Review: PA Sports – H.A.Z.E.

PA-Sports-HAZE
 
(Major Movez/Soulfood)
 
Auch wenn es der Albumtitel nicht auf den ersten Blick verrät: Mit dem vierten Album des Essener Rappers schließt sich gewissermaßen ein Kreis. Das Debüt »Streben nach Glück« stellte Parham Vakili als einen oft nachdenklichen und trüben Menschen vor, mit allem Hang zur Dramatik. Nun meldet sich PA Sports mit »H.A.Z.E.« zurück – was so viel bedeutet wie Hoffnung, Anfang, Zerstörung und Ende –, einem Album, das in zwei thematische Hälften aufgeteilt ist und Parham als einen überraschend zufriedenen, ja sogar hoffnungsvollen Typen zeigt. PA Sports befindet sich sozusagen an einem Neuanfang. Die erste Hälfte dieser Platte ist dementsprechend eine kleine Sensation, wenn PA selbstbewusst wie eh und je aus den Boxen tönt und dabei so viel weniger verbittert klingt, als noch auf den Alben zuvor. Er scheint sogar so zufrieden, dass er nun auch singt. Entwarnung: Hier lauern keine Autotune-Massaker oder ultra-cheesige Liebeslieder. Selbstverständlich bleibt sich PA treu, auch wenn er jetzt mal – zumindest über die Hälfte des Albums hinweg – gute Laune hat. Die steht ihm gut, insbesondere, wenn dabei so melodische Empowerment-Mucke wie »Hoch« rauskommt. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Ruhrpott-Spitter hat sein Feuer keineswegs verloren und ist streckenweise immer noch arg sauer. Auch wenn jetzt sogar in »Essen Battlefield« ab und zu mal die Sonne scheint, werden die pseudoharten Gangster-Rapper immer noch mit atemlos-hypnotischen Flowkaskaden und brachialem Silbengeflexe in den Allerwertesten beglückt. Während die Haze-Wolke aus dem Siebener-Schiebedach qualmt, versteht sich. Und alle beinharten PA Sports-Fans, die mit der ersten Albumhälfte nichts anfangen können, kommen gegen Ende wieder voll auf ihre Kosten: Hier regieren grauer Sichtbeton, Polizeisirenen, Brüder im Knast, No Future und ein totalitärer Polizei- sowie Überwachungsstaat. Und das alles scheint sogar noch düsterer als früher. Diese Vielfalt auf »H.A.Z.E.« weiß so zu überzeugen, dass man auch über die ein oder andere fragwürdige Beat-Auswahl gerne hinwegschaut. PA Sports selbst scheint die Weiterentwicklung und musikalische Öffnung jedenfalls extrem gut zu tun.
 

 

 

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