Review: Credibil – Deutsches Demotape

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(facebook.com/CredibilOffiziell)
 

Credibil steht stellvertretend für eine neue Generation tiefgründiger Straßenrapper; eine Generation, die zwar von vorangegangen geprägt wurde, die aber viel reflektierter ist. Credibil traut es sich zu, die Geschehnisse auf der Straße von einer anderen Seite zu beleuchten. Die musikalische Untermalung hingegen ist bekannt: Credibil arbeitet sich an den Beats seiner Helden ab, und die Liste ist breit gefächert: Moses Pelham, Curse, Savas, Casper. Aber auch Beats von Bushido und den Beginnern hat sich Credibil von seinem Produzenten überarbeiten und auf den Leib schneidern lassen. Bei aller Wertschätzung für die großen Deutschrap-Recken, plappert er seinen Vorrednern jedoch keinesfalls nach, sondern überdenkt, überarbeitet und widerspricht, ohne dabei jedoch respektlos oder frech zu wirken. Angelehnt an die jeweilige Thematik des Ursprungsstücks schafft er so in jedem Moment eine besondere, weil persönliche Herangehensweise, die einen bei der Stange hält und in schöner Regelmäßigkeit mit wirklich klug getexteten Zeilen belohnt. Credibil ist Rap-Fan und steht dazu. Diese HipHop-Begeisterung setzt er in ein erstaunlich starkes Debüt um, das hohe Erwartungen für die Zukunft weckt. Bereits mit seinem Demotape zollt Credibil nicht nur vorangegangen Generationen Respekt, sondern vereint mit seinen Neuinterpretationen auch scheinbar entgegengesetzte Lager und findet dadurch neue Ansätze. Credibil geht es nicht darum, der King zu sein, sondern darum, der King zu werden. Und so viel sei gesagt: Er befindet sich auf einem guten Weg dahin. Wir werden seine weiteren Karriereschritte gespannt verfolgen. Aber lasst ihn das nicht hören: Er soll ja schließlich den Hunger nicht verlieren.
 
Text: Max Lessmann
 

 

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