Action Bronson & Party Supplies – Blue Chips 2 // Review

 

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(actionbronson.com)

 

2014 wird das bisher wichtigste Jahr in der Karriere von Action Bronson. Der MC aus Queens, der sich mit spektakulären Live-Shows und ebenso unberechenbaren wie unausgeglichenen Mixtapes einen Plattenvertrag bei Warner Brothers verdient hat, wird nächstes Jahr aller Voraussicht nach sein »richtiges« Debütalbum veröffentlichen und dann eine ganze Reihe von Fragen zu beantworten haben. Kann er die Energie seiner Gigs im Studio einfangen? Wird er mit dem versauten Humor seiner von Party Supplies produzierten »Blue Chips«-Tapes punkten oder mit der versauten Humorlosigkeit seiner »Saaab Stories«-EP ins Klo greifen? Und wird sich all das dann auch verkaufen? »Blue Chips 2« ist das große Freimachen vor dem Schlüsseljahr. Bronson schließt an seine bisher erfolgreichste und meistgelobte Veröffentlichung an und übertrifft sie mit einem wilden, niemals festzunagelnden Mixtape, das zu den unterhaltsamsten Gratis-Releases des Jahres gehört. Party Supplies erfüllt alle Erwartungen, die man an seinen Namen stellen könnte und bringt sich als möglicher Produzent für Bronsons 2014er-Album in Position: überdrehter Soul und Funk, ein Sample des Surf-Klassikers »Tequila« und ein ganzes Medley aus Achtziger-Jahre-Schnulzen, deren Herzstück natürlich Phil Collins‘ »Another Day In Paradise« bildet. Star der Show ist trotzdem der MC: Schon im zweiminütigen Opener »Silverado« ist jede Zeile ein potenzielles Highschool-Jahrbuch-Zitat – von »Why the fuck would I need a bodyguard/If I look just like the motherfucking bodyguard?« bis »I need more head from some bitches straight from Morehead«. Auch danach hält Bronson das Niveau auf angemessener Höhe. Zu seinen üblichen, diesmal etwas weniger häufigen Essensbezügen und Serviervorschlägen kommen Anspielungen auf solche Spaßgaranten wie Basketball, professionelles Wrestling, leichten Sex und nicht ganz so leicht erhältliche Arzneimittel. In »Blue Chips 2«-Form sind Bronson und sein Ghostface-Raspeln also gar nicht aufzuhalten. Bleibt nur zu hoffen, dass wir ihn 2014 nicht als verdünnte, vermeintlich besser verkäufliche Version seiner selbst erleben werden.

 

Text: Daniel Gerhardt

 

 

 

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