Sam Gellaitry – Short Stories // EP

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Die voranschreitende Digitalisierung hat zweifelsohne Vorteile. Durch Ableton, Logic und Co. muss nicht mehr zwangsläufig das hart ersparte Geld aus dem nervigen Nebenjob im Café in das erste analoge Equipment investiert werden, um überhaupt Musik produzieren zu können. So reifen beinahe monatlich neue Talente irgendwo in unaufgeräumten Kinderzimmern heran, die sich altersbedingt noch nicht mal legal einen Schnaps kaufen dürfen. Großbritannien war dabei schon immer der Nährboden für Innovation. Vor allem im Beat- und Bassmusik-Sektor.
 
Sam Gellaitry ist eines dieser jungen Talente. Die neue EP des Schotten über Soulection lässt schwerlich vermuten, dass hinter den vielfältigen Produktionen tatsächlich ein gerade erst 18-Jähriger steckt. Die fünf Tracks auf »Short Stories« sind gespickt mit Referenzen an UK-Garage, HipHop, Neo-Soul und Trap. All das zusammengeworfen und es entstehen futuristische Instrumentalkonstrukte, die eine kindliche Verspieltheit genauso widerspiegeln wie die Liebe zum Detail. Pathetische Pads werden zum Beispiel auf »Temple« von einem auf den anderen Moment von einem Bassgewitter abgelöst. Genauso finden sich perkussive Passagen mit reduziertem Pianogeklimper nebst treibenden Hau-Drauf-Drums wieder. Die EP entpuppt sich als großartige Komposition irgendwo zwischen Hudson Mohawke und Fly Lo, schafft es aber gleichzeitig, eigenständig zu klingen. Sam Gellaitrys Zukunft als Produzent dürfte jedenfalls spannend bleiben. Vor allem, wenn man in Betracht zieht, dass Genre-Kollege und Future-Beats-Vordenker Kaytranada dieser Tage mit Rick Rubin abhängt.