DMY – Goldjunge (prod. Sleepy) // JUICE Premiere

Wenn man auf der Suche nach progressiver Rap-Kunst seine Fühler abseits der HipHop-Hauptstädte Berlin, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart ausstreckt, landet man recht schnell in der fränkischen Region um Nürnberg, Würzburg und Fürth. Dort passiert neben dem Kiffer-Rap von Johnny Rakete ein ganz eigener Film. Als Gallien der vom US-Südstaaten-Sounds der frühen Nullerjahre inspirierten Neuinterpretation des Memphis Rap brachte die oberbayerische Enklave schon die ein oder andere Untergrund-Legende hervor: Laca, Kuchenmann, Robanzee, um nur einige zu nennen. Auch DMY aus Nürnberg findet in diesem Dunstkreis seinen Platz, wobei ihn die verspielten Bubblegum-Trap-Anleihen, die man einigen seiner Songs entnehmen kann, eher an LFE-Kollege Caramelo als an seine Downsouth-Affiliates erinnern. Der Sound-Korpus ist jedoch derselbe: drückender Memphis-Sound, Three-6-Mafia-Zitation und zurückgelehnte Ignant-Attitüde, die den »Black Albino« zu einem spannenden Southside-Soldier machen.

In der heutigen JUICE Premiere gibt sich »der erste Goldjunge nach Sido« angriffslustig (»Ihr gegen mich ist wie Joe gegen Migos«) und selbstbewusst (»Concious was ich krier‘ / nur Bomben, die ich verführ’«). Der passende Unterbau, ein basslastiges Sample-Brett von Produzent Sleepy, der mit seinem neuen Instrumental-Tape »WOKE« in der Beatbox der aktuellen JUICE vertreten ist, rundet die Sache schließlich ab. Das alles passiert dennoch mit zwinkerndem Auge, denn DMY ist sich seines Status als (noch) strugglender Rap-Rookie durchaus bewusst. Aber, wie es so schön heißt: »Fake it ‚til you make it«. Nach seiner überzeugenden Doppel EP »Alpina Scharz«, die Ende vergangenen Jahres auf die Soundwolke geschickt wurde, könnte sich dieser Umstand bald ändern.

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