X-Mas-Wrap-Up: Die 10 besten Deutschrap-Songs der letzten Wochen // News

Zwischen den Jahren heißt es Prioritäten setzen: Wer in den letzten zwei Wochen vor lauter Vorweihnachtsstress, Holiday Blues und Neujahr-Kater keine Zeit mehr für eine digitale Deutschrap-Erkundungstour hatte, dem sei unsere heutige Zusammenfassung wärmstens ans Herz gelegt. Denn zwischen allem Raclette-Dunst, Feuerwerksmüll und Gesellschaftsspiel-Overkill kamen in den letzten 14 Tagen nicht nur Knaller, sondern auch Knaller-Videos raus. Zum Beispiel von Tua, der 2019 ein neues Album veröffentlichen will. Oder von K.I.Z., die ihr ikonisches »Neuruppin«-Video fortgesetzt haben. Oder aber Underground-Kings wie OG Keemo, die auch während der Feiertage bewiesen, was sich abseits der 187-Regentschaft und ihrem »HaifischNikez Allstars«-Track im deutschen HipHop gerade zusammenbrodelt. Bevor wir also in ein vielversprechendes 2019 starten und uns auf Alben von Dendemann, Yassin oder Döll freuen, schauen wir nochmals auf die Geschehnisse zwischen den Jahren zurück. Der Hustle kann nicht ausgeknockt werden – und die JUICE erst Recht nicht. Frohes Neues!

Binho – Odyssee

»Triff mich vor dem Mikrofon am Husteln wie ein Ticker« – Mit »Odyssee« beendete Bihno sein Playlist-Projekt »Berüchtigt bis ins Grab« vor rund zwei Wochen standesgemäß auf einem verschlissenen Sample-Bombast der Kollegen Funkvater Frank und ZNKMO, die sich auch um die restliche musikalische Architektur der EP kümmerten. Neben einem Gastpart von Kumpel OG Keemo bestritt der Mannheimer das Konzept um die sieben Todsünden im eindrucksvollen Alleingang mit tiefstimmlicher Strassenecke-Poesie und haufenweise Alphatier-Ansagen: » Asozial und zugedröhnt, gar nichts wird sich ändern/ solange ich nicht genug Geld hab, W*chser «. Geradeaus, eigenständig, dope.

Tua – Vater

Ausgerechnet am zweiten Weihnachtsfeiertag, also einer Zeit, in der ein Großteil der Republik sich gerade mit der Familie zusammenfindet, hat Tua den Song »Vater« veröffentlicht. Ausgerechnet deshalb, weil es in diesem hochemotionalen Porträt um die letzten Tage und Wochen seines Erzeugers geht, das Tua in Balance zwischen klinischer Nüchternheit und beklemmender Vorahnung nachzeichnet. Nach »Vorstadt« ist auch der zweite Vorbote zu seinem noch namenlosen Album, das am 22. März erscheinen soll, ein intimes Bekenntnis aus der eigenen Biografie. »Real« ist gar kein Ausdruck.

OG Keemo – Gargoyle

»Vor 1000 Jahren regierten Aberglaube und Schwerte. Die Welt die Zeiten waren finster und voller Schrecken und Furcht. Es war das Zeitalter der Gargoyles …« Wer seine Kindheit in den Neunzigern erlebte, dürfte spätestens jetzt dem Charme der TV-Nostalgie erliegen. So wohl auch OG Keemo, der pünktlich zu Weihnachten einen Dankeschön-Song namens »Gargoyle« veröffentlichte in Anlehnung an den Zeichentrick-Serien-Kult »Gargoyles«, in der es um nachtaktive Superhelden geht. Gewisse Paralleln zum Deutschrap-Hoffnungsträger und seiner EP »Skalp« sind hierbei sicher nicht ganz ungerechtfertigt.

187 Strassenbande – HaifischNikez Allstars

Der Nike Air Max Plus ist nicht bloß irgendein Schuh, er ist zum Symbol des Lifestyles der 187 Strassenbande geworden. Das merkt man schon daran, dass eigentlich keiner mehr weiß, wie die Sneaker aus dem Jahr 1998 im Original hießen und man sie nur noch beim Straßennamen »Haifischnikes« ruft. Zeitlos elegant, dynamisch und doch stets Verbunden mit der Straße – die Ähnlichkeiten mit dem Standing der Hamburger im Deutschrap-Zirkus 2019 sind nicht von der Hand zu weisen. Kein Wunder also, dass Gzuz, LX, Maxwell, Sa4 und Bonez MC den sportlichen Kicks nun ein Ständchen gesungen haben.

Rapkreation – Kleine Welt

Ein offenes Geheimnis: Berlin ist keine Stadt, sondern 20 Dörfer. Und seine Bewohner sind mindestens genauso eigenbrötlerisch wie der Dorfsheriff deines Heimatkaffs. Die Rapkreation hat entsprechend auf »Kleine Welt« ihrem Heimatbezirk ein musikalisches wie visuelles Denkmal gesetzt und lädt auf einem treibenden Trap-Gerät zum Kiezspaziergang durch Kreuzberg, vorbei an Gemüse-klauenden Omas, Gentrifierzungswahn und Kindheitserinnerungen. »Hier unten ist die Welt so klein/ Wir singen: Drei, Sechs, Eins«.

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