POL1Z1STENS0HN – Blasserdünnerjunge macht sein Job // Video

Boehmermann-Famous

Jan Böhmermann hat es wieder getan und beweist: POL1Z1STENS0HN braucht nur einen Track, um deine Timeline zu verstopfen (auch wenn weder Haftbefehl noch Fler das lustig finden). Denn tatsächlich ist es so, dass ein Raptrack des blassen dünnen Jungen für weitaus mehr Aufsehen sorgt als das Tagesgeschäft in der Rapszene. Böhmermann arbeitet nach der Sommerpause seines Neo Magazin Royale die Geschehnisse der letzten Staffeln auf. Der gefakte, dann doch nicht gefakte Stinkefinger von Yanis Varoufakis bei Günther Jauch, die Erdogan-»Affäre«, seine eingeschleusten Gäste bei Vera Int Veen und einiges mehr. Auch unser Autor Marcus Staiger wird nach mehreren kritischen Statements gegenüber Böhmermann erwähnt.

Die Abrechnung mit dem Gegenwind der letzten Monaten in einen Raptrack zu verpacken, ist dabei nach dem polarisierenden »Ich hab Polizei« nur die logische Konsequenz. Klamaukig wird es dabei kaum. Die Hook ist inspiriert vom aktuellen Dancehall-Hype und nach darauffolgenden BAWRZ, die offensichtlich von aktueller Straßen-Phonetik beeinflusst wurden, mündet das Ganze in eine Hommage an Kanye Wests »Famous«-Video. Ein Reggae-Riddim setzt ein und Böhmermann räkelt sich nackt neben Angela Merkel, Kai Diekmann, Frauke Petry, dem eng mit Vera Int Veen verschlungenen Stefan Raab und einigen weiteren Schwergewichten aus Politik und Showgeschäft. Mit der Line »Für Zecken bin ich Nazi, für Nazis bin ich Zecke« bringt er das Dilemma schließlich auf den Punkt. Aus vielen Ecken hagelt es Feindseligkeit, jedes politische Lager fühlt sich provoziert. Zumindest in Sachen Außenseitertum ist Böhmermann damit auf einer Ebene mit jenen Vertretern der Rapszene, die sich noch immer unverstanden fühlen. Ob man einen Track, der sich im Wesentlichen nur um Böhmermann selbst dreht, jetzt lustig findet, sei dahingestellt. Er macht aber verständlich, was für eine Tragweite sein Schaffen eigentlich hat. Kein deutscher Rapper hat im Vergleich dazu in den letzten Monaten so viel Interaktion ausgelöst. Und sind wir mal ehrlich: Immerhin ist so das Thema des angeblichen »Rapper-Kriegs« im »Rapper-Milieu« nicht mehr Schlagzeile Nummer eins beim Boulevard. Fakt ist: »Blasser unrasierter Junge hat wohl wieder mal rasiert.«

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