Prinz Pi – Illuminati // Review

 

Prinz-Pi_Illuminati

 

(Keine Liebe/Groove Attack)

Wertung: Vier Kronen

Dass Prinz Pi als einer der produktivsten Rapper der westlichen Hemisphäre gilt, ist ja schon länger gemachte Sache. Insofern ist es kaum verwunderlich, dass aus der angedachten “Illuminati”-EP in Kombination mit ein paar Reissues und Bonustracks dann doch (wieder mal) ein ganzes Album geworden ist. Und wie der Name vermuten lässt, klingt das über weite Strecken natürlich erneut wie der lyrische Griff in die Schwedenkiste. Soll heißen: Pi in lyrischen Ambigrammen, Pi im Zweifel an der Authentizität von CNN und Pi über kleine blonde Kinder mit roten Augen, die die Weltherrschaft übernehmen werden – die Mondlandung hat dabei natürlich genauso wenig stattgefunden wie es deutsche Ghettos gibt. Abseits dieser textlichen Verschwörungskeule inklusive visionärer Horrorszenarien ist das Ganze auch raptechnisch wieder eine runde Sache. Egal ob astreines Storytelling wie auf “Die letzte Frage” oder der Teasersingle “Mann vom Mars”, die den hier und da aufgekommenen Kid Cudi-Forumvergleich Lichtjahre hinter sich lässt. Weitere Highlights: “Unendlich sein” mit Neu-Berliner Casper, das den schwierigen Balanceakt zwischen Kopf-hoch-Lyrics und Biztrams Ballermanngeboller schafft, “Die Party ist over” mit Justus und die Zukunftsvision “2013” mit einem Basstard in Höchstform. Der musikalische Unterbau, größtenteils von den Royals komponiert, ist unanfechtbar: bewusst minimal oder abstrakt gehaltene Soundskizzen, die sich thematisch hervorragend ins Konzept fügen, hier und da nur leider ein klein wenig schwach auf der Brust daherkommen. Außerdem hätte man das Ganze um die etwas überflüssigen Bonustracks kürzen und beim angekündigten EP-Format bleiben können – obwohl: “Ode an den Tiger”, die Hymne auf das Tour-Gefährt mit Jonarama, E-Rich und Casper, bockt schon. So oder so: Kaufen lohnt, auch wegen des ansprechenden Artworks. Aber das ist bei Pi ja fast schon selbstverständlich. Solides zweites Release auf Keine Liebe.

 

Text: Jan Wehn

 

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