Future – Honest // Review

Future-Honest

 

(Freebandz/ Sony)

Wertung: Fünf Kronen

Anfangs war ich hin- und hergerissen. Einerseits liebe ich, wie sich Future mit Pusha T, Hutträger Pharrell und Brudi Casino auf »Move That Dope« ignorant as fuck über die überraschendste Mike-WiLL-Made-It-Produktion seit Monaten hermacht. Ich liebe »I Won« mit Kanye, die vielleicht schönste Rap-Schmonzette des Jahres. Überhaupt versammelte 2014 bislang kaum ein Album so viele starke und eigensinnige Stücke wie dieses: »Covered N Money« ist Terror-Trap der feinsten Sorte, »Honest« zig Monate nach Erstveröffentlichung immer noch ein schmuckes Angeber-Stück und Future ohnehin einer der – durchatmen – talentiertesten Rap-Künstler, die aktuell auf diesem Planeten wandeln. Und obwohl Executive Producer Mike WiLL Made It aus »Honest« musikalisch ein runderes Ganzes macht, wurde ich das Gefühl nicht los, dass Futures Zweitling nicht so zwingend klingt, wie der Vorgänger »Pluto«. Es mag daran gelegen haben, dass »Honest« zwar keine Totalausfälle verzeichnet, dafür aber Durchhänger mitbringt. Der Opener »Look Ahead« (mit Santigold-Sample) kickt nur im ersten Moment und weder »Blood, Sweat & Tears« noch »I’ll be Yours« sind ein neues »Turn On The Lights«. Beide Stücke wären mit ihrer Glätte vielleicht auf Miley Cyrus‘ »Bangerz«-Platte gut aufgehoben gewesen, sorgen hier jedoch für einen Anflug von Radio-Pop, der einem wie Future, der bei allem Autotune immer durch rohe Gefühlsausbrüche überzeugte, nicht allzu gut zu Gesicht steht. Glücklicherweise blieb das der einzig echte Kritikpunkt. Die ignoranten Straßen-Stücke wie »How Can I Not« (mit Young Scooter) und »T-Shirt« funktionieren einfach furchtbar perfekt. Und wenn Future und Andre 3000 auf »Benz Friendz« schließlich gemeinsam demonstrieren, warum ersterer zu Recht in die hohe Riege der Dungeon Family aufgenommen wurde, dann ist ohnehin alles aus. Rap-Freshness und Pop-Tauglichkeit haben lange nicht so harmoniert. »I don’t give a fuck about a Benz, bitch!« sagt 3 Stacks, und hat damit so was von Recht. Wozu dem Materialismus frönen, wenn man auch solche Musik produzieren kann. Trotz besagter Kritikpunkte ist Songwriter Nayvadius Cash also in der Tat ein weiteres, starkes Manifest gelungen. So vielseitig kann und muss Trap im Spannungsfeld zwischen Ghetto und Pop anno 2014 klingen. Ich bin mir nun sicher: Dieses Album ist zumindest genauso stark wie sein Vorgänger. »Godzilla ain’t got shit on me, n*gga!« Indeed, Future, indeed.

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