JUICE #150 ab 28.03. am Kiosk

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Es ist März 2013. Wir produzieren unsere 150. Ausgabe. Seit unserem letzten großen Jubiläum – JUICE #100 mit 50 Cent-Cover – ist die Redaktion von München nach Berlin gezogen. Das Gesicht von Deutschrap hat sich verändert, unser Layout und Heftformat entsprechend auch. Wir haben unter dem JUICE-Banner erfolgreiche Veranstaltungen organisiert, unsere Online-Aktivitäten ausgebaut und alles gegeben, um alle paar Wochen das beste Produkt abzuliefern, zu dem wir imstande sind. Mittlerweile ist JUICE (wieder) Europas größtes, relevantestes und erfolgreichstes HipHop-Magazin. Dem Printsterben und der Wirtschaftskrise haben wir erfolgreich getrotzt. Dafür möchten wir uns bedanken. Vor allem bei euch.

Und wie sollten wir uns anders bedanken als mit dem, was wir am besten können? Wir präsentieren euch eine Ausgabe randvoll mit den spannendsten Themen der Stunde, ganz ohne selbstreferenziellen Schnickschnack. Dazu gibt es eine JUICE-CD, zum Bersten gefüllt mit überwiegend exklusiven Songs von den größten HipHop-Künstlern, die Rap-Deutschland derzeit zu bieten hat. Eiserne Regel für das Tracklisting: Es durften ausschließlich Künstler teilnehmen, die zwischen Ausgabe #100 und #150 zumindest einmal unser Cover geziert haben. Das Ergebnis ist die vielleicht beste JUICE-CD aller Zeiten.

Die JUICE-Ausgabe #150 (Mai 2013) ist ab dem 28.03. bundesweit für 5,90 EUR inklusive JUICE CD #115 im Zeitschriftenhandel erhältlich.

DIE THEMEN DER JUICE AUSGABE #150

Titel: Prinz Pi – Rap mit Weitsicht
»Ich will nicht zu diesem juvenilen Haufen von Chaoten gezählt werden, die man heute Rapper nennt.« Das sagte Prinz Pi in seiner ersten JUICE-Coverstory im April 2007. Mittlerweile ist der ­33-jährige Berliner einer der großen Player dieses Deutschrap-Zirkus. In fast kompletter ­Eigenregie ­veröffentlicht er seine Platten und kümmert sich dazu um den ganzen Rest der Marke Prinz Pi. Image, Logos, Verpackung, Videos – die gesamte Corporate Identity kommt aus einer Feder. Seiner ­eigenen. Und er ist dabei erfolgreicher denn je. »Rebell ohne Grund« wurde bis dato fast 40.000 mal ­verkauft, der Merchandise läuft und auf Tour spielt Pi gerne mal vor 1.000 Zuschauern. Die Zahlen der ­Vorverkäufe seines neuen Albums »Kompass ohne Norden« zeigen bereits Wochen vor Release, dass die stetige Steigerung des Erfolgs weiter anhalten wird. Auch sechs Jahre nach dem Eingangszitat will dieser Friedrich Kautz kein Teil der Chaoten sein. Für die Titelgeschichte lud er uns zum Kaffee in seine Privatwohnung.

Retrogott & Hulk Hodn – Allein zu zweit
Geschichte wiederholt sich, zumindest ein bisschen. Denn das, was heute als großer Deutschrap-Wandel gefeiert wird, begann eigentlich schon im Jahr 2007. Marsimoto und Casper hatten gerade ihre Solodebüts veröffentlicht und angedeutet, was fünf Jahre später Realität sein würde. Da tauchte plötzlich ein Kölner Duo auf, das Berliner Battle-Attitüde mit New Yorker Sample-Sound der Golden Era verband. JUICE-Redakteur Marc Leopoldseder war der breiten Masse mal wieder einen Schritt voraus und adelte das offizielle Huss & Hodn-Debütalbum »Jetzt schämst du dich« zum »Demo des Monats«. Eigentlich die falsche Rubrik, denn mit Entourage Business stand hinter dem Release bereits damals ein gut organisiertes Label, das vom Organisationsfuchs und Ideengeber Chlodwigplatz Pütz Money geleitet wurde und wird. Pütz und Hulk Hodn waren Ende der Neunziger beide Teil der Kölner HipHop-Formation 4Mille (wobei sich Hodn damals noch Des Griffin nannte). Heute stehen Retrogott und Hulk Hodn auf der Bühne, während sich Pütz im Hintergrund bewegt. Nun steht das dritte Album »Fresh und umbenannt« in den Regalen. Grund genug für ein ausführliches Gespräch.

The New New York – The Underachievers & Flatbush Zombies
Man kann es mit gutem Gewissen sagen: Endlich geht wieder richtig was in New York. Hauptverantwortlich dafür sind Leute wie The Underachievers, die gerade bei Flying Lotus‘ Label Brainfeeder untergekommen sind, und die Flatbush Zombies, die im vergangenen Jahr mit dem Facebook-Share-Schlager »Thug Waffle« die Bildfläche betraten. Beide Crews fangen geschickt die aktuelle stadtübergreifende Mischmasch-Bewegung aus Neunziger-Nostalgie, Drogen-Rap, ­Philosophie-Affinität und Straßenhymnen ein. JUICE-Autor Anthony Obst und JUICE-Fotograf Alexander Richter haben beide Crews in ihrer Heimat Brooklyn besucht.

Dexter – Sounds Great Dex
Dexter hat sowohl eine Gold- als auch eine Platinplatte in seiner Stuttgarter Wohnung rumstehen – das weiß mittlerweile jeder, der sich halbwegs in der deutschen HipHop-Landschaft auskennt. Aber während manch anderer Produzent solche Erfolge glatt auf seiner Visitenkarte vermerken und im Laufschritt durch die offene Tür ins Business stürmen würde, macht Dexter einfach so weiter wie ­bisher: Er geht arbeiten, kauft in seiner Freizeit antikes Vinyl und macht Beats für sich und seine Freunde. Einfach, weil er Bock drauf hat. Denn die Platten, die ihn wirklich interessieren, befinden sich nicht in einem Bilderrahmen hinter Glas, sondern stehen in seinem Regal und haben im besten Fall schon mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel. Und so ist es auch nur konsequent, dass sein neues ­Album »The Trip« keine akustische Bewerbungsmappe für weitere lukrative Beat-Jobs darstellt, sondern ­vielmehr eine detailverliebte, eigensinnige und tatsächlich trippige Sampling-Auseinandersetzung mit ­psychedelischer Rockmusik aus den späten Sechzigern. Liebhaberei trifft Skills — typisch Dexter eben.

Liquit Walker – Immer noch Berlin
»Feuer über Deutschland 2«: Ein Typ in klassischer Rapper-Uniform mit Trainingshose und Cap, die Kippe im Mundwinkel, beschimpft mit schneller Ostberliner Schnauze den Gegner so sympathisch und treffend, dass sich selbst der Beschimpfte ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Liquit ­Walkers Status als rotzfrecher Battle-MC war damit begründet. Diesen Fame zu nutzen, um direkt eine ­Veröffentlichung anzuschließen, schien für den Friedrichshainer dennoch ein schwieriges ­Unterfangen. Neben einem Haufen Free-Tracks und ein paar YouTube-Videos stand bis jetzt mit der »Vergessen in der Gleichung«-Download-EP und zwei humorigen Kollabo-Alben mit Hammer & Zirkel nicht viel Zählbares in der Diskografie des talentierten Mr. Walker. Seit er nun im September letzten Jahres mit großer Geste als Neuzugang auf Vegas Label Freunde von Niemand vorgestellt wurde, ging es schnell. Das Debütalbum »Unter Wölfen« ist da – und sorgt wie erwartet für Gesprächsstoff.

Killer Mike – Occupy Atlanta
Im dreckigen Süden ist Michael Render ein Veteran. Als engster Outkast-Vertrauter und Teil der ­zweiten Generation der Dungeon Family gewann der Hood-Aktivist mit dem Duo einen Grammy, bestand neben Jay-Z in der Kabine und unterschrieb bei T.I.s Plattenfirma Grand Hustle. Auf synthetischem ­Minimalismus von Lil Jon fühlt sich Killer Mike genauso wohl wie auf experimentellem Gefrickel von Flying Lotus. Im letzten Jahr lernte der »Elegant Elephant« und angehende Figaro den New Yorker Underground-Veteranen El-P kennen. Sie schlossen sich im Studio ein, wurden Freunde fürs Leben und veröffentlichten mit »R.A.P. Music« einen epochalen Zeitgeist-Klassiker, der die Energie der Bomb Squad mit dem Nihilismus der Generation #yolo vereinte. Bei seiner energetischen Show im Berliner Cassiopeia tummelten sich neben traditionsbewussten Zeitzeugen daher auch Beanie tragende Hipster-Mädels. Dort traf JUICE-Autor Carlos Steurer Killer Mike zum Interview.

Lakmann – Wegen HipHop!
Lakmann. Eine Legende, ein Spitter vor dem Herrn, ein Aushängeschild für echten Rap aus dem Ruhrpott. Der Vorzeigerapper, wenn man über Realness und Technik spricht. Man kauft ihm alles ab, hat zu seiner Musik gefeiert, über seine Strophen nachgedacht und seine Skills vergöttert. Ganz HipHop-Deutschland ist sich einig, dass er zusammen mit Flipstar als Creutzfeld & Jakob Geschichte geschrieben hat. Doch nachdem der Major-Deal vor zehn Jahren kippte, wählte Flipstar die bürgerliche Karriere als Arzt – während Lakmann weitermachte, zuletzt mit dem »All In«-Mixtape, das auch schon wieder einige Jahre zurückliegt. Vollkommen überraschend und extrem kurzfristig erreichte uns vor einigen Wochen die Nachricht, dass er einen Tonträger veröffentlichen würde: »2 Gramm gegen den Stress« ist bereits erhältlich, wenn ihr diese Zeilen lest. Und verdammt noch mal, es tut gut, diese Stimme zu hören und diesen Geschichten zu lauschen. Lakmann war noch nie jemand, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Marteria & Maeckes – Mit Viva con Agua in Uganda
Schon lange engagieren sich Marteria und Maeckes, genau wie viele andere Künstler in ­Deutschland, für die wohltätige Organisation Viva con Agua aus Hamburg. Nach etlichen Schlauchbootfahrten über Menschenmassen auf ihren Live-Konzerten, Aufrufen zum kollektiven Becherwerfen und ­anderen Spendenaktionen für sauberes Wasser und menschenwürdige sanitäre Einrichtungen ­machten sich Marteria und Maeckes jetzt auf den Weg nach Afrika. Es ging nach Uganda, um dort das ­Brunnenwasser und die sanitären Einrichtungen vor Ort zu testen. Eine Reportage mit beeindruckenden Bildern.

Kings of HipHop: Busta Rhymes – Dungeon Dragon
Man findet ihn im Lexikon unter »MC«. Busta Rhymes ist der Prototyp des Masters of Ceremony — mit donnernder Stimme, einer Überdosis Charisma und einem Flow von einem anderen Planeten. Der Sohn jamaikanischer Einwanderer wuchs in Brooklyn und Long Island auf, bekam seinen Rap-Namen von Chuck D verpasst und arbeitete am liebsten mit Dr. Dre und J Dilla zusammen, gerne auch auf ein und demselben Album. Heute ist er in East Flatbush genauso zu Hause wie in West Hollywood, war elfmal für den Grammy nominiert und hat zuletzt nach Verträgen bei Elektra, J Records und ­Aftermath einen neuen Major-Deal bei Cash Money unterzeichnet. An den Stammtischen wird er meist ­vergessen, wenn es mal wieder um die »Top 5 Dead Or Alive« geht. Doch Busta Rhymes gehört nicht nur zu den schnellsten, sondern auch zu den besten Rappern aller Zeiten. Eine lang überfällige Würdigung.

Darüber hinaus findet ihr in dieser Ausgabe u.a. Features und Interviews mit:
Nas
Megaloh
The Alchemist
James Blake
DJ Monoton K & MC Digital F
Perseasy
Gavlyn
Milonair
Joe Budden
Amir
Lapalux
Veysel
Dù Marco
Antihelden
DJ Day
Adrian Younge
Umse
Damion Davis
DJ Ron
Apollo Brown
Papoose
Tufu
Fayzen
uvm.

Tracklist JUICE CD #115

01 Casper »Sie wissen es« JUICE Exclusive
02 Samy Deluxe »Kill Dem« JUICE Exclusive
03 Cro »Bye Bye« JUICE Exclusive
04 Die Orsons »Rap ist geil« JUICE Exclusive
05 Kollegah & Farid Bang »Titan (The Bionx Remix)« JUICE Exclusive
06 Raf 3.0 »Zappp« JUICE Exclusive
07 Moses Pelham »Klang süßer Liebe« JUICE Exclusive
08 Olli »Wunderkynd« Banjo »Köln – London« JUICE Exclusive
09 Prinz Pi »100X«
10 Marsimoto »Barfuss durch den Park«
11 Max Herre feat. MoTrip, Afrob, Samy Deluxe & Megaloh »Rap ist (Remix)«
12 Berlin Atzen Posse feat. Frauenarzt & Manny Marc, Fler, Smoky, Vapeilas, Major McFly, Kid Millennium, MC Bogy, Medizin Mann, Basstard, Blokkmonsta, King Orgasmus One, Prinz Pi, Serk, She-Raw, DJ Reckless »Ein Atze kommt selten allein« JUICE Exclusive

Cover JUICE #150

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Cover JUICE CD #115

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