Octavian – Spaceman // EP der Ausgabe

(Black Butter)

Octavian hat kaum die ersten Schritte im Game hinter sich, schon gilt er als der neue britische Rap-Star. HipHop-Medien feiern seinen Ausnahmesound, der den einen oder die andere an Drake erinnert, der wiederum Octavian und seiner Essie Gang Props gibt. Und der 22-jährige MC, der als Oliver Godji in Frankreich geboren wurde und in London aufgewachsen ist, legt mit seinem Mixtape »Spaceman« ein Statement vor, dass seinem noch jungen Ruf durchaus gerecht wird. Wie auf seinen Hit-Singles »Party Here« von 2017 und »Hands« aus diesem Jahr bleibt die Auswahl der Beats besonders. Die Tunes auf dem Mixtape verbindet ein warmer, elektronischer Sound, der mal ins düster-klaustrophobische kippt, sich mal zu House oder UK Garage öffnet. Octavian croont oder rappt in passendem
Flow zu dem jeweiligen Instrumental. Seine Texte geben Einblick in die Welt des Rappers, der als Teenager von seiner Mutter auf die Straße gesetzt wurde und sich dort irgendwie über Wasser halten musste. Es geht um düstere Erlebnisse, um seinen neuen Status als »Rockstar«, wie er sich in »Stand Down« bezeichnet, um Hoffnung und Partying. Er spricht introspektiv über seine Gefühle (»Here Is Not Safe«), liefert Clubbanger (»Sleep« feat. Krimbo) und führt den Hatern seinen Erfolg vor (»This Is My World«). Nicht nur die Stimme und Lines sind die Stars des Tapes, es ist der ganze Sound. So macht Octavian immer wieder Pausen, überlässt den bassstarken Beats das Feld, um den Turn-up zu entfalten oder einen Moment der Ruhe zu betonen. Trotz der Vielfalt zwischen Trap, UK Drill und House, zwischen sanftem Gesang und brüchig-bellendem Rap zerfastert das Mixtape nicht. Obwohl es mit seiner Form nicht den Anspruch anmeldet, ein Album zu sein, kann es locker als eins durchgehen – und als eins der stärksten dieses Jahres.

Text: Philipp Weichenrieder

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