Mixtape: 50 Cent – The Kanan Tape

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50 Cent - The Kanan Tape

In Würde altern, dafür ist die Disziplin HipHop eine der schwierigsten. Üblicherweise schwemmt man als abgehalfterter Rap-Veteran mit lauwarmen Best-Of-Kompilationen, MTV-Unplugged-Mitschnitten zum Fremdschämen oder nicht wegzudiskutierendem Pop-Appeal den Markt. Das mag erstmal auch auf andere Musikgenres, vielleicht auch auf alle anderen Kunstformen zutreffen. Üblicherweise jedoch ist der Werdegang eines über Jahre erfolgreichen Rappers davon gekennzeichnet, zu Beginn der Karriere auf alles und jeden zu scheißen, der sich in den Weg stellt. Umso trauriger wirkt dann der Werdegang, wenn die anfänglich propagierten Prinzipien über den Haufen geworfen werden, weil die Kohle nicht mehr reinkommt und der Platz als Newcomer oder State-of-the-Art-Rapper geräumt werden muss.

Auch der sich mittlerweile weit über zehn Jahre im Geschäft befindliche 50 Cent muss sich dieser Thematik stellen. Längst ist er von sämtlichen Hype-Blogs verschwunden und macht allenfalls mal durch Gerichtsverfahren, semi-garen Twitter-Beefs oder Verleumdungen auf sich aufmerksam. Das Tempo der Musikindustrie wächst weiter exponentiell und das ungeliebte Wort Irrelevanz wird für Fitty immer relevanter. Früh genug hat dieser erkannt, sich in allen erdenklichen Wegen zu vermarkten: Mode, Parfums, Getränke, Filme. Derzeit geht mehr Zeit für die Schauspielerei drauf, als für sein eigentliches Steckenpferd, dem Rap.

Seit 2014 läuft die von Curtis produzierte Drama-Serie »Power« im US-amerikanischen Fernsehen. Darin spielt Omari Hardwick einen Nachtclubbetreiber/Drogendealer. Kanan ist 50’s wiederkehrende Nebenrolle, aus der er die Inspiration für sein elftes Mixtape »The Kanan Tape« zog. Neben einem Feature von Heatseeker Post Malone gibt’s unter anderem auch einen Gastauftritt vom alten G-Unit-Kompadre Young Buck. Da wären wir dann wieder beim Thema Altern. Das Mixtape gibt’s kostenlos und im Stream.