Vritra – Yellowing // Review

vritra

(bandcamp.com)

Bei Vritra ist alles möglich. Schon im Opener wird man zuerst von UK-Garage-Anspielungen abgeholt, nur um kurze Zeit später im tiefentspannten Bummtschack mit modernisierten Neunzigeranleihen zu versinken. Ganz so überraschend ist es dann doch nicht, schließlich releaste Vritra als Pyramid Vritra bereits Musik über Stones Throw und war zusammen mit The Internets Matt Martians als The Jet Age of Tomorrow im Odd-Future-Kosmos unterwegs. Dort wird einem bekanntlich ein gesundes Bewusstsein für Anarchie eingebläut. »Yellowing LP1« existiert deswegen fernab der ausgetretenen Rap-Pfade wie ein Fremdkörper zwischen all den einstudierten Gesten. Vritras tiefes Nuscheln will von den Texten eigentlich gar nichts preisgeben, verfließt mit seinen Beats, die wiederum eine Schizophrenie zwischen totaler Introvertiertheit und nimmermüder Lebhaftigkeit des Dancefloors darstellen. Wobei Vritra vermutlich auch in den Clubs das Soziale meidet. Sein Eigenbrötlersound ist schließlich ein detailverliebtes und sperriges Hin und Her zwischen langgezogenen Jazz-Trompeten und den kurzen, hektischen Elementen aus Jungle-­Beats. Plötzliche Tempowechsel wie bei »Gypsie« brechen die Hörgewohnheiten noch weiter auf und fordern enorme Konzentration. Was genau Vritra mit dieser Platte erzählen will, erschließt sich am Ende wahrscheinlich nur ihm selbst. »Yellowing LP1« ist ein Open Space für Spekulationen und Fantasien. Die stellenweise schlechte Soundqualität wirkt da nur konsequent.

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