Dave East feat. NAS – The Hated // Video + Mixtape

Dave East hat große Pläne: »I had a basic plan: get out the projects and never look back / Could still smell the aroma from when my uncle would cook crack«. Um die Saga seiner EP »Paranoia: A True Story« gebührend abzuschließen, droppte Herr East gestern die letzte Auskopplung »The Hated« mit keinem Geringeren als seinem Labelchef und Mentor NAS. Ein Realtalk-Manifest umsäumt von einer auditiven Hood-Story, der im Rahmen eines episodischen Musikvideo-turned-Kurzfilms in Szene gesetzt wurde. Man merke: Dave East hat große Pläne.

Mit seinem schnodderigen Streetslang-Flow und dem pointiertem Lyricism repräsentiert das Mass Appeal/Def-Jam-Signing seit mittlerweile acht Jahren und rund 15 Releases eine beispielhafte Rap-Sozialisation New York’scher Prägung. Als Harlemer Jungspund sind seine primären Referenzpunkte natürlich die großen Straßenpoeten der 1990er: Biggie, NASHovito usw. Daher reiht sich in seiner musikalischen Range aus sample-basiertem Street-Hop und geschmeidigem Trap&B auch selbstverständlich Introsepektives neben beklemmendes Stroytelling oder klassischem Boasting ein. Der 29-Jährige ist eben ein Vollblut-90s-Kid – wie sein Song »What Made Me« mit allerhand Legenden-Namedropping ebenfalls aufzeigt.

Zwischen Street-Hop und Trap&B

Und gerade weil Dave vordergründig mit einem »dated flow« arbeitet, wie er seinen traditionalistischem Rap-Approach im XXL-Interview einst nannte, kann er als stilistische Schnittstelle gesehen werden: ein Heilsbringer für den Generationskonflikt zwischen Team Mumble Rap und Team Real Rap, verfügt er doch über die Gabe, astreine Spitter-Gewitter zu performen, aber auch Silben-Kaugummifäden durch das Autotune ziehen zu können und sowohl mit Lloyd Bank als auch mit T.I. auf einem Track zu bestehen – so geschehen auf dem gestern erschienenen »P2«. Die herbeigesehnte Vollzeit-VÖ positioniert sich entsprechend stilsicher genau zwischen diesen Polen, indem Gevatter Osten sein abgestecktes Bauchladen-Dealer-Narrativ auf amtosphärische Leftfield-Bangern und lupenreinen Trap-Hymnen schnallt. Vom Gangbanger zum Grenzgänger.

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