Travis Scott droppt »Birds In The Trap«-Kurzfilm // Video

Mein Opa sagt immer: »Nicht beim Autofahren essen! Du musst immer beide Hände am Lenkrad haben!« – hätte diese Weisheit mal jemand an Travis Scott weitergegeben. Im gestern auf YouTube erschienenen Kurzfilm »Birds In The Trap«, zum 2016 releasten Album, gerät La Flame in einen tragischen Autounfall. Weil er zu sehr in sein kurz zuvor erstandenen Hot Dog vertieft ist. Vielleicht aber auch, weil er noch leicht benommen vom Streit mit seiner Freundin ist, die an der letzten Straßenkreuzung wutentbrannt aus dem Wagen sprang. So oder so, fungiert besagter Autounfall als filmisches Mittel, um nun, knapp zur Hälfte des viertelstündigen Videos, in die apokalyptische Fanatsiewelt des komatösen Rappers zu wechseln. Zwischen zerfallenden Gebäuden und zerbeulten Autos sind einige Menschen verteilt, gekleidet in Erdtönen und so starr, dass sie an die bizarre Präsentation der »Yeezy Season 5« im Madsion Square Garden erinnern. Travis selbst wandert nach einem Sprung vom Hochhausdach mit Metall-Maske durch seine alternative Welt, vorbei an unterschiedlichen Versionen von sich selbst. Die Bildsprache ist dabei mehr als deutlich: Ein Kind, das im Innenhof heruntergekommener Gebäude steht und eine Pistole auf seinen Teddybär gerichtet hält und ein obdachloser Mann, der draußen im Regen auf einem Klavier die selbe Melodie klimpert, wie der »echte« Travis zu Beginn des Videos. »Hear my words of temptation and redemption: They made us believe I could escape. Remember this shit. Remember me. The one who died here. It’s time to live«, konstatiert der GOOD Music-Zögling im inneren Monolog. Ob das nun Kunst oder tiefe Kritik an den Lebensumständen der schwarzen Gesellschaft in Amerika ist, sei dahingestellt. Auf jeden Fall aber, beweist Travis mit dem Kurzfilm »Birds in the Trap«, dass er ein Künstler ist, der auch über den Tellerrand der Musik hinausschaut. Und das gekonnt.