Denkmal und klare Positionierung: Der Benefiz-Song für Hanau ist da // #SayTheirNames

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Am 19. Februar wurden in Hanau neun Personen aus rassistischen Motiven erschossen. Sie saßen in Shishabars und standen vor einem Kiosk. Dann sollte ihr Leben enden. Es war eine Tat, die das Land stillstehen ließ und deren Unmenschlichkeit niemals nachzuvollziehen sein wird.

Der gebürtige Hanauer Azzi Memo versammelte nun 18 Featuregäste auf dem Song »Bist du wach?«, der den Toten von Hanau zum einen ein Denkmal setzt und sich zum anderen so klar und kompromisslos gegen Rassismus und Rechts positioniert wie es nur geht. Es ist ein Song, der unzählige einprägsame und schmerzhafte Lines bietet. Zeilen, die als Leitsätze fungieren können, die voller Unverständnis und Trauer ihrer Wut Luft machen. Die weh tun und die wieder und wieder gehört werden müssen. Bitte hört euch den Song an, so oft ihr könnt.

Lines voller Wut

»Menschen bezahl’n mit dem Leben aufgrund ihrer Herkunft, ich kann es nicht fassen«, rappt Azzi Memo.
»Halb Türke, halb deutsch/ Ich war nie dies oder das, verfluche die Grenzen«, rappt Kool Savas.
»Wenn die Farbe meiner Haut sie triggert/ Nichts Neues, so war es schon immer«, sing Rola.
»Die einen geh’n Yachten shoppen, Die andern geh’n unter in Booten«, rappt Disarstar.
»Kein Mitleid, woll’n, dass sie leiden/ Zuletzt lacht nicht am besten, nur alleine«, rappt Credibil.
Die Beispiele könnten endlos weitergehen.

Danke, Azzi Memo. Danke, Nate57. Danke, Veysel. Danke, Sinan G. Danke, Kool Savas. Danke, NKSN. Danke, Rola. Danke, Disarstar. Danke, Maestro. Danke, Hanybal. Danke, Celo & Abdi. Danke, Manuellsen. Danke, Silla. Danke, Credibil. Danke, Ali471. Danke, Milonair. Danke, Mortel. Danke, KEZ. Danke.

Das herzzerreißend schlimme an diesem Song ist, dass man sich nicht über sein Erscheinen freuen darf. Das klingt hart. Und so dankbar die deutsche Rap-Szene all den auf diesem Track vertretenden Künstler*innen für dieses starke, wichtige, unmissverständliche, hemmungslose und nachwirkende Zeichen sein muss, so klar ist leider auch: Am schönsten wäre es, es hätte diesen Song nie gegeben. Am schönsten wäre es, Ferhat, Mercedes, Sedat, Gökhan, Hamza, Kaloyan, Vili, Fatih und Said wären noch da. Sie wären noch am Leben, würden ihren ganz normalen alltäglichen Dingen, Erledigungen und Freuden nachgehen. Dass es keinen, aber wirklich gar keinen Grund dafür gibt, dass sie das nicht mehr können, tut unendlich weh. #SayTheirNames

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