Doe Diggla – C7 // JUICE Premiere

 
Wer sich länger als drei Minuten mit HipHop auseinandersetzt, der weiß: Der MC hat seinen Mitstreitern den Rang abgelaufen. Aber es gibt auch gegenläufige Entwicklungen, gegen die auch bei noch so ausgeprägtem Hang zur Selbstdarstellung deines Lieblings-Wortschmieds kein Kraut gewachsen ist. So haben sich Beatmaker in Deutschland über die Jahre zu einer autarken Szene zusammengeschlossen, die eigenständig auch ohne Hilfe von hampelnden Rapperhänden Alarm macht. MecsTreem und Doe Diggla gehören zu ihren stärksten Vertretern. Ersteren kennt man für seine Arbeiten für Morlockk Dilemma, Audio88&Yassin, Karate Andi, MC Bomber und den Plusmacher. Letzterer ist zwar kein gänzlich Unbekannter, jedoch fehlen in der Vita von Doe Diggla aktuell noch die klangvollen Namen – ganz autark ist man schließlich nicht. Co-Signs von etablierten Rap-Größen können für die Auftragslage jedes Knöpfchendrehers Wunder wirken.

Aber auch hier weiß man sich inzwischen selbst zu helfen: Diggla und MecsTreem fusionieren ihre Beatarchive zu »Hydrofunk«. Zwölf Produktionen zwischen knisterndem Bummtschack und tief-wabernden 808-Elementen vermengt man Anfang Februar zu einem Klang-Experiment, das wie das Gegenteil von Stangenware klingt. »Obwohl jeder komplett autark gearbeitet hat, klingt alles wie aus einem Guss«, resümiert >MecsTreem die über drei Jahre andauernde Arbeit der beiden Wahlberliner an »Hydrofunk«. »Einfach mal machen« lautete also die Devise, dementsprechend unterhaltsam ist auch die Erklärung zur heutigen JUICE Premiere »C7« von Doe Diggla: »C7 ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Schweizer Cannabissorte Cloud 7. Sie schmeckt wie diese Multivitaminbonbons oder Solero. Ich finde, das beschreibt den Tune auch sehr gut. Der Beat ist im Sommer 2014 unter Einfluss diverser C7-Sportzigaretten entstanden.« In diesem Sinne: Doobie anmachen, Play drücken, »Hydrofunk« erleben.

Foto: Jaylab Films