Inglebirds – Big Bad Birds // Review

inglebirds_cover

(Distri/Groove Attack)

Komm nicht nach St. Ingbert. In dieser Stadt bist du nicht sicher. Nie. Denn während du durch die vermeintlich beschauliche 36.000 Einwohner Gemeinde flanierst, haben drei Herren schwerwiegende Probleme damit, ihre Autorität gegen andere Gangs zu verteidigen. Wütend und skrupellos regieren die Inglebirds die Straßen der saarländischen Provinz. Die Kings der Westside: DCVDNS, Wolfgang H aka Dub Gang und Hermann Weiss aka Aitch Dub. Die drei sind gezeichnet vom Leben. Immer der gleiche Hustle. Früh müssen die »Kanone poliert« und die »Patronen sortiert« werden, um auch den nächsten Tag überleben zu können. Bekleidet mit schwarzem Bandana und Raiders-Cap patrouillieren sie durch die Stadt, in der »Konflikte tödlich sind«. Immer wieder muss dabei mit der TEC-9 herumgefuchtelt und ein Magazin geleert werden, um respektlose Toys und Cops auf Abstand zu halten. Es ist grau in der Hood, Perspektivlosigkeit wohin das Auge reicht. So sind die drei »Brüder im Regen vereint/Um zu vergessen legen sie Lines«. In diesen Momenten kommt Melancholie auf, Wolfgang H macht sich an seiner MPC zu schaffen, seine Instrumentale huldigen die Leidensgenossen von der US-amerikanischen Westküste. Dann beginnen die Drei zu schreiben. Texte, die ihr Leben widerspiegeln: Das Leben in der Gang. Nur selten gibt es Momente, in denen die OGs das Glück heimsucht. Dann zum Beispiel, wenn etwas »Getti« am Blok stattfindet, Wolfgang die Synthesizer bearbeitet und wieder einmal Toys zerstört werden. Dieses Mal jedoch nicht mit Waffengewalt, sondern mit Flows, die einer abgefeuerten Schnellschusswaffe gleichen. Trotzdem ist die Hand immer am Abzug, denn die Stimmung kann schnell umschlagen. Vier Gestalten tauchen auf. Verborgen vom Schatten der angrenzenden Häuser nähern sie sich der Blockparty und die Ingelbirds spüren, dass etwas nicht stimmt. Ein Schuss. Stille. Erleichterung. Befreundete Gangmitglieder, unter anderem von Berlin Crime und German Dream, kommen vorbei um etwas zu freestylen und eine gute Zeit zu haben. Man sch(l)ießt sich zur »Dosseposse« zusammen. Die Nacht neigt sich dem Ende entgegen und die Inglebirds finden einen kurzen unruhigen Schlaf, bevor alles von vorn losgeht. Zum Schutz liegen die »9mm unter Kopfkissen« griffbereit. Komm nicht nach St. Ingbert!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here