsterblichkeit im Blick haben. Wenn du etwas veröffentlichst, bleibt es für immer. Denk daran, wenn du die Maxi rausbringst, die du gestern aufgenommen hast. Die Scheiße bleibt für immer da draußen, gerade in Zeiten des Internet. Deswegen will ich sichergehen, dass meine Arbeit das Universum so beeinflusst, wie ich es für richtig halte. Ich versuche, mich nicht zu wiederholen.

 

 

Machst du die Vocals bei »Satelllliiiiiteee«?
Ja. Aber das steht nirgends. Ich wollte nicht, dass ich in den Vocal Credits auftauche.

Also ist doch so etwas wie ein Rap-Part drauf.
(lacht) Ja, ich wollte etwas herumspielen. Das ist bis jetzt noch nicht vielen aufgefallen, mal schauen, wie lange es dabei bleibt.

Die Titel sind besonders gut gewählt. Was hat es mit dem »German Haircut« auf sich?
Ich bin mir jetzt gar nicht so sicher, ob ich das erklären soll, weil ich es immer viel besser finde, wenn so etwas unklar bleibt. Das gefällt mir auch bei den Titeln von Gemälden so sehr. Ich habe einen Freund aus Österreich, der auf dem Song die Drums spielt. Ich habe immer seinen deutschen Haarschnitt bewundert. Deutsche Haarschnitte sind extrem lustig, jedenfalls in der Musikszene. Sie sehen bei den weißen Kids so lustig aus, mit den ganz akkurat geschnittenen Scheiteln, auf die sie sehr penibel achten. Das hat mich die ganze Zeit so zum Lachen gebracht, dass ich den Song danach benennen musste.

Wie hast du an »Table Tennis« gearbeitet? ­Wurden die Ping-Pong-Geräusche zufällig ­aufgenommen?
Ich habe in einem Apartmenthaus gewohnt, wo es im unteren Bereich eine Tischtennisplatte gab. Ich war der schlechteste Spieler im ganzen Haus. Alle anderen Bewohner waren extrem gut, und nach einer Zeit hatte ich keine Lust mehr mitzuspielen, da ich andauernd verloren habe. Also hab ich mich an die Seite gesetzt, gechillt und auf die Geräusche des Spiels geachtet. Eines Tages holte ich meinen Field-Recorder raus und nahm ein Spiel auf. So entstanden wieder neue und ungeplante Patterns, die ich für mich bearbeiten konnte. Es ist also einfach passiert.

Wie läuft es mit deinem Label Brainfeeder?
Sehr gut. Wir sind jetzt seit zwei Jahren dabei und ich bin zufrieden, wie es sich entwickelt. Ich habe das Label gegründet, da ich viele Leute in meinem Freundeskreis habe, die sehr gute Musik produzieren. Wieso sollten sie versuchen, ihre Musik irgendwie an den Mann zu bringen, wenn wir das auch alleine können? Es ist unsere Musik, dann können wir sie auch selbst vertreiben. Lieber wir als jemand, der keine Ahnung vom dem hat, was wir tun und es am Ende am besten noch als seine eigene Musik ausgibt. Wir sind ein sehr kleines Team und ich finde, dass wir auf einem guten Wege sind, unseren eigenen Sound zu finden. Ich bin froh, dass viele Leute bereits denken, dass wir ein viel größeres Unternehmen sind, als es eigentlich der Fall ist. Es sind bloß mein Manager, drei weitere Mitarbeiter und ich. Wir haben gerade unseren Vertriebsdeal mit Ninja Tune ausgehandelt und werden nun auch physische Tonträger neben dem digitalen Output produzieren. Davor graut es mir zwar noch ein wenig, aber wir werden es tun, da es unser Traum ist. Jeder Musiker will irgendwann mal seine eigene LP in den Händen halten. Das ist etwas völlig anderes als ein digitaler File. Das Daedelus-Album kommt bald. Wir werden auch Jazz-Musik veröffentlichen.

Wo wird das alles hinführen?
Ich wünschte, dass ich das beantworten könnte. Aber ich kann es nur so sagen, wie ich es von meiner Position aus sehe. Es wird mehr Produzenten geben, die mit Musikern zusammenarbeiten und Instrumente lernen. Das ergibt mehr Möglichkeiten, sich von der Masse abzusetzen, denn viele haben sich auf die gleichen Schemata und Formeln festgelegt. Bald wird sich die Spreu vom Weizen trennen, da es einfach unüberschaubar wurde und keine wirkliche Weiterentwicklung zu erkennen war. Das reicht einfach nicht. Es wird noch mehr Fusionen geben, wobei die Basis und die Intention immer HipHop bleibt. Dort haben die meisten von uns ­ihren Ursprung, und es ist weiterhin die dynamischste Ausdrucksform. Das lässt sich nicht leugnen. Und dann wird die Verbindung von Musik und Visual Art immer wichtiger. In der Beziehung werde ich auch einiges tun und mit Grafikkünstlern Ideen austauschen. Außerdem wird weiter daran gearbeitet, neue Wege zu finden, um Musik an den Mann zu ­bringen. Obwohl ich selbst ein Label gegründet habe, bin ich der Meinung, dass das System der Plattenfirma ausgedient hat und eine Erneuerung braucht. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Musik zu veröffentlichen und die Leute davon zu überzeugen, dass sie es wert ist, dafür zu bezahlen. An diesen Ideen muss man arbeiten, das wird noch sehr spannend.

Hast du mit »Cosmogramma« auch versucht zu zeigen, welche Bandbreite du als ­Produzent drauf hast, um später andere Künstler zu ­produzieren?

Ein wenig. Ich würde sehr gerne als Produzent für andere arbeiten. Dann müssen allerdings mehrere Komponenten stimmen. Wen sollte ich produzieren?

Ich fände es spannend zu hören, was Jay-Z, Mos Def oder Lil Wayne auf deinen Beats ­machen würden.
Ich würde liebend gerne ein Lil Wayne-Album ­produzieren. Ich liebe die Art, wie er mit seinen ­Worten die abgefahrensten Bilder erzeugt. Das wäre der Hammer. Mal schauen, was sich ergibt. Einen Rapper auf dem von dir genannten Level zu produzieren, reizt mich fast mehr als ein Indie-Künstler – allein um zu zeigen, was möglich ist. Kanye ist der Shit, aber wenn er diese komischen Sachen macht und dann behauptet, das sei innovativ und bahnbrechend, dann muss ich einfach lachen. Eighties-Krempel auftauen kann jeder, das kann es doch nicht sein. Aber mit ihm würde ich gern arbeiten. Ich kann mir schon vorstellen, in den Mainstream einzutauchen, aber nur zu meinen Bedingungen. Gute Popmusik zu produzieren, ist keine schlechte Sache. Deswegen habe ich auch diese Wayne-­Remixe gemacht – vielleicht sind sie nicht sonderlich gut, aber sie lassen erahnen, was passieren könnte, wenn er in mein Studio kommt. Bis jetzt klingelt mein Telefon nicht. Es wäre mir auf jeden Fall lieber, wenn mein Name auf einer Platte stehen würde, die sich millionenfach verkauft, als der von jemand ­anderem, der meinen Stil bitet.

Im letzten Jahr war im Gespräch, dass du eine »DJ Kicks«-Compilation aufnehmen wirst.
Die kommt noch. Eigentlich war geplant, dass sie vor dem Album rauskommt, aber dann konnte ich mich nicht drauf konzentrieren, während ich an »Cosmogramma« gearbeitet habe. Nun kann ich mich wieder an die Compilation setzen. Es wird fast wie ein neues Album sein, die Hälfte der Tracks wird aus eigenem, exklusivem Material bestehen. Möglicherweise werde ich auch einige Tracks verwenden, die es nicht auf das Album geschafft haben. Eine Compilation erstellen ist eine schöne Aufgabe, die gut überlegt sein will. Ich werde mir viel Mühe ­geben, damit sie originell bleibt.

Gibt es aktuelle Produzenten und Bands, die dich überraschen?
Viele! Die neuen Tracks von Jaga Jazzist gefallen mir sehr. Dimlite schafft es immer wieder. Eine Band aus Norwegen namens Shining. Dann gibt es diese sehr interessante Band aus Frankreich, den Namen nenne ich aber nicht, weil sie noch keiner kennt und ich gerade versuche, sie zu signen. (lacht)

Text: Ndilyo Nimindé

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