Fame durch Fake-Streams? Doku hinterfragt Legitimität des aktuellen Deutschrap-Hypes // Video

How many fakin they streams? Eine neue Doku stellt den großen Deutschrap-Hype infrage.

»Wann platzt die Deutschrap-Blase?« titeln wir in unserer aktuellen Ausgabe. Dass es sich dabei um bewusste Zuspitzung handelt, sollte klar sein, genau so wie Tatsache, dass diese nicht von ungefähr kommt. Denn die Schnelligkeit, mit der neue Klickwunder dieser Tage aus dem Boden sprießen und aus dem Stand bis an die Chartspitze springen, ist, gelinde gesagt, erstaunlich. Viele Fans witterten bei den Stars der neuen Generation von Instagram-Rappern von Anfang an Betrug. Indizien gab es jedoch wenige bis gar keine. Auch wir konnten im Rahmen unserer Recherchen für unsere aktuelle Titelstory keinen Social-Media-Experten finden, der wagte, das auszusprechen, was viele ohnehin dachten: Nämlich, dass der absurde Erfolg von Mero und Konsorten erstunken und erlogen ist.

Nun hat das Youtube-Format Y-Kollektiv, das im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Jugendplattform funk Kurzdokus dreht, einen Mann aufgespürt, der angibt, einer der Drahtzieher hinter den Klickrekorden diverser deutscher Rapper zu sein. Im von Ilhan Coskun gedrehten Film legt er offen, wie er mithilfe tausender Spotify-Accounts die Streaming-Zahlen vieler Chartrapper künstlich manipuliert – auf Anfrage von deren Managements, wohlgemerkt. Namen will er keine nennen, jedoch verspricht er dem Regisseur des Films, ihm die Funktionsweise seiner Methoden im Selbstversuch zu präsentieren. Und siehe da, nachdem Coskun, der sich nun Error281 nennt, bei befreundeten Künstlern einen generischen Autotune-Song aufgenommen und das dazugehörige Musikvideo abgedreht hat, läuft die Maschinerie an: Innerhalb weniger Tage häufen sich die Follower auf seinem Instagram-Profil, während die Streaming-Zahlen auf Spotify in den sechsstelligen Bereich schießen. Nur das auf Youtube hochgeladene Musikvideo will anfangs nicht wie erhofft. Mittlerweile zählt der Clip jedoch über 270.000 Aufrufe – Beweis genug, dass die eingeleiteten Maßnahmen tatsächlich funktionieren.

Der anonyme Hacker gibt zudem zu, das Spiel noch viel weiter treiben zu können, wenn man ihm entsprechende Bezahlung zusichern würde. Dass er sich dabei fernab der Legalität bewegt, scheint ihm durchaus bewusst: Bis auf die Hände verschleiert sitzt empfängt er das Filmteam in seinem Büro, seine Stimme ist in der Doku nachgesprochen. Gesprächsstoff bieten seine Aussagen und sein Handeln trotzdem.

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