Durch die Nacht mit Max und Patrice

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Eine ganze Weile ist es her, dass HipHop das letzte Mal im arte-Format »Durch die Nacht mit…« gastierte. Die im Januar 2012 ausgestrahlte Sendung mit Casper und Lena Meyer-Landrut wurde damals aufgrund des hohen Fremdscham-Faktors ausführlich besprochen. Mit Max Herre zählt nun erneut ein deutscher MC zu den Protagonisten der Sendung. Der Wahl-Berliner, der letztes Jahr während eines Auftritts bei »Roche und Böhmermann« seinen eigenen Medien-Eklat verbuchen konnte, trifft dabei Reggae-Sänger Patrice in dessen Pariser Heimat.
 
Der Zuschauer kann sich jedoch auf einen harmonischen Abend einstellen. Eine spontane Freestyle-Session im Wohnzimmer gibt den Ton an und lässt erahnen, dass sich die Hauptdarsteller absolut auf einer Wellenlänge befinden. Danach schlendern die beiden durch das afrikanische Viertel des 18. Arondissements, in dem die Wohung von Patrice liegt. Stilecht lässt man sich anschließend in einem Citroën DS durch die Stadt der Liebe chauffieren und philosophiert dabei über die dunklen Mächte der Musikindustrie. Bei einem Besuch im Atelier des Street-Artist JR erzählt Patrice von der Mitarbeit an JRs Projekt »Women are Heroes« in einem Slum in Kenia. Anschließend machen sich die beiden Vollblutmusiker auf den Weg in einen Plattenladen, wo beim Cratediggen Anekdoten von Ike & Tina Turner und Yoko Ono ausgetauscht werden. Für eine spontane Jam-Session geht es dann ins Studio von Schlagzeuger-Legende Tony Allen.
 
Während die Temperaturen niedriger, die Straßen glatter und das Schneegestöber immer dichter werden, stattet man der B-Boy-Crew 9-1pact einen Besuch in einer Unterführung ab. Abgerundet wird die Nacht mit einem Besuch bei Slam-Poet Saul Williams. Bei einer Flasche Rum spricht man über die Herangehensweise an Musik und das Texten. »Heute haben wir ein paar meiner Helden getroffen«, resümiert Patrice zum Abschluss, Max nickt anerkennend.