Breakage – Foundation

 

Breakage_Foundation

 

(Digital Soundboy/Groove Attack)

 

Der Brite James Boyle alias Breakage hat als Produzent die engen stilistischen Grenzen von Drum’n’Bass für sich und seine Musik nie akzeptiert. So verwundert es auch nicht, dass er sich in letzter Zeit immer stärker dem Dubstep zugewandt hat. Bereits sein 2006 veröffentlichtes Debütalbum, “This Too Shall Pass”, ließ erahnen, welche Sprengkraft in seinen Soundvisionen steckt. Auf “Foundation” nimmt sein Hybrid aus Dubstep, Grime, HipHop und Drum’n’Bass nun deutlich Gestalt an. Vom ersten Track an, “Open Up”, einer ungemein elektrisierenden, mit knisternden Elektroniksounds unterlegten Nummer, stößt Breakage in ganz neue soundästhetische Dimensionen vor. In der gleichen Güteklasse bewegt sich auch das bereits als Single bzw. Download veröffentlichte “Hard”, einer der wegweisenden Songs des Albums, eingespielt mit Unterstützung der Newham Generals und Reggae-Legende David Rodigan. Hier wird besonders deutlich, wie genial Breakage mit auf den Punkt reduzierten Sounds arbeitet. Kein Ton zu viel stört die immense innere Spannung der Nummer. Das Gleiche gilt auch für das viel stärker in Drum’n’Bass-Gefilden verankerte “Old Skool Ting” und natürlich in ganz besonderer Weise für “Run ’Em Out”, seiner umwerfenden Gemeinschaftsarbeit mit Roots Manuva. Im Vergleich zu vielen anderen aktuellen Alben in diesem Bereich gelingt es Breakage, sein hohes Niveau bis zum Ende zu halten. Einen Ausfall wird man auf “Foundation”, das übrigens auf Shy FXs Label Digital Soundboy veröffentlicht wird, vergeblich suchen. Immer wieder verblüfft der Produzent in Stücken wie “Temper” oder dem mit der Stimme von Sängerin Zarif veredelten “Over” mit einem traumwandlerischen Gespür für umwerfende Bass-Sounds und erstaunlich poppige Gesangs-Hooklines. Einer der absoluten Höhepunkt der Platte ist ohne Frage der Song “Vial”, seine Zusammenarbeit mit Dubstep-Mysterium Burial. Eine elegant tiefergelegte Nummer, die ihre ganze kühne Schönheit erst bei hoher Lautstärke entfalten kann. Klar, HipHop spielt hier nur am Rande eine Rolle – doch jeder offene Musikfan kann mit “Foundation” eigentlich nur glücklich werden.

 

Text: Norbert Schiegl

 

 

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