The Roots – How I Got Over // Review

 

The-Roots_How-I-Got-Over

 

(Def Jam/Universal)

Wertung: Viereinhalb Kronen

Ich finde es unheimlich. 17 Jahre nach dem Debüt immer noch die unangefochtene Speerspitze des Backpackertums, ein jederzeit abrufbares Live-Monster, der unbesiegbare Vorreiter von organischem TrueSchool-HipHop, verdiente Kritikerlieblinge mit jedem weiteren Album und trotzdem immer auf dem Boden der Tatsachen. Mit “How I Got Over” findet diese einmalige Erfolgsstory kein Ende. Waren die letzen zwei Longplayer etwas düsterer angelegt, so wird diesmal wieder auf relaxtere Klänge aus NeoSoul, Jazz und klassischem BoomBap gebaut. Ein weiterer Unterschied ist die Dichte an Feature-Gästen, wobei nicht nur artverwandte Musiker wie Blu und Phonte, sondern auch mit absoluter Treffsicherheit bestimmte Indie-Perlen zum Jam geladen werden. Die zierliche Harfenkönigin Joanna Newsom veredelt mit ihrer schrägen Elfenstimme “Right On” zum perfekten Sommer-Soundtrack, die zerbrechlich-süße Stimme von Patty Crash gibt einen schönen traurig-emotionalen Chorus auf “The Day” zum Besten und die Monsters Of Folk machen “Dear God 2.0” zu einem LoFi-Crossover der nächsten Stufe. Großes Kino. Der Versuch, einen Ausfall zu finden, scheitert auch dieses Mal wieder kläglich. Zu kohärent ist der Klangteppich, zu punktgenau ist der Flow, zu kompakt das Soundkonzept. So ein Vibe hat kein Verfallsdatum. Dabei machen die Roots nur das, was sie schon immer gemacht haben. ?uestlove findet (wie auch immer er das macht) immer noch neue Rhythmen, Black Thought gibt den großen Bossen wie den kleinen Leuten immer noch neue Ansätze, um über Leben und Alltag nachzudenken und die Band, die die beiden Bandleader im Rücken haben, hält ihnen jederzeit leichtfüßig selbigen frei. Wer aber unbedingt noch Anspieltipps braucht, dem sei neben oben erwähnten Tracks noch das seligmachende “Now Or Never” mit Phonte und Dice Raw, sowie der der Titeltrack “How I Got Over” mit seinem “The Seed”-artigen Throwback-Feeling ans Herz gelegt.

 

Text: Matthias Schädl

 

 

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