Kanye West – »Erstes« unveröffentlichtes Album

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Lange bevor er sich zur Gottheit hochstilisierte, das Roc-Zeichen in die Luft warf, geschweige denn Country-Stars ihre MTV-Awards verweigerte, schloss sich Kanye West in einem Appartement-Studio in New Jersey ein und schraubte, der Legende nach, »five beats a day for three summers«. Jay-Z und Dame Dash wussten noch nichts von dem Talent aus Chi-Town, das kurze Zeit später Soul-Samples in die Radiostationen zurückbringen, Jiggas »Blueprint« arrangieren und seinen »College Droput« Grammy-prämiert inszenieren sollte. Um die Jahrtausendwende formte Mr. West mit GLC, Timmy G und Arrowstar die Gruppe Go Getters, deren Debüt-Album »World Record Holders« nie offiziell erschien. Kanyes damaliger Manager John Monopoly, der kürzlich auf »I Am A God« späten Ruhm erlang (»Monop‘ in this bitch…«), versuchte erfolglos, das Album über sein großartig-betiteltes Imprint John Monopoly’s Hustle, zu vertreiben. Es dürfe sich dabei um die ersten dokumentierten Raps des jungen Kanye Wests überhaupt handeln.

 

»Fight With The Best«

 

 

Im Youtube-Zeitalter landet solches Material früher oder später zwangsläufig im Netz. Und auch wenn die Go Getters musikalisch so weit vom Industrial-Wahnsinn auf »Yeezus« entfernt sind, wie Yes Tochter North West auf die Aussicht eines normalen Lebens, verdeutlichen die aufgetauchten Songs doch eines: die frühe Evolution Kanyes vom schulabrechenden, rappenden Beat-Bastler zum »first nigga with a benz and a backpack«.

 

»Nothings Gonna Stop Me«

 

 

»World Record Holders« deutet Yeezys frühes musikalisches Genie an, obwohl klar wird, warum die Roc-A-Fella-Verantwortlichen mit ihm zuerst nur einen reinen Produzenten-Vertrag abschließen wollten: Von einem großen Lyricist, bzw. einem herausragenden Rapper war der Louis Vuitton Don zu dem Zeitpunkt Welten entfernt. Auch wenn er später auf seinem Debüt versicherte: »Go Getters, rhyme like should’ve been signed twice«. »Nothings Gonna Stop Me« ist klassische Sample-Schule West’scher Prägung – prä-»Blueprint«: 16tel-Hi-Hats, harte Drums und hochgepitchte Sängerinnen. Inhaltlich sind die Leaks näher an Dipset als am Conscious-Gospel seines Debüts. Kein verbissener Hunger, kein Alleinherrschaftsanspruch, nur ein zurückhaltender, etwas verunsichert wirkender Kanye. Songs des Go Getters Album kursierten in den letzten Jahren immer mal wieder im WWW. Auf Vlad.TV wurden sie kürzlich zusammengetragen.

 

»Let My Niggas In«

 

 

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