Camufingo – Ser (prod. von P-Body & Camufingo) // JUICE Premiere

Aus Streitkultur wird Streit um Kultur. Keine Frage, die Erwartungshaltung gegenüber Einwanderern ist dieser Tage eines der Themen schlechthin. Angetrieben von der Diskussion rund um die Flüchtlingskrise wurden im Clash der Meinungen über die letzten Jahre rechte Positionen zunehmend salonfähiger, während Flüchtlinge von der deutschen Regierung in Kriegsgebiete zurückgeschickt werden.

Als Afrodeutscher mit angolanischen und deutschen Wurzeln kennt sich Camufingo bestens mit besagter Erwartungshaltung und dem damit einhergehenden Alltagsrassismus aus. Auf seinem am 21. September erscheinenden Album »Ombanji« berichtet er deshalb aus der »schwarzen Perspektive«. Auch die erste Single »Ser« (portugiesisch für »Sein«), deren Video heute als JUICE Premiere Debüt feiert, spricht er den Sachverhalt konkret an: »Ich bin nicht dein Gangster, nicht dein Opfer, nicht dein Penner, nicht dein Sportler, nicht dein Panther, nicht dein Popstar, nicht dein Gegner, nicht dein contra, ich besitz einen Willen«, rappt Camufingo, während er entlang des Küstengebiets unweit der angolanischen Hauptstadt Luanda läuft. Dort entstanden im März alle Videos zu seinem Debütalbum, das nach BSMGs »Platz an der Sonne« aus dem vergangenen Jahr eine weiteres Zeugnis (»Ombanji« bedeutet Zeugnis auf Umbundu, einer der weitestverbreiteten Sprachen Angolas) der Lebensrealität als Person of Color im heutigen Deutschland werden wird.

Ombanji – Die Schwarze Wirklichkeit wird Fleisch Mit seinem Debütalbum Ombanji, Umbundu für „das Zeugnis“, veröffentlicht Camufingo am 21. September eine ungeschönte, authentische und facettenreiche Autobiographie auf zweiundzwanzig Tracks. 2018 soll Deutschland Zeuge davon werden, dass es möglich ist Rap in unserer Muttersprache zu machen, der ins Ohr geht und dabei eine Schwarze Realität wiederzugeben ohne sich einer weißen Mehrheit anbiedern zu müssen. Kein Zweifel, Kinder der Diaspora wissen wovon Camufingo spricht. Denn auf einem Weg, der mit Vorurteilen gepflastert ist, stolpern wir täglich über die Frage, was bleibt, wenn man von Stereotypen und Fremdzuschreibung mal absieht. Auf der Suche nach einer Antwort verlässt Camufingo das Land seiner Mutter, um im Land seines Vaters, abseits der Komfortzone seine Seele zu heilen. So individuell diese Geschichte der Selbstfindung und Selbstermächtigung auch sein mag, so sehr ist sie es auch nicht, weshalb wir stellenweise uns selbst begegnen, während wir dem Roten Faden der Geschichte von Anfang bis Ende folgen. Ombanji bleibt im Ohr, als musikalische Dokumentation einer Reise, die uns von Unterdrückung, Unsicherheiten, Angst und Wut zu Kraft, Transformation, Widerstand und Selbstbewusstsein führt. Dabei helfen auch die etlichen großartigen Feature-Gäste, die den filmische Erzählstrang des Albums begleiten und jeweils individuelle Charaktere der Geschichte verkörpern: @peti_free, @meli_hz8, Yatera, @adiamati87, @leilaakinyi, Melvi & Domingas, @shelly_phillips @xaninetytwo und @sidneyfrenz – nicht zu vergessen die instrumentalen Features von @ndiaxo_dal_jaam, Laila Vassana Melcher und @julienenzanza . Mit genreübergreifenden Produktionen von @greg_dhilla , @p_body_7 und Camufingo selbst, bewegt sich Ombanji dabei stilvoll zwischen up-, mid- und downtempo, Boom Bap und Trap Beats. Jeder Song wirft uns mit einzigartigen Übergängen und Arrangements förmlich in eine neue Dimension und eröffnet Klangwelten wie man sie im Deutschrap bisher noch nicht gehört hat. ✊🏿✊🏽✊🏾✊🏼 #ombanji #camufingo #debutalbum #debut #vlog #deutschrap #angola #luanda #afrodiaspora #consciousrap #umbundu 📸: @dennis.krischker

Ein Beitrag geteilt von Camufingo (@iamcamufingo) am

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here